Landgericht verurteilt erfolglosen Drogenpanscher zu sechs Jahren Haft

Mit einem deutlichen Urteil endete vor dem Landgericht der Prozess gegen einen 25-jährigen Mann aus Beeck. Der Chemikant hatte 2013 und 2014 mit Drogen in großem Umfang gehandelt und erfolglos selbst versucht, Amphetamin herzustellen. Dafür gab es sechs Jahre und vier Jahre Monate Haft.

In der Küche seiner Mutter hatte er aus den von ihm in großen Mengen bestellten Grundstoffen selbst Amphetamin produzieren wollen. Allerdings kam dabei nur eine unbrauchbare braunschwarze Masse heraus. Das lag weniger an den mangelnden Fachkenntnissen des Chemietechnikers, der seit fünf Semestern auch noch Chemie studierte, sondern an der fehlenden Laborausstattung. Die gehorteten Grundstoffe hatte der Mann an Personen aus den Niederlanden abgeben wollen, die labortechnisch besser ausgerüstet waren. Im Gegenzug sollten die kriminellen Experten aus dem Nachbarland hoch konzentriertes Amphetaminöl herstellen und ihm hinterher 12 Liter davon abgeben. Das Tauschgeschäft kam allerdings nicht mehr zustande, weil der 25-Jährige inzwischen festgenommen wurde. Zuvor hatte er auch fleißig mit handelsüblichem Rauschgift gedealt. Immer wieder hatte er Cannabis-Produkte in Mengen von einem oder zwei Kilos angekauft und damit Stammkunden in Duisburg, Oberhausen, Dinslaken, Münster und Dresden versorgt.

Vor einer deutlich längeren Strafe hatte den bereits mehrfach einschlägig vorbestraften Angeklagten am Ende nur dessen weitgehendes Geständnis bewahrt. Die Kammer hatte ihm zuvor für diesen Fall eine Strafe von höchstens sieben Jahren in Aussicht gestellt.

Einen Großteil der Haftzeit wird der Mann allerdings in einer Entziehungsanstalt verbringen können. Bereits in wenigen Monaten kann er eine Therapie in einer geschlossenen Einrichtung antreten. Absolviert er sie erfolgreich, hat er gute Chancen, nach der Hälfte der sechs Jahre und vier Monate auf freien Fuß zu kommen.