Kultur als Basis für das Zusammenleben

Das Filmforum zeigt bei den Kulturtagen auch „Hannas Reise“.
Das Filmforum zeigt bei den Kulturtagen auch „Hannas Reise“.
Foto: Filmforum
Was wir bereits wissen
Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage im Rheinland finden 19 Veranstaltungen in Duisburg statt: Konzerte, Lesungen, Vorträge und mehr.

Duisburg.. Lesungen, Konzerte, Filmvorführungen, Ausstellungen, Tanz und Theater – all das dient vom 22. Februar bis zum 22. März nicht nur der Unterhaltung: „Wir brauchen das, um mit anderen ins Gespräch zu kommen“, sagt Herbert Rubinstein. Wir, das sind die jüdischen Gemeinden in der Region, die im Rahmen der Jüdischen Kulturtage im Rheinland mit zahlreichen Institutionen, Vereinen und Künstlern kooperieren, um die Vielfalt der jüdischen Kultur einem breiten Publikum vorzustellen. Von den rund 360 Veranstaltungen zwischen Köln und Dortmund finden 19 in Duisburg statt.

Rubinstein, Projektkoordinator der Reihe, hebt die Bedeutung der Ideen, die während der Kulturtage in die Begegnungsprojekte fließen, besonders hervor. „Sie bilden eine breite Basis für die künftige Zusammenarbeit.“ Dank dieses Austauschs sei das vielfältige Angebot, das alle vier Jahre organisiert wird, mehr als eine Eintagsfliege im Kulturprogramm der Städte.

Gleich am Eröffnungstag der Jüdischen Kulturtage im Rheinland findet auch in Duisburg eine Veranstaltung statt. Im Kultur- und Stadthistorischen Museum geht es am 22. Februar um 15 Uhr um den Einzug von Jiddisch in die Alltagssprache. „Schäkern“, „ausgekocht“, „verkohlt“ und sogar die „trübe Tasse“ stammen aus dem Jiddischen.

"Suche nach Identität"

Am Dienstag, 24. Februar, zeigt das Filmforum im Rahmen der Kulturtage um 18 Uhr „Hannas Reise“. Im Mittelpunkt des deutsch-israelischen Films steht die BWL-Studentin Hanna, die nur widerwillig ein soziales Praktikum in Tel Aviv antritt. Dort geraten ihre Vorstellungen vom Leben und von der Liebe ins Wanken.

Einen Blick auf ostjüdische Arbeiter in der Rüstungsindustrie des Ersten Weltkrieges wirft am 25. Februar um 19.30 Uhr Dr. Ludger Heid im Jüdischen Gemeindezentrum. Im Vortrag mit dem Titel „Suche nach Identität“ berichtet er, wie Tausende Arbeiter aus dem russisch-polnischen Okkupationsgebiet davon träumten, dauerhaft in Deutschland bleiben zu können und dafür sogar ihre Namen ablegten.

Mit überschäumendem Temperament widmen sich am 27. Februar um 20 Uhr vier Musiker in der Volkshochschule der Klezmermusik. Der Abend ist überschrieben mit „Dance of Joy“, auch wenn die Musik nicht selten von Schmerz erzählt – in einer Sprache, die jeder versteht.

Das Programm online: www.juedische-kulturtage-rheinland.de