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Liebesentzug für Loveparade in Duisburg

02.12.2009 | 07:00 Uhr
Liebesentzug für Loveparade in Duisburg

Duisburg. Der Loveparade, die im Sommer 2010 mit einem Millionen-Publikum schrill, laut und freizügig diesmal über das alte Güterbahnhof-Gelände in Duisburg „raven” will, schlägt aus der Stadtverwaltung nicht die reine Liebe entgegen. Kulturdezernent Karl Janssen sieht "keinen Bezug zur Kultur".

Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen hat sich gegenüber der NRZ kritisch zur Loveparade geäußert: „Saufen, Sex, Drogen: Das ist nun wirklich keine jugendtaugliche Veranstaltung”, sagte Janssen. Er hätte, so räumte er aber ein, sich viel früher mit dieser Kritik zu Worte melden müssen; es sei seine persönliche Meinung und nicht die des Verwaltungsvorstandes; er könne aber in dieser Veranstaltung keinerlei Sinn für die Stadt oder Mehrwert für die lokale Wirtschaft erkennen.

"Darf der Stadt kein Geld kosten"

„Ich sehe zudem keinen Bezug zur Kultur”, so der Kulturdezernent. Eine solche Veranstaltung dürfe die Stadt deshalb auch kein Geld kosten. „Denn mir fielen tausend andere Projekte aus dem Bereich der Kultur ein”, so Janssen, „die städtische Zuschüsse wirklich gut gebrauchen könnten.”

Auf diesen Wunsch nach Kostenneutralität kann der Beigeordneten-Kollege Wolfgang Rabe, Ordnungsdezernent der Stadt und offiziell der Loveparade-Beauftragte aber ganz und gar nicht verbindlich eingehen: „Keine Kosten für die Stadt durch die Loveparade? Das kann ich nicht garantieren.” Derzeit befände man sich in Verhandlungen mit dem Veranstalter, der Berliner „Lopavent”. Man bespreche derzeit die Sicherheits-Infrastruktur: So zum Beispiel den sicheren Hin- und Rückweg der Menschenmassen vom Hauptbahnhof zum Güterbahnhofs-Gelände.

Gelände muss partytauglich werden

Absperrgitter, wieviele, wo, welche! Autozufahrten, Parkräume, Anzahl der VRR-Sonderzüge, die Frage wer das bezahle, und schließlich muss das Grundstück der Bahntochter Aurelis, das 255 000 Quadratmeter große, kraterähnlich und überwucherte Güterbahnhofsgelände noch „partyfein” gemacht werden.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt, so erklärte gestern Loveparade-Sprecher Björn Köllen, laufe aber sehr gut. Eine Loveparade sei in der Tat ein „sehr komplexes Projekt”. Deshalb trete die Loveparade auch nicht mit einem festen Anforderungskatalog an die Stadt heran, sondern, so Köllen, „wir passen uns den Duisburger Gegebenheiten an.” Dazu gehöre, dass man demnächst sehr genau das alte Bahngelände inspizieren werde, um den Streckenverlauf für Mensch und Material im Detail zu klären. Drei Millionen Euro kostet die Parade den Veranstalter. Müllbeseitigung, 1000 Mann an Sicherheitsdiensten inklusive. Im März werde man den genauen Loveparade-Termin (geplant 24. Juli), das Motto („On the highway to love”, Motto 2008) und weitere Details bekanntgeben. In Dortmund ravten 1,6 Million Besucher. Mit einer Millionen könne man in Duisburg rechnen. Doppelt so viele Gäste wie Einwohner der Stadt.

Stefan Endell

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