Loveparade-Gedenkfeier - nur 900 dürfen im Tunnel trauern
22.07.2011 | 06:00 Uhr 2011-07-22T06:00:00+0200
Duisburg. Die Stadt Duisburg will am Gedenk-Wochenende der Loveparade-Tragödie mit Absperrgittern und Ordnern den Zugang reglementieren: Im Tunnel, der kein "Event-Ort" werden soll, darf die Zahl von 900 Personen nicht überschritten werden.
Donnerstag im Rathaus fielen wieder die Begriffe, die seit dem 24. Juli 2010 für Duisburg eine besondere Bedeutung erhalten haben: Von Sicherheitskonzept, Absperrgittern, Ordnerdiensten, maximalen Besucherzahlen und einer erlaubten Personenzahl pro Quadratmetern war die Rede, als die Stadt vorstellte, wie sie den geordneten Ablauf im Tunnel sicherstellen will, der am Wochenende einer der zentralen Orte der Trauer sein wird. Dass nach dem Planungsdebakel der Loveparade nicht Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Rolle der Stadt am Gedenk-Wochenende vorstellte, spricht für sich. So erläuterte Stadtdirektor Peter Greulich die „Spielregeln“, wie die Stadt Sorge tragen will, dass im Unglückstunnel eine „Atmosphäre geschaffen wird“, die eine ungestörte Trauer erlaubt.
Als Veranstalter tritt die Duisburg Marketing GmbH (DMG) auf, damit der Zugang im Tunnel reglementiert werden kann. Wie berichtet ist die Karl-Lehr-Straße von Samstag- (6 Uhr) bis Montagmorgen (5 Uhr) für den Verkehr gesperrt. Zwar ist der Tunnel in diesem Zeitraum für die Öffentlichkeit frei zugänglich, mehr als 900 Personen dürfen sich aber nicht gleichzeitig im Tunnel aufhalten.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen für Loveparade-Trauer
„Wir werden die Personen zählen. Ordnerdienste an beiden Eingängen werden sicherstellen, dass die Zahl von 900 Personen nicht überschritten wird“, sagte DMG-Chef Uwe Gerste. Rund 450 Quadratmeter groß sei die Fläche der Rampe, wo sich die provisorische Gedenkstätte befindet. Maximal zwei Personen pro Quadratmeter sind erlaubt. Nicht eingerechnet ist die ebenso große Straßenfläche vor der Rampe sowie die beiden Tunnelzugänge selbst.
Wie Stadtdirektor Peter Greulich gestern mehrfach betonte, habe man sich mit allen beteiligten Ämtern, Behörden, der DVV und der Notfallseelsorge seit sechs Wochen intensiv mit dem Ablauf des Gedenk-Wochenendes beschäftigt. Es habe mehrere Treffen des entsprechenden Arbeitskreises gegeben. Dennoch bestätigte die Stadt gestern auf Nachfrage, dass die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) angeblich am Sonntag keine Sonderbusse vom Hauptbahnhof zum Stadion einsetzt, wo um 15 Uhr die zentrale Gedenkfeier stattfindet. Die Busse würden im üblichen 30-Minuten-Takt fahren. Bei der DVG reagierte man auf Nachfrage der NRZ verwundert. Zusätzliche Fahrten seien fest eingeplant, was auch mit der Stadt im Vorfeld abgestimmt wurde, bestätigte ein DVG-Sprecher. Offenbar liege hier ein Abstimmungsfehler bei der Kommunikation vor. So werde die Buslinie 934 zwischen Hauptbahnhof und Stadion von 13 bis 15 Uhr sowie von 16 bis 18.15 Uhr alle sieben Minuten fahren. Am Nachmittag korrigierte die Stadt ihre Aussage. Die DVG will die genauen Sonderfahrten heute noch einmal bekannt geben.
An den Tunneleingängen werden Absperrgitter stehen. Die Ordner würden in unterschiedlicher Stärke vor Ort sein, das ganze Wochenende über, auch nachts, mit der höchsten Präsenz dann am Sonntag mit bis zu 27 Personen. Auch Polizei und Feuerwehr sind am Sonntag vor Ort. „Wir werden den Tunnel davor bewahren, dass er zum Event-Ort wird“, sagt Frank Jebavy von der DMG. Es soll „keinerlei, auch nicht nur die kleinsten Störungen“ geben.
Der Ablauf sei mit den Initiativen besprochen, es werde nur eine symbolische Aktion des Vereins „Never forget“ geben, alles andere werde außerhalb des Tunnels stattfinden. Die DMG rechnet am Samstag mit nicht mehr als 500 Besuchern gleichzeitig, der Sonntag sei allerdings die „große Unbekannte“.
Hinterbliebene von Loveparade-Angehörigen sollen in Ruhe trauern
Am Sonntag wird der Tunnel von 15 bis 18.30 Uhr für den Besuch der Hinterbliebenen und Verletzten gesperrt. Die DMG wird dann über die genehmigte Sondernutzung von ihrem Hausrecht gebraucht machen. „Wir werden dafür Sorge tragen, dass die Hinterbliebenen in aller Ruhe jenseits anderer Interessen die Gelegenheit finden, ihren Angehörigen zu gedenken und ihrer Trauer völlig ungestört nachzugehen“, sagte Greulich.
Nach Angaben der Stadt haben sich inzwischen 450 Personen aus dem Kreis der Hinterbliebenen und Verletzen angemeldet. Sie werden mit 14 Bussen vom Hotel zur Gedenkfeier ins Stadion und anschließend zum Unglücksort gebracht. Auch das über dem Unglücksort liegende Gelände des alten Güterbahnhofs werde abgeriegelt, Eigentümer und Möbelhaus-Investor Kurt Krieger werde das mit eigenen Ordnern sicherstellen.
Die Stadt wies bereits gestern darauf hin, dass die Gedenk- und Erinnerungsgegenstände, die am Straßenrand abgelegt werden, in der Nacht zum Montag weggeräumt werden müssen. Beim Einsammeln werde man sich an die Hinweise der Initiativen wie „Never forget“ oder des Bürgerkreises Gedenken halten, so Greulich.

14:36
#44 kreiner
Der Aussage von Herrn Hager muss man grundsätzlich zustimmen. Jedoch befindet sich der OB in einer besonderen Position, er ist nämlich der Oberbürgermeister der Stadt und somit für alle Verwaltungshandlungen verantwortlich, angefangen beim Knöllchen. Und es ist, da belegt, unbestritten, dass er der oberste Antreiber war für die Genehmigung einer Veranstaltung, die nachweislich nicht genehmigungsfähig war. Insofern wird er durch das Statement des Herrn Hager keinesfalls entschuldet.
01:51
Dass Sauerland zum Sündenbock abgestempelt wurde, erklärt der Soziologe Frithjof Hager von der Freien Universität Berlin so: Nach einem Unglück muss irgendwer verantwortlich sein. Das entspricht unserem gesellschaftlichen Selbstverständnis. Das Problem in Duisburg: Dort war ein Großteil der Entscheidungen auf sehr viele Menschen verteilt, die Verantwortlichkeit lässt sich daher nicht nur einem Einzigen zurechnen. Das passiert aber trotzdem. Weil wir nicht fähig sind, in Beziehungen zu denken, reduzieren wir die Verantwortung auf eine Person. Dadurch können wir das Problem lösen, und müssen uns nicht jeden Tag mit der Schuldfrage quälen.
(Saarbrücker Zeitung)
01:47
NRW-SPD-Chefin Hannelore Kraft fordert von der Landesregierung schnelle und unbürokratische Hilfe, damit die in Duisburg geplante Loveparade 2010 nicht platzt. „Die Loveparade ist ein Stück Jugendkultur, die ins Jahr der Kulturhauptstadt gehört“, sagte Kraft im Gespräch mit den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe-
01:10
@turnaround
So wie reagieren, sollen Sie auch reagieren.
Damit man immer wieder sieht, wie Sie und Ihresgleichen versuchen, sich gegenüber anderen, die die Sache differenzierter sehen, moralisch erhöhen zu wollen.
Das nennt man Selbstgerechtigkeit und wahrscheinlich ist es auch nur geheuchelt.
Und warum wohl? Es sind wohl wirklich Schuldgefühle.
22:53
#25 voltago
Stimme Ihnen vollumfänglich zu.
Gruß
22:52
#32,33,34 kreiner
Substanz- und hirnlose Beiträge, deren Menschenverachtung nicht mal vor der eigenen Mutter Halt machen ... Sie sagen eine Menge über das persönliche Niveau dieses Users aus. Ärmlich. Falls Sie sich langweilen, müssen Sie hier weder mitlesen noch mitschreiben. Spielen Sie lieber ein Killer- oder Exhumierungsspiel am PC.
21:45
25 von voltago
Sie haben die absolut passenden Worte gefunden.
Gruß
20:54
@37 von mir selbst !
Wer unterschreibt jetzt fragt nach den Unterschriftsgenehmigungen für die trauerveranstaltungen an diesem Wochenende !
Warum übrigens dieses Hick-Hack mit den Sonderfahrten der DVG ?!
Was sind das für Signale ?
20:50
@36 Sehr sachlich . Gut ! Stimmt !
Führen Ihre eigenen Genehmigungen von damals ad absurdum.
Wer unterschreibt jetzt ?!!!!!
20:31
Ist doch toll - die Stadt widerspricht ihrer eigenen Genehmigung. Besser kann es doch selbst im Fernsehen nicht sein.