Das aktuelle Wetter Duisburg 19°C
Schulpolitik

Kulturdezernent Janssen fordert "echte Ganztagsschulen" für Duisburg

16.03.2011 | 17:21 Uhr
Kulturdezernent Janssen fordert "echte Ganztagsschulen" für Duisburg
Kulturdezernent Karl Janssen: Er fordert Ganztagsschulen, an denen Lehrer dauerhaft in ihren Klassen zugegen sind. Dafür müsse sich "dringend" die Lehrerausbildung verändern und die Klassenstärken gesenkt werden. Foto: Andreas Mangen

Duisburg.   Bei einem bildungspolitischen Vortrag der CDU forderte Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen Ganztagsschulen, an denen Lehrer dauerhaft in ihren Klassen zugegen sind. Eine Mischung aus Wissensvermittler und Sozialarbeiter müsse der Lehrer werden.

„Bildung ist Aufgabe kommunaler Daseinsvorsorge und muss zur Teilhabe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben führen“, erklärte Karl Janssen, Dezernent für Schule, Jugend und Kultur bei einem bildungspolitischen Vortrag, zu dem die CDU eingeladen hatte. Janssen fordert ein zentralisiertes System für die ganze Bundesrepublik mit mehr Kompetenzen für die Kommunen: „Die Dualität der Schul- und Bildungsverantwortung (Anm. d. Red.: Land und Kommune) hat sich vollkommen überlebt und verhindert eine aktive kommunale Bildungspolitik.“

Dem Dezernenten schwebt ein Modell vor, bei dem die Lehrer ganztags in ihren Klassenräumen zugegen sind und neben der Wissensvermittlung auch Ansprechpartner und Sozialarbeiter für Schüler sind. Dafür müsse sich „dringend“ die Lehrerausbildung verändern und die Klassenstärken gesenkt werden. Das Lehramtsstudium in Deutschland sei viel zu wissenschaftlich, zu praxisfern, zu beliebig und theoretisch. „Die Einführung der Ganztagsbetreuung an Schulen war in vielen Bundesländern der richtige erste Schritt. Leider reduziert sich in vielen Schulen dieses System auf Schule am Vormittag und Betreuung am Nachmittag“, beklagt der Beigeordnete und fordert die Einführung des „echten Ganztags“.

Eltern in die Integrationsprozesse einbeziehen

Vor allem in Sachen frühkindlicher Sprachförderung fordert Janssen flächendeckende Programme. „72 Prozent der Schüler im Elementarbereich (Anm. d. Red.: Kindergarten und Grundschule) haben einen Migrationshintergrund. Das bedeutet, dass mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren ist. Wir müssen die Eltern in die Integrationsprozesse einbeziehen“, so der Politiker.

Ralf Hörsken, Leiter der Bildungsholding, ging in seinem Vortrag auf die Schullandschaft in Duisburg ein und betonte, dass angesichts des demografischen Wandels und sinkender Schülerzahlen Schulschließungen unumgänglich seien. „Am Bedarf gemessen müsste man in Duisburg eigentlich 35 Grundschulen schließen. Wir konnten diese hohe Zahl aber abwenden und auf 8 bis 10 Schließungen runterhandeln“, sagt Hörsken. Das größte Problem in der Duisburger Schullandschaft seien die Hauptschulen. „Wir haben 13 Gesamtschulen. So viel wie keine andere Stadt. Eltern wollen für ihre Kinder eine Schulform, die nicht stigmatisiert. Also melden sie ihre Kinder an den Gesamtschulen an, was faktisch zum Aussterben der Hauptschulen führt.“ In spätestens fünf Jahren werde es in der Stadt keine Hauptschulen mehr geben, prognostizierte Hörsken.

Sinan Sat

Facebook
 
Kommentare
17.03.2011
14:54
Kulturdezernent Janssen fordert echte Ganztagsschulen für Duisburg
von b.scheuert | #6

#5
War es etwa schlimmer?

17.03.2011
13:51
Kulturdezernent Janssen fordert echte Ganztagsschulen für Duisburg
von HDKU | #5

Gefühlte 100 Jahre SPD und Partner schon vergessen, da war nätürlich alles besser.

17.03.2011
13:22
Blockierter Kommentar.
von Badland | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.03.2011
11:48
Kulturdezernent Janssen fordert echte Ganztagsschulen für Duisburg
von b.scheuert | #3

Ich habe zwei schulpflichtige Kinder und muß sagen: CDU und Bildung sind wie Feuer und Wasser. Obwohl Rüttgers und Co. nur vier Jahre Zeit zum Rumeiern hatten !!!!

17.03.2011
10:30
Kulturdezernent Janssen fordert echte Ganztagsschulen für Duisburg
von HeinzK1 | #2

Zu: Kulturdezernent Janssen fordert echte Ganztagsschulen für Duisburg

Nicht schlecht, Herr Specht: echte Ganztagsschulen?

Schule ist Ländersache. Sollte der echte Oberbürgermeister und der echte Verwaltungsvorstand wegen lauter Leuchtturmprojekte (Landesarchiv, Küppersmühle, Loveparade, Güterbahnhof usw.) die Kinder und Schulen vergessen haben?

Warum wurde die Frage echte Ganztagsschulen nicht schon mit der letzten Schwarz/gelben-Landesregierung besprochen?

.

17.03.2011
09:57
Kulturdezernent Janssen fordert echte Ganztagsschulen für Duisburg
von PeggyPerfect | #1

Oho, da läutet jemand den Kommunalwahlkampf ein .... Dann viel Spaß beim badengehen, Herr Janssen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4428648/create

Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Schützenfest in Großenbaum
Bildgalerie
Schützenfest
Kanu Worldcup
Bildgalerie
Wassersport
Aus dem Ressort
Drogensüchtiger überfiel Spielhalle mit Spielzeugpistole
Aus dem Gericht
Wenige Monate vor der Tat war der 40-jährige Rheinhauser aus der geschlossenen Therapie entlassen worden. Das Landgericht verurteilte ihn am Mittwoch zu fünf Jahren und wies ihn erneut in die Therapie ein.
Duell der Chancenlosen bei der OB-Wahl in Duisburg
OB-Wahl
Sie sitzen sonst eher selten auf dem Podium der großen Kandidatenrunden: die parteilosen Bewerber für die OB-Wahl am 17. Juni.Beim Bürgertreff in Rheinhausen stellten sich die Einzelkandidaten den Fragen der Bürger.