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Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“

24.07.2012 | 06:00 Uhr
Der neue Duisburger Oberbürgermeister Sören Link (SPD) in seinem Büro im Rathaus.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link hat lange an den richtigen Worten für die Angehörigen der Loveparade-Opfer gefeilt: „Das ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Rede meines politischen Lebens." Die verheerende Außenwirkung seines Vorgängers Adolf Sauerland ist nicht vergessen.

„Das ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Rede meines politischen Lebens“, blickte Oberbürgermeister Sören Link auf den heutigen Tag voraus, auf die Gedenkfeier für die Opfer der Loveparade vor zwei Jahren.

Seit etlichen Tagen feilt der neue Mann an der Spitze der Stadtverwaltung an den richtigen Worten für die Angehörigen der Opfer, für eine breite Öffentlichkeit: „Es geht hier nicht um die Botschaft von Sören Link, sondern um die des Duisburger Oberbürgermeisters.“ Die verheerende Außenwirkung seines Vorgängers Adolf Sauerland in den Tagen nach der Katastrophe ist nicht vergessen.

"Spannend, abwechslungsreich, aber auch stressig"

Drei Wochen währt Links Amtszeit jetzt. In seinem Amtszimmer warten ein paar Bilder, darunter ein Hannelore-Kraft-Porträt, auf ihre endgültige Position. Eine kleine Bronze-Figur von Wilhelm Lehmbruck blickt versonnen aus dem Fenster Richtung Innenhafen, hat sichtbar mehr Zeit als der Rathaus-Hausherr. „Viel arbeiten, viel lernen“, sei in den vergangenen Wochen die Devise gewesen, so Link im WAZ-Gespräch: „Unwahrscheinlich spannend und abwechslungsreich, aber auch stressig.“ Der OB-Terminplan sei sehr dicht getaktet, „und ich war kaum vereidigt, da war ich schon mittendrin“.

Sören Link (SPD) gewinnt Stichwahl

Mit der Gedenkstätte für die Loveparade-Opfer ging es um ein hochsensibles Thema, und auch die Frage der Opernehe samt Vertragsverlängerung für den Intendanten verlangte nach einem klaren Wort. Die Bilanz der ersten Tage war jedenfalls nach Links Geschmack: Die Gedenkstätte wird errichtet, und zwar in einer würdigen Form und in enger Abstimmung mit den Angehörigen der Opfer. Und auch die Oper hat in Duisburg wieder eine Zukunft.

"Ich will klare Entscheidungsgrundlagen"

„Ich will klare Entscheidungsgrundlagen“, umschreibt der OB seine Linie. Vor allem auch wegen der finanziellen Perspektiven für die Stadt, nach seiner Einschätzung seine „größte Aufgabe“ für die nächsten Jahre. Er sei „sehr zuversichtlich“, dass der Haushaltssanierungsplan von der Bezirksregierung genehmigt werde und Duisburg ab September oder Oktober wieder handlungsfähig werde. Er bleibe bei seinem Wahlkampfversprechen: Bis Ende des Jahrzehntes komme Duisburg ohne neue Schulden aus.

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Auch der versprochene Büchereiausweis für jedes Kind, das in die Schule kommt, sei in Vorbereitung. Und sogar beim Dauerärgernis Bahnhofsvorplatz ist er zuversichtlich, in absehbarer Zeit eine Lösung präsentieren zu können. Alle andere städtebaulichen Problemfelder werde man „nach und nach“ abarbeiten. Ob das mit oder ohne die Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft geschehen wird? Das werde, sagt Link, nach gründlicher Diskussion und Gesprächen mit allen Beteiligten entschieden.

"Die Zusammenarbeit klappt ausgesprochen gut"

Auch bei der Frage nach der künftigen Zusammensetzung des Beigeordneten-Kollegiums ist Link zurückhaltend: „Die Zusammenarbeit klappt ausgesprochen gut – mit allen.“ Mit Stadtdirektor Peter Greulich, dem Wechselwünsche zu den Wirtschaftsbetrieben nachgesagt werden, arbeite er „gerne und gut“ zusammen.

Zu seinem Amtsvorgänger Sauerland hat Link noch keinen Kontakt gehabt, obwohl beide nicht weit entfernt voneinander in Walsum wohnen. Zu dessen Vorgängerin Bärbel Zieling habe er dagegen immer einen guten Draht gehabt. „Mehr als ein Gespräch“ hat Link in den vergangenen Wochen mit Alt-OB Josef Krings geführt. Von dessen „Lebensweisheit und Nachdenklichkeit“ könne er nur profitieren.

Was die Duisburger vom neuen OB erwarten

 

Alfons Winterseel und Willi Mohrs


Kommentare
26.07.2012
15:27
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von Werthauser111 | #16

Dieser MöchtegernOB sollte allen danken daß es die LP gegeben hat, sonst hätte er nicht diesen Posten bekommen. Im Land wollte man ihn auch nicht mehr haben. Fuer mich war immer klar daß nach Sauerland wieder ein Genosse OB wurde. Alles scheinheiliges Getuhe.

26.07.2012
15:26
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von Werthauser111 | #15

Dieser MöchtegernOB sollte allen danken daß es die LP gegeben hat, sonst hätte er nicht diesen Posten bekommen. Im Land wollte man ihn auch nicht mehr haben. Fuer mich war immer klar daß nach Sauerland wieder ein Genosse OB wurde. Alles scheinheiliges Getuhe.

25.07.2012
09:08
Rolf Cebin
von Myrddin | #14

Der ehemalige Polizeipräsident Rolf Cebin hatte - zurecht - Sicherheitsbedenken geäußert.

Thomas Mahlberg (CDU-Vositzender) hatte u. a. aus diesem Grund die Entlassung Cebins gefordert. Auch wenn er heute nicht mehr daran erinnert werden möchte.

Cebin aber ist - als er die Altersgrenze erreicht hatte - regulär in den Ruhestand verabschiedet worden.

Ein Rücktritt Mahlbergs ist längst überfällig ...

25.07.2012
08:30
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von Rheinhauser | #13

@grandmastr

Ihnen würde der Rücktritt Jägers reichen? Obwohl der nicht der Verantwortliche ist?
Was ist das denn für eine Logik?
Die alte Regierung in NRW unterstützt Herrn Sauerland indem sie zum Beispiel den Polizeichef auf Drängen der CDU entlässt und Herr Jäger soll dafür Verantwortung übernehmen?

Jetzt wird es aber ganz lächerlich!

@tom009

Auch Frau Kraft soll die Verantwortung für Herrn Rüttgers übernehmen?!
Man man man so wird die CDU auf keinen grünen Zweig kommen! Denkt da mal drüber nach! Die CDU muss die Verantwortung übernehmen und nicht wieder nur von sich weisen!

24.07.2012
21:33
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Name von Moderation entfernt | #12

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24.07.2012
18:37
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von grandmastr | #11

@10:
mir würde schon der Rücktritt von Jäger reichen, allerdings hat der Kerl nicht den ***** in der Hose um für seine Sachen einzustehen. Er ist als Innenminister für die Polizisten verantwortlich und die hat Mist gebaut. Abgesehen davon, dass das Innenministerium genau zur kritischen Zeit einen Schichtwechsel angeordnet hat: auf der Rampe standen mehrere Polizeiwagen und verengten diese zusätzlich. Polizisten haben die Rampe abgesperrt und andere Absperrungen frühzeitig geöffnet. Und Hr. Jäger soll ja (wenn man den Medienberichten traut) in der fraglichen Zeit mit mehreren Leuten die Einsatzzentrale besucht haben und die Beamten dort von der Arbeit abgehalten haben. Das war nicht ein Hr. Rüttgers...

1 Antwort
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von xxyz | #11-1

Es ist davon auszugehen, dass ein Innenminister nicht wie die Jungfrau zum Kind ins Amt kommt. Er sollte sich mit den Themen auskennen. Ebenso ist davon auszugehen, dass ein Duisburger die Situation in der Heimatstadt kennt.

Wenn alles so schlimm und offensichtlich nicht verantwortbar war, hätte bspw. die Polizei oder das Innenministerium einschreiten können. Das wurde nicht getan.

Die Rolle der NRW-Regierung wird hoffentlich noch stärker in den Fokus rücken. Hierbei geht um die beiden Regierungen. Es ist schon erstaunlich, dass sich so wenig Berichte mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Es ist doch davon auszugehen, dass alle eine solche Veranstaltung haben wollten, da sie für das Land und für Essen/Dortmund ein Aushängeschild war.

Es gibt wie immer bei großen Unglücken viele Ursachen für die Katastrophe, und mir gefällt es nicht, dass die Verantwortung der vielen Genehmiger, Planer, Behörden und Gutachter bisher nur am Rand erwähnt wurde.

24.07.2012
14:27
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von Rheinhauser | #10

@ tom009 und Beteiligter

Bitte bei der Wahrheit bleiben!
Danke!

Herr Rüttgers war doch der Ministerpräsident der die Loveparade auf jeden Fall haben wollte, oder?
Auch als CDU-Blogger muss man sich an die Wahrheit halten, auch wenn es schmerzt ;-)

Soll denn die neue Regierung in NRW für die alte Regierung zurücktreten?
Aus CDU Sicht schon, aber in der Realität sieht das anders aus.

Ich hoffe auch das der alte IM eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung bekommt, der hat doch auf Wunsch der CDU Duisburg den Polizeichef entlassen lassen! Natürlich nur, weil der Sicherheitsbedenken hatte und die der CDU-Duisburg nicht in den Kram gepasst haben - ach ja die Beteiligten der CDU Duisburg sollten auch eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung bekommen!!! Da stimmen sie bestimmt mit mir überein :-(

Und jetzt fordert ihr CDU-Blogger den Rücktritt von Jäger und Kraft?! Ich macht euch so lächerlich!!!

1 Antwort
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von tom009 | #10-1

nun ja
auch rüttgers wollte diese loveparade

da gebe ich ihnen recht.

aber frau kraft war zu diesem zeitpunkt der lp schon im amt.
und frau kraft wollte die loveparade.
sie hätte die gemehmigung ja zurückziehen können.
nur sie tat es ja nicht.
also ist sie ebenfalls mitschuldig.

24.07.2012
14:01
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Name von Moderation entfernt | #9

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24.07.2012
13:06
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von Harry.Hirsch | #8

Naja Sören, ich habe dich zwar nicht gewählt, aber wenn du nur die hälfte von dem Umsetzten kannst, was dir da so vorschwebt, wäre das schon mal nen Anfang.

24.07.2012
11:59
Loveparade-Gedenken für Duisburgs OB die „wichtigste Rede“
von Beteiligter | #7

Da kann der "Sören" ja mal schauen,wie er es demnächst verkraftet,dass sein "Vorgesetzter" IM Jäger als Verantwortlicher für den Polizei-Einsatz (Anklage wg fahrlässiger Tötung?) politisch verantwortungsbewusst zurücktritt...

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