Landesbedienstete demonstrieren in Duisburg

Rund 1500 Bedienstete des Landes demonstrierten am Mittwoch beim Warnstreik vor dem Landesbehördenhaus an der Mülheimer Straße, die für die Kundgebung einseitig gesperrt war.
Rund 1500 Bedienstete des Landes demonstrierten am Mittwoch beim Warnstreik vor dem Landesbehördenhaus an der Mülheimer Straße, die für die Kundgebung einseitig gesperrt war.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Rund 1500 Bedienstete aus Universitäten, Kliniken und anderen Landesbehörden trafen sich zur Kundgebung im Duisburg. Am Freitag werden erneut die städtischen Kindergärten bestreikt.

Duisburg.. „Wir wollen trotz der Trauer über die Opfer des Flugzeugabsturzes ein deutliches Zeichen setzen“, rief Frank Bethke, stellvertretender Landesleiter der Gewerkschaft Verdi, den rund 1500 Landes-Mitarbeitern zu, die sich am Mittwochmorgen zum Warnstreik vor dem Landesbehördenhaus an der Mülheimer Straße versammelt hatten.

In einer Schweigeminute gedachten sie der Toten des Germanwings-Fluges, danach machten die Redner und die Streikenden Druck: Die Angestellten des Landes in Kliniken, Universitäten, Finanzämtern, Landesbaubetrieben und anderen Behörden kämpfen für 5,5 Prozent mehr Lohn, die Auszubildenden für ihre Übernahme in unbefristete Arbeitsverhältnisse und die angestellten Lehrer (sie demonstrierten in Düsseldorf) für einen Tarifvertrag und den Abbau der Einkommensdifferenz zu den Beamten.

Mehr Lohn und Azubi-Übernahme

Vor der vierten Verhandlungsrunde, die am Freitag in Potsdam beginnt, wachsen bei den Beschäftigten Wut und Unverständnis über die Arbeitgeber, die bisher kein Angebot vorgelegt haben, aber Zugeständnisse fordern. „Warum zahlen wir Menschen, denen wir unsere Kinder anvertrauen, weniger Geld, als jenen, denen wir unser Geld anvertrauen?“, fragte Gabi Schulte, Personalratsvorsitzende der Uni Duisburg-Essen: „Angesichts steigender Steuereinnahmen bei Bund und Land muss die Nachtschwester nicht verstehen, warum sie auf Geld verzichten soll.“

Die Politik dürfe nicht in Sonntagsreden die Jugend vereinnahmen, sondern müsse den Auszubildenden auch Antworten bieten, forderte Frank Bethke: „Wer mit einer Blockadehaltung auf die Arbeitnehmer zugeht, wird unsere Reaktion erfahren.“ Eine Solidaritätsadresse der Beamten überbrachte Ortwin Bickhove-Swiderowski, Fachgruppenleiter Feuerwehr bei Verdi NRW, der Versammlung. Zwei Milliarden pro Jahr habe das Land seit 2006 bei seinen Beschäftigten gespart, erinnerte er. „Jetzt muss das Land seine Einnahmesituation verbessern.“

Bei den Arbeitgebern wachse die Furcht vor einem unbefristeten Streik, berichtete Martin Korbel-Landwehr, Personalrat der Düsseldorfer Uniklinik und Mitglied der Verhandlungskommission. Er forderte die Beschäftigten auf, „Zeichen zu setzen, dass wir zusammenstehen, um unsere Forderungen durchzusetzen“. Die Gewerkschaft werde bei einem Scheitern der Verhandlungen einen Streik nicht scheuen, machte auch Thomas Keuer deutlich: „Wir sind es satt, vertröstet zu werden. Wir können mehr und wir können besser“, so der Verdi-Geschäftsführer in Duisburg.