Loveparade-Prozess - Opfer schalten Generalbundesanwalt ein

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte die Duisburger Staatsanwaltschaft die Ermittlungsakten an das Gericht übergeben.Seitdem zieht sich die Prüfung der Anklage hin.
Vor etwas mehr als einem Jahr hatte die Duisburger Staatsanwaltschaft die Ermittlungsakten an das Gericht übergeben.Seitdem zieht sich die Prüfung der Anklage hin.
Foto: imago/Reichwein
Was wir bereits wissen
Betroffenen-Initiative Lopa 2010 will sich wegen Verzögerungen im Loveparade-Verfahren über Staatsanwaltschaft und Landgericht Duisburg beschweren.

Duisburg.. Die Betroffenen-Initiative LoPa 2010 will Anfang nächster Woche eine Beschwerde über die Staatsanwaltschaft und das Landgericht Duisburg beim Bundesgeneralanwalt in Karlsruhe einreichen. Die Gruppe, in der Verletzte und Traumatisierte der Loveparade-Katastrophe organisiert sind, reagiert damit auf die neuerliche Verzögerung der Entscheidung, ob – und falls ja, wann – das Hauptverfahren eröffnet wird.

Multimedia-Spezial Kürzlich hatte das Landgericht gemeldet, dass es dem britischen Panikforscher Keith Still einen Katalog mit 75 Fragen zu seinem Gutachten zugesandt hat. Dieses gilt als zentrales Beweisstück der Staatsanwaltschaft. Ein Prozessauftakt ist nun frühestens Ende des Jahres möglich. Die LoPa-2010-Vertreter sind wegen der neuerlichen Verzögerungen erbost und frustriert.

Es drohe, dass Verjährungsfristen greifen und mögliche Mitverursacher, die erst im Laufe des Prozesses erkannt werden, nicht mehr belangt werden könnten – etwa Polizei-Verantwortliche. „Es kann nicht sein, dass die Sache immer weiter hinausgezögert wird“, sagte Thorolf Schmidt, Mitglied von LoPa 2010.