Kunststiftung schenkt Lehmbruck-Museum eine Installation

Das Kunstwerk zeigt ein Wohnzimmer aus Moniereisen.
Das Kunstwerk zeigt ein Wohnzimmer aus Moniereisen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In der Installation „Being Rational“ von Neïl Beloufa verschmelzen Skulptur und Medienkunst. Er spielt mit Fiktion und Dokumentation.

Duisburg.. Der französische Künstler Neïl Beloufa hat im Dreiecksraum des Lehmbruck-Museums ein Wohnzimmer aufgebaut – erschaffen aus Moniereisenstäben, die er beispielsweise zu einer Couch, einem Wäscheständer, einer Katze oder einem Fenster mit wehenden Vorhängen geformt hat. „Being Rational“ heißt die Installation, die auch den Film „Data for desire“ einschließt. Die Kabel, die den Fernseher und angeschlossenen Kopfhörer mit Strom versorgen, hat er auffällig drapiert – so, als würden sie das Kunstwerk ergänzen. Die Installation verbleibt im Lehmbruck-Museum. Sie ist ein Geschenk der Kunststiftung NRW, die zu ihrem 25. Geburtstag im vergangenen Jahr 25 Museen in NRW mit neuen Kunstwerken bedenkt. Eine Jury, beauftragt von der Kunststiftung NRW, hatte zunächst das Duisburger Museum ausgewählt und anschließend befunden, dass ein Beitrag von Beloufa gut zur Sammlung passen könnte.

Der Pariser Künstler mit algerischen Wurzeln ist gerade weltweit gefragt. Er stellt nicht nur in Museen aus, sondern präsentiert seine Videos beispielsweise bei Festivals und war auch schon Gast der Kurzfilmtage Oberhausen. „Ich betrachte meine Arbeit nicht als Skulptur. Es ist komisch zwischen all den ernstzunehmenden Skulpturen auszustellen“, sagt er bei der Vorbesichtigung. Man könne „Being Rational“ als Zuschauer nur begreifen, wenn man es einmal umrundet und die verschiedenen Details erkennt und entdeckt. So wie die Katze, die hinter der Couch hockt. Oder die Zigarettenstummel, die in Acryl-Platten gegossen sind und auf dem Boden liegen. Beloufa ist Kettenraucher – und die scheinbar achtlos weggeworfenen Kippen nehmen das Thema des Films auf.

Französische Studenten und amerikanische Jugendliche

„Data for Desire“, der Streifen, stammt aus dem Jahr 2014. Er zeigt junge französische Studenten auf der einen Seite und amerikanische Jugendliche auf der anderen Seite. Die amerikanischen Teenager feiern eine Party, trinken, haben Spaß. Die Franzosen versuchen nun mit Hilfe mathematischer Formeln die Handlungen der Amerikaner vorherzusagen. Die Party ist inszeniert. Beloufa spielt an dieser Stelle, wie so oft in seinen Werken, mit Fiktion und Dokumentation und bricht sie künstlerisch.

Die Ausstellung wird am heutigen Samstag, 21. Februar, um
16 Uhr im Lehmbruck-Museum eröffnet.

„Hervorragende Ergänzung“

Wir freuen uns über die Arbeit von Neïl Beloufa, sie ergänzt unsere Sammlung hervorragend“, erklärt Dr. Söke Dinkla. Bereits in den 1980er Jahren hat das Duisburger Haus moderne Medienkunst, etwa von Nam June Paik, Lynn Hershman oder Aernout Mik angeschafft. „Wir zeigen ja nicht nur Lehmbruck, sondern auch zeitgenössische Kunst. Eine Sammlung muss lebendig bleiben“, betont Dinkla.

Zum 25. Geburtstag hat sich die Kunststiftung NRW keine Geschenke gewünscht, sondern verteilt. „Kultur ist kein Luxus, sondern absolut notwendig“, sagt Dr. Barbara Könches von der Kunststiftung. Das Lehmbruck-Museum bezeichnet sie als „wichtigen Bildspeicher“ für die Duisburger. Über Bilder und Kunst könne man sich auseinandersetzen.

Insgesamt gab es 38 NRW-Museen, die eine Jury für ein Kunst-Geschenk begutachtet hat. Das Lehmbruck-Museum und 24 andere Häuser sind ausgewählt worden. Auch Kulturdezernent Thomas Krützberg dankte der Stiftung für ihr Engagement. Schließlich sei der Duisburger Etat für Neuankäufe nicht gerade üppig.