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Stahl-Betriebsratwahlen

Last mit Listen

08.02.2010 | 18:54 Uhr

„Erbärmlich, aber wahr”, zürnt Ulrich Kimpel. Was den Betriebsratsvorsitzenden der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann (HKM) so auf die Palme bringt, ist die am vergangenen Freitag überraschend eingereichte Konkurrenzliste für die anstehende Betriebsratswahl.

Seit neun Monaten habe man mit der IG Metall daran gearbeitet, die neuen Betriebsräte durch Persönlichkeitswahl bestimmen zu lassen. Das heißt: Über die Wahl entscheidet die Zahl der auf den einzelnen Kandidaten entfallenen Stimmen.

Anders bei der Listenwahl, wo in der Wahlkabine nur die Gruppierung angekreuzt wird, aber nicht der einzelne Kollege. Gewählt ist, wer vor der Wahl von seinen „Parteifreunden” an die Spitze seiner Liste gesetzt wurde – vorausgesetzt, die Liste kommt auf die entsprechende Stimmenzahl.

„Die Persönlichkeitswahl war der große Wunsch der 3200 Leute, die hier arbeiten”, ist sich Kimpel sicher. Alle Kräfte im derzeitigen Betriebsrat hätten sich zudem per Unterschrift auf dieses von der IG Metall seit vielen Jahren angestrebte Verfahren geeinigt.

Der nun plötzlich aufgetauchte Mitbewerber habe noch nie für den Betriebsrat kandidiert und habe sich auch in Betriebsversammlungen noch nicht als Interessenvertreter der Arbeitnehmer profiliert, beschreibt Norbert Keller, stellvertretender Betriebsrats-Chef, die unerwartete Konkurrenz.

Die Folge der neuen Kandidatur regelt das Gesetz: Wird eine einzige Liste eingereicht, kommt's zur Listenwahl. Bei HKM nunmehr mit vier Gruppierungen. 23 Betriebsräte sind am 8. und 11. März zu wählen.

Auch bei Thyssen-Krupp Steel im Norden der Stadt hätte die IG Metall, die wie bei HKM im amtierenden Betriebsrat eine dominierende Mehrheit stellt, die Persönlichkeitswahl bevorzugt. Doch auch hier wurden von konkurrierenden Gruppen Listen eingereicht. Bei der Wahl vom 4. bis 13. März geht es um die Neubesetzung von 39 Betriebsratssitzen. Wahlberechtigt sind an den Standorten Hamborn und Beeckerwerth rund 13 000 Beschäftigte.

Über die Zusammensetzung ihrer – jetzt erforderlichen – Sicherheitsliste hatte die IG Metall bei Thyssen-Krupp die Belegschaft entscheiden lassen – unabhängig von der Gewerkschaftsmitgliedschaft.

Willi Mohrs

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82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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