Kulturschiff "Naumon" wechselt von Duisburg nach Köln

Nach fast sechs Jahren Liegezeit verlässt die „Naumon“ im April den Hafen Richtung Köln.
Nach fast sechs Jahren Liegezeit verlässt die „Naumon“ im April den Hafen Richtung Köln.
Foto: Funke Foto Services
Nach fast sechs Jahren verlässt das Schiff den Hafen. Es war zur Eröffnung der „Akzente“ 2010 im Einsatz. Pläne für Mercatorinsel scheinen abgesoffen.

Duisburg.. Fünf Jahre nachdem die „Naumon“ das große Open-Air-Spektakel „Global Rheingold“ zur Eröffnung der „Akzente“ auf die Mercatorinsel im Hafen gebracht hat, wird sie fit gemacht für ihre nächste Kultur-Tour. Im April verlässt das 1965 gebaute norwegische Küstenmotorschiff Duisburg in Richtung Süden. Dort bringt die katalanische Theatergruppe „La Fura dels Baus“ eine Produktion mit der Kölner Oper heraus.

Schon seit Mai 2009 liegt die „Naumon“ in Duisburg. Ihr Eigentümer, der Regisseur Carlus Padrissa, war stets zuversichtlich, sie nach der Akzente-Eröffnung im Kulturhauptstadtjahr 2010 bei einem weiteren Theaterprojekt einsetzen zu können. Bevor sie in Duisburg ankerte, war sie bereits im Mittelmeer und Taiwan im Dienste der Kunst unterwegs gewesen. Wie Hafensprecher Dr. Julian Böcker sagt, zahlte Padrissa die Liegegebühr stets pünktlich. Die ist in Duisburg mit 11,45 Euro für zehn Tage deutlich günstiger als in Köln oder gar Barcelona, wo die Theatergruppe „La Fura dels Baus“ 1979 gegründet wurde, die 1992 mit ihrer Produktion „Mediterrani, mar olimpic“ die Olympischen Spiele eröffnet hat. Während der langen Liegezeit in Duisburg war regelmäßig ein Sicherheitsdienst im Einsatz, und einmal im Monat wurde ihr Motor angeworfen.

Bevor es in Richtung Köln geht, muss das Schiff noch optisch und technisch auf Vordermann gebracht werden, sagt Mario Adams, Leiter der Hafenbehörde.

„Eigentlich ein Fiasko“

Das schwimmende Relikt der Kulturhauptstadt-Akzente verlässt also die Stadt, die großen Hoffnungen aber, die mit der Mercatorinsel verbunden waren, sind vorerst abgesoffen. Festivalbürochef Frank Jebavy erinnert daran, dass geplant war, den unbebaubaren Teil der Insel in einen Park mit einer Veranstaltungsstätte auszubauen. Dafür hatte sich auch der damalige Stadtdirektor Peter Greulich stark gemacht. Es wurde ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben, ein Preisträgerentwurf vorgestellt. Die Firma Haniel spendierte nicht nur die Akzente-Eröffnungsfeier, die mit einem Paukenschlag auf das Projekt aufmerksam machen sollte, sondern auch eine 600.000 Euro teure Treppe, die von der Friedrich-Ebert-Brücke auf die Insel führt. Sie wäre nutzbar und erfüllt auch die Anforderungen, die wegen der Hochwassergefahr erfüllt werden mussten, so Haniel-Sprecher Dietmar Bochert: „Wir haben unsere Schuldigkeit getan.“ Jetzt liege das Weitere bei der Stadt.

Doch die Treppe führt ins Nichts, denn bei der Umsetzung der großen Pläne für die Mercatorinsel hat sich nichts getan. „Es war alles auf einem guten Weg, der nicht zu Ende gegangen worden ist. Das ist eigentlich ein Fiasko“, bedauert Frank Jebavy. Er will das Projekt aber noch nicht ganz abschreiben – feiert doch der Hafen im kommenden Jahr seinen 300. Geburtstag.

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