Landgericht verurteilt Räuber zu vier Jahren

Mit einer Verurteilung zu vier Jahren Gefängnis wegen besonders schweren Raubes endete gestern vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz der Prozess gegen einen 23-jährigen Homberger. Am 2. Juli 2014 hatte er in einer Parkanlage an der Moerser Straße einen 32-jährigen mit einem Messer bedroht und ihm sein Bargeld abgenommen.

Bereits am ersten von vier Verhandlungstagen hatte der Angeklagte in diesem Fall ein Geständnis abgelegt und das Motiv für die Tat offenbart: Der Geschädigte habe Drogenschulden bei ihm gehabt.

Zwei weitere Anklagepunkte, in denen es um Handys ging, hatte das Gericht eingestell: Im ersten Fall hatte der Angeklagte einen Raub bestritten, lediglich eingeräumt, er habe Streit mit dem ihm bekannten Zeugen gehabt. Im zweiten Fall war es offenbar um einen missglückten Rücktausch von Handys gegangen, bei dem auch die Zeugen alles andere als ein klassisches Raubselikt geschildert hatten.

Ein 21-Jähriger Mitangeklagter, ebenfalls aus Homberg, kam für sein Verhalten bei dem Überfall auf den 32-Jährigen mit einer Verurteilung wegen Körperverletzung davon und muss eine Geldstrafe von 2500 Euro (100 Tagessätze zu je 25 Euro) zahlen. Er hatte eingeräumt, den Geschädigten geschlagen zu haben, von einem Raub aber nichts wissen wollen.

Die Kammer sah die Beteiligung des 21-Jährigen an dem Raub am Ende des viertägigen Verfahrens als nicht erwiesen an. Das lag nicht zuletzt an der fragwürdigen Qualität des Hauptbelastungszeugen: Er hatte seine Anzeige gestellt, nachdem er unter Drogen und Alkohol stehend von der Polizei als hilflose Person aus dem Rinnstein gezogen worden war. Seine ersten Angaben hatte er im Rettungswagen auf dem Weg zum Krankenhaus gemacht. Vor Gericht hatte sich der 32-Jährige dagegen nicht recht an die Sache erinnern können oder wollen und sich sogar zu folgender Aussage verstiegen: „Das war doch mehr oder weniger alles nur Spaß“.

In das Urteil gegen den 23-Jährigen floss eine zweijährige Strafe des Amtsgerichts wegen Drogenvergehen ein. Nachdem er bereits acht Monate Untersuchungshaft hinter sich hat wird der 23-Jährige aber vermutlich nicht mehr allzulange 24 Stunden täglich im Gefängnis sitzen müssen, bevor er in den offenen Vollzug wechseln darf. Seine Freundin wartet mit seinem süßen kleinen Sohn sicher sehnsüchtig darauf.