Kunden lassen Frust über hohe Sprit-Preise an Tankstellen-Pächtern aus
19.04.2011 | 18:02 Uhr 2011-04-19T18:02:00+0200
Duisburg. Viele Autofahrer reagieren auf die hohen Spritpreise und ändern ihre Tankgewohnheiten. Sie tanken weniger, vergleichen öfter Preise oder steigen sogar auf die Bahn um. Tankstellenpächter klagen, dass Kunden ihnen die Schuld für die hohe Preise geben.
Duisburgs Autofahrer sind frustriert: Die Benzinpreise sind mal wieder im Dauer-Hoch . Ihre Wut lassen sie an Tankstellen-Pächtern und dem Verkaufspersonal aus. Dass diese gar keinen Einfluss auf die ständig steigenden Preise haben, ist vielen nicht bewusst: „Wir müssen uns anhören, was die Kunden uns an den Kopf werfen“, klagt Heiner Pelzer, ein Pächter aus Neudorf. „Die Kundschaft meint, durch höhere Spritpreise verdienen wir mehr. Aber in Wirklichkeit werden diese schon seit Jahren von der Zentrale aus gesteuert.“
Preistafeln ändern sich automatisch
Heutzutage steigt kein Tankwart mehr auf die Leiter, um die Preistafel per Hand zu verändern. Steigt der Preis , dann an jeder Tankstelle eines Konzerns zur gleichen Zeit. Das kommt nicht selten gleich mehrmals am Tag vor. Und die Autofahrer regen sich über die hohen Preise oft auf.
„Ich fahre nur noch mit der Bahn zur Arbeit“, lautet die Konsequenz von Steffen Wittmann, der täglich von Erkrath nach Duisburg pendeln muss. „Mit dem Auto brauche ich zwar nur 20 Minuten, aber es ist mir einfach zu teuer.“ Mit seiner Monatskarte fahre er da preiswerter. Zuhause habe er zwei Autos: „Die benutze ich aber nur noch in der Freizeit“.
Veränderte Tankgewohnheiten und mehr Preisvergleiche
Auch Fahrettin Taspinar ärgern die hohen Preise. „Ich fahre weniger und tanke weniger“, meint er. In der Freizeit und zum Einkaufen benötige er das Auto häufiger mal. „Ich tanke aber nie voll“, lacht er, „sonst fahren es meine Kinder wieder leer“. Wenn er an die Tankstelle fährt, tankt Horst Arnold meistens voll: „Benzin ist zwar eigentlich zu teuer, aber wenn ich schon mal an der Tankstelle bin, fülle ich auch den ganzen Tank auf, sonst muss ich ja so schnell wieder hin.“ Er benutze jedoch auch häufig sein Fahrrad und achte darauf, an günstigen Tagen und an billigen Tankstellen aufzufüllen.
Nur einmal im Monat tankt Daniela Weber voll. „Ich fahre nicht so viel und ausschließlich kurze Strecken“, sagt sie. Wenn sie tankt, dann meist an ihrer Stammtankstelle, damit sie Punkte für Prämien erhält. „Wir haben Kinder und da gibt es meist etwas von Lego, das finden wir gut“, erklärt die Mutter.
Einen Preisvergleich der Tankstellen führt Hakan Akcit durch. „Man achtet schon darauf, wie die Preise sind“, meint er und fügt hinzu: „In der Ferienzeit ist Benzin teurer, da tanke ich lieber eine Woche vorher. Außerdem tanke ich nie mehr als für 20 oder 30 Euro.“

09:59
Das Bundeskartellamt ist ein Haufen Witzbolde... ich bin überzeugt, die halten auch nur das Händchen auf - und die Füsse still.
17:39
@Bumsfallera: es gab mal von der Commerzbank das Buch Who is who in der deutschen Wirtschaft; wer dieses Buch gelesen hat, der wundert sich über gar nichts mehr.
13:39
Einen Tankstellenpächter für die Preise verantwortlich zu machen ist Schwachsinn.
Die Ölmultis bestimmen den Preis und der Staat kann, will und wird nichts unternehmen.
Wer sich anschaut, wie Energiepreise (Strom,Gas, Benzin) willkürlich festgelegt werden, kann sich ausmalen, von wem wir in wirklichkeit Regiert werden.
12:59
@Pit01
Was für eine Argumentation. Die Tankstellenpächter verdienen sich heute keine goldene Nase mehr mit Ihrer Tankstelle. Der Staat hat am meisten etwas von den hohen Preisen, danach kommen die Konzerne.
In Deutschland wird es bald richtig knallen. Man verlangt immer mehr Abgaben von den Bürgern und überlegt nicht, wie sie überleben sollen.
12:52
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12:34
Nun ja, die Pächter können sicherlich nicht an der Preisschraube drehen. Doch auch hier gilt, mitgefangen, mitgehangen. Aber sollen wir als Verbraucher denn alles so hin nehmen? Nein. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn die Autofahrer erstens das Auto mal öfter stehen liessen und zweitens die großen Marken meiden würden. Mal sehen wie schnell dann die Preise runter gehen.
12:21
was ich nicht verstehe ist,das es einen Preisunterschied von 3Cent/ltr. Superbenzin bei einem und dem gleichen Konzern (Shell) gibt,wobei die Tanke ca. 500m auseinader liegen.Wer bestimmt denn da die Preise??
12:08
Ich frage mich, warum die Tankstellen täglich mehrfach an der Preisschraube drehen dürfen.
Ich meine mich erinnern zu können, dass in Österreich nur 1x täglich zu einer festgelegten Zeit der Preis verändert werden darf.
Warum nimmt sich unsere Regierung dieser schönen Regelung nicht an ? Dann würde es zumindest aufhören, dass teilweise 3 bis 4 mal täglich der Preis verändert wird.
12:01
Trotz veränderter Tankgewohnheiten und mehr Preisvergleichen gibt es immer noch zu viele Autofahrer, die bei überteuerten Markentankstellen tanken. Bei mir in der Nähe gibt es eine Aral-Tankstelle, ca. 500 m weiter, quasi in Sichtweite, eine bft-Tankstelle. Die bft ist bei allen Spritsorten grundsätzlich mindestens 2 ct. billiger als die Aral. Trotzdem gibt es Autofahrer, die bei Aral tanken. Da frage ich mich: warum? Dort, wo keine Konkurrenz herrscht und die Fahrt zu einer günstigen Tankstelle einen Umweg von mehreren Km bedeuten würde, kann ich das ja verstehen. Aber bei direkter Konkurrenz?
Ich denke, auch dadurch, dass wir Markentankstellen meiden, wo es nur geht, können wir auf die Preisgestaltung Einfluss nehmen.
11:55
An irgendwen muß der Frust ja raus - dummerweise ist das dann der Jobber mit nem Stundenlohn von 5 EUR...
Allerdings frage ich mich immer noch, wieso das Kartellamt keine Preisabsprache zwischen den Ölmultis feststellen kann. Die Preise kommen von der Zentrale und werden automatisch umgestellt, inklusive Vorwarnzeit von 30 bis 120 Minuten. Dann rufen sich die Tankstellen vor Ort mehrmals am Tag an und melden den Konkurrenzpreis wieder an die Zentrale.
Ach ne, dat ist ja nur Preisanpassung an den Markt ;-)