Lkw-Fahrer hinterlassen Fäkalien und Urin auf der Straße

Anlieger wie Torsten Wehner und Michael Meirowski  (v.li.), die bei einer Spedition in Duisburg-Neuenkamp arbeiten, stört der dauernde Dreck. In der Flasche ist offensichtlich kein Frostschutzmitte.
Anlieger wie Torsten Wehner und Michael Meirowski (v.li.), die bei einer Spedition in Duisburg-Neuenkamp arbeiten, stört der dauernde Dreck. In der Flasche ist offensichtlich kein Frostschutzmitte.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hafenarbeiter in Duisburg-Neuenkamp ärgern sich über die Hinterlassenschaften von Lkw-Fahrern, die über Nacht an der Moerser Straße bleiben.

Duisburg.. Für Michael Meirowski (46) und Torsten Wehner (47) stinkt die Sache zum Himmel. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Seit rund fünf Jahren, erzählen die beiden Hafenmitarbeiter in Neuenkamp, werde ihr Weg zur Arbeit über die Moerser Straße zunehmend zu einem ausgedehnten Ekeltest, einem Hürdenlauf über Fäkalien.

Zahlreiche Lkw-Fahrer sollen entlang der Straße täglich ab den Abendstunden nicht nur parken, sondern dort übernachten, regelgerecht campieren – auch an den Wochenenden. Mit unangenehmen Folgen, wie Michael Meirowski detailliert zu berichten weiß. „Nachts wird die Straße als Parkplatz und Toilette genutzt“, sagt er. „Jeden Morgen umläuft man Rinnsale und ,Tretminen’. Vom ,Bordmüll’ gar nicht zu reden. Hier wird ungehemmt jeglicher Müll an die Böschung geschmissen.“

„Ich kann da nicht hinsehen. Da wird mir sofort schlecht“

Bei einer morgendlichen Stippvisite vor Ort mit dieser Zeitung zeigen Meirowski und Wehner am Straßenrand unter anderem auf einen Fünf-Liter-Kanister, in dem mal Scheibenflüssigkeit war. Jetzt offenbar nicht mehr. Die Farbe der Flüssigkeit, die durchschimmert, deutet jedenfalls auf Urin hin. „Ich kann da nicht hinsehen. Da wird mir sofort schlecht“, so der 46-Jährige. „Wenigstens ist mittlerweile ein Lkw-Aufleger weg, der hier lange stand und als Toilette und Müllabladestelle genutzt wurde.“

Auch Mitarbeiter von einer anderen Firma im Hafen, bestätigen an diesem Morgen Meirowskis Aussagen. Der abendliche Anblick, sagt jemand, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, wenn gerade das „Geschäft“ direkt über einem Gullydeckel verrichtet werde, sei nicht gerade angenehm. Nach den Kennzeichen zu urteilen, stammten die Lkw-Fahrer aus dem Ausland, aber auch aus Deutschland. Meirowski kann nur den Kopf schütteln: „Dabei ist ein Autohof nur etwa fünf Autominuten entfernt. Aber da wollen einige wohl Kosten sparen.“

Kontrollen und absolutes Halteverbot könnten helfen

Er habe bereits das Ordnungsamt kontaktiert, doch die Stadt ist für die Straße gar nicht zuständig. Die ist Eigentum der Hafen AG, wie Pressesprecher Julian Böcker auf Anfrage bestätigt. „Wir kennen solche Probleme bisher aus Hohenbudberg, von einem Bereich in der Nähe von Logport 3, von der Moerser Straße in Neuenkamp bisher nicht“, so Böcker. „Diese Straße ist öffentlich gewidmet. Man darf dort also parken. Allerdings werden wir die Vorfälle vor Ort überprüfen, etwa auch mit den Spediteuren reden, um eine Lösung zu finden.“

Für Meirowski können nur regelmäßige Kontrollen und vor allem ein absolutes Halteverbot etwa von 20 bis 6 Uhr helfen. Auch das, verspricht Böcker, werde geprüft.