Licht aus gegen Pegida

Kaum hat Pegida NRW angekündigt, am kommenden Montag erstmalig, aber dann bis zum 1. Juni jeden Montag am Kuhtor in der Innenstadt demonstrieren zu wollen, haben sich auch die Gegner formiert. Drei Gegendemonstrationen sind zur Zeit bei der Polizei angemeldet. Und auch die Stadt setzt Zeichen. Das grüne Licht des Stadtwerketurms wird ausgeschaltet und auch am Stadttheater wird am Montag Abend der Lichtschalter ausgestellt.

Bereits gestern sprach die Polizei mit dem Anmelder der Pegida-Demo, Sebastian Nobile, über den Ablauf und lehnte das Kuhtor als Wunsch-Startpunkt der Pegida-Demo ab. Weitere Einzelheiten will die Polizei erst heute bekannt geben, wenn sie mit den Organisatoren der drei Gegenkundgebungen gesprochen hat. Das sind „Wir sind Duisburg, Duisburger Netzwerk gegen Rechts und Initiative gegen Duisburger Zustände.

Als größte Gruppe laden OB Link, das Bündnis für Zivilcourage und der DGB ein, ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. DGB-Chefin Angelika Wagner gab gegenüber der NRZ schon einmal erste Einzelheiten bekannt. Alles allerdings unter der Voraussetzung, dass die Polizei bei dem heutigen Gespräch keine Einwände erhebt.

Die Philharmoniker sind dabei

So wollen sich die Gegendemonstranten am kommenden Montag um 18.30 Uhr auf dem Opernplatz vor dem Stadttheater versammeln und zeigen: „Wir sind Duisburg“. Kulturdezernent Thomas Krützberg kündigte an, dass sich auch die Philharmoniker, die immerhin 15 Nationen friedlich in ihrem Orchester vereinen, beteiligen werden

Der OB hatte sich bereits gestern in einer ersten Stellungnahme klar gegen die Pegida-Demonstration ausgesprochen: „In Duisburg ist kein Platz für Hetze und Populismus gegen Religionsgemeinschaften: nicht gegen Juden, nicht gegen Christen, nicht gegen den Islam. Eins ist sicher: in Duisburg kann und wird eine solche Kundgebung nicht unerwidert bleiben. Duisburg ist unsere Stadt – die lassen wir nicht diskreditieren, ohne selbst auf die Barrikaden zu steigen. Wir sind Duisburg – nicht Pegida!“

Auch Duisburgs oberster Sozialdemokrat und Innenminister Ralf Jäger appelliert an die Bevölkerung, sich nicht für eine „verwerfliche Stimmungsmache“ instrumentalisieren zu lassen. „Pegida und ihre NRW-Ableger wollen mit islamfeindlicher Agitation und ausländerfeindlicher Hetze Vorurteile und Intoleranz anheizen“, erklärte der Minister: „Duisburg ist als weltoffene und tolerante Stadt bekannt. Das muss auch so bleiben“. Darum rufen auch die Duisburger Sozialdemokraten zur Teilnahme auf an der Gegenkundgebung. Mit diesem Aufruf stehen sie nicht allein. Die CDU-Ratsfraktion begrüßt alle Initiativen, die sich am Montag für Toleranz und gegen Extremismus engagieren wollen. „Mit den Demonstration gegen Pegida machen die Duisburger deutlich, dass in unserer Stadt kein Platz für Hetze, Fremdenfeindlichkeit und Extremismus ist. Pegida und Duisburg passen nicht zusammen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Enzweiler. Auch weitere Parteien wie Linke, Grüne und das Wählerbündnis SGU rufen die Duisburger auf, friedlich gegen Pegida zu demonstrieren.