Lohnende Investition
06.12.2009 | 16:38 Uhr 2009-12-06T16:38:00+0100Alt ist sie geworden und doch hat sie in all den Jahren nicht an Attraktivität eingebüßt. Nur die Finanzen machen auch ihr zu schaffen. Politiker, Mitarbeiter und Freunde gratulierten der Volkshochschule Duisburg am Freitagabend zum 90. Geburtstag.
Nach dem öffentlichen Lerntag am 31. Oktober wurde nun im kleineren Rahmen gefeiert. Die Diskussion um die angedrohten Zuschuss-Kürzungen beherrschte den Abend. Alt-OB Josef Krings hatte bereits im Vorfeld angekündigt, den Festakt wegen der angedrohten Kürzung zu boykottieren und blieb den Feierlichkeiten fern.
Und auch die drei Redner, Dr. Gerhard Jahn, Direktor der VHS, Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Dr. Ernst-Dieter Rossmann (MdB), Vorsitzender des Deutschen Volkshochschulverbandes, blickten nicht nur auf 90 erfolgreiche Jahre VHS zurück, sondern stellten auch vorsichtige Prognosen für die umstrittene Zukunft auf.
Direktor Jahn betonte die besonderen Leistungen der Einrichtung: „Die VHS ist ein Synonym für lebenslanges Lernen und hat stets schnell auf Veränderungen reagiert.” Allerdings sei sie auf finanzielle Mittel aus der Kasse der Kommune angewiesen. Darum appellierte er an die Politik: „Investitionen in Bildung sind ein Muss.”
Sauerland hielt eine Laudatio auf das Engagement und die Leistungen der Mitarbeiter und erinnerte daran, dass es kaum eine Bürgerin oder einen Bürger gäbe, die oder der nicht schon mal mit der VHS irgendwie in Kontakt gekommen ist. „In der VHS habe ich mit einem Kurs damals die Grundlagen meiner Spanischkenntnisse gelegt”, so der OB, „zwar mit geringem Erfolg, aber dort habe ich auch meine Ehefrau kennengelernt. Das habe ich also sozusagen der VHS zu verdanken.”
Und auch er betonte den Bildungsauftrag der Einrichtung. „Bildung ist die Grundlage der Demokratie.” Investitionen in Bildung bedeuten demnach auch Investition in Demokratie. Trotzdem müsse sich auch die Volkshochschule auf drastische Sparmaßnahmen und Kürzungen der Zuschüsse einstellen. Bei all der Schwarzmalerei gäbe es jedoch auch Lichter am Horizont, denn der Bau des ‚Stadtfensters' solle auch den neuen Standort der VHS beherbergen und somit ein positives Zeichen für die Zukunft der Bildung setzten.
Dass die VHS in Duisburg auch über die Stadtgrenzen bekannt ist, betonte Ernst-Dieter Rossmann (SPD). Sie leiste mit ihrem Angebot für Migranten einen entscheidenden Beitrag zur Integration und sei für viele das Tor nach Deutschland.
Zum Schluss gab es eine kleine Bescherung. Den Gewinnern des VHS-Quiz wurden die Preise überreicht. Vera Heuser (24) aus Rumeln bewies das größte Wissen um Zahlen und Fakten zu Duisburg und kann sich auf eine Heißluftballonfahrt freuen.

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