Künstlerduo will "Schule des Hörens" in Duisburg etablieren

Neue alte Heimat:  Bernd Wortmeyer (Gebag) übergibt den Schlüssel des alten Haus Trinks an Kunsu Shim und Gerhard Stäbler.  Kulturdezernent Thomas Krützberg (v.li.) freut sich über die Rückkehr des Duos.
Neue alte Heimat: Bernd Wortmeyer (Gebag) übergibt den Schlüssel des alten Haus Trinks an Kunsu Shim und Gerhard Stäbler. Kulturdezernent Thomas Krützberg (v.li.) freut sich über die Rückkehr des Duos.
Foto: Funke Foto Services
Der Komponist Gerhard Stäbler und sein Partner Kunsu Shim siedeln sich wieder in Duisburg an. Es fühle sich an "wie nach Hause kommen".

Duisburg.. Gerhard Stäbler und sein Partner Kunsu Shim sind zurück in Duisburg. Die Künstler, die sich von 2000 bis 2010 schon einmal in der Stadt engagierten, wollen am Philosophenweg im alten Haus Trinks, das später von der Galerie DKM genutzt wurde, eine „Schule des Hörens“ etablieren. Kulturdezernent Thomas Krützberg sei es zu verdanken, so Stäbler, dass sie sich wieder in Duisburg ansiedeln. Nach Zwistigkeiten mit dessen Vorgänger Karl Janssen und der Gebag hatte das Duo sich zunächst nach Mülheim und später nach Düsseldorf orientiert. Nun sind die Streitigkeiten vergessen. „Es fühlt sich ein bisschen wie nach Hause kommen an“, erklärt der Komponist.

„Ich war gerade ein paar Tage im Amt, da stellten mir die beiden ein sehr konkretes Konzept für dieses Haus vor“, erinnert sich Krützberg. In vielen Gesprächen mit der Gebag wurde die Idee weiter entwickelt. Nun ziehen Gerhard Stäbler und Kunsu Shim wieder ein. Eine Wohnung in Düsseldorf werden sie allerdings behalten. Der Kontakt nach Duisburg ist ohnehin nie ganz abgerissen. Es gab Kooperationen mit dem Lehmbruck-Museum, wo Stäbler 2014 auch seinen 65. Geburtstag feierte.

Zusammenarbeit mit Küppersmühle oder Museum DKM

Auch eine Zusammenarbeit mit der Küppersmühle oder dem Museum DKM gab es, die nun wieder aufgenommen werden soll. „Natürlich könnten wir auch in anderen Städten komponieren, aber hier gilt es, etwas zu vollenden“, betont Stäbler. Shim ergänzt: „Manchmal kommt man ja an Orte zurück und sieht, dass sich etwas weiter entwickelt hat. Dann ist das schlechte Gewissen nicht ganz so groß.“ Doch ihr „Earport“ fanden sie verlassen vor. Gleichzeitig erfuhren die beiden von den befreundeten Tänzern Avi Kaiser und Sergio Antonino, wie begeistert die Duisburger ihre Open-Air-Tanzabende im Garten der Erinnerung aufgenommen hatten.

In Düsseldorf haben die Musiker manchmal andere Erfahrungen gemacht. Bei einer Inszenierung im Rahmen eines Heine-Abends wollte sich das Publikum nicht recht auf ihre Musik einlassen. Einige standen gar auf und gingen. Andere Veranstaltungsreihen, davon eine im Schloss Benrath, sind indes etabliert und sollen auch fortgesetzt werden. In der Landeshauptstadt gibt es beispielsweise auch Kooperationen mit der Rheinoper. Den einen oder anderen Sänger will Stäbler für seine Projekte nach Duisburg holen. An Geld sei seine Kultur jedenfalls noch nie gescheitert. „Ich arbeite seit 1970 im Ruhrgebiet. Die Städte hatten nie Geld und ich konnte trotzdem immer meine Festivals durchführen.“

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