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Kritik an Vorgehensweise lässt Gebag Negativ-Schlagzeilen fürchten

31.03.2011 | 18:19 Uhr
Kritik an Vorgehensweise lässt Gebag Negativ-Schlagzeilen fürchten
Besorgter Gebag-Vorstand: Von links Marianne Wolf - Kröger, Dietmar Cremer und Jürgen Dressler (Vorstand GeBag) Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg.   Aufgrund der starken Kritik an der Vorgehensweise der Gebag beim Verkauf des Theaters am Marientor und dem Erweiterungsbau der Küppersmühle fürchtet der Vorstand Negativ-Schlagzeilen, die Sponsoren und Geschäftspartner verunsichern könnten.

Die komplette Gebag-Führungs-Troika nebst Arbeitnehmervertreter wies am Donnerstag alle Vorwürfe wegen des geplatzten Theaterverkaufs und gegen Vorstandsfrau Marianne Wolf-Kröger zurück.

Eigens in die Küppersmühle hatte die Gebag geladen, denn auch der Kunst-Kubus auf dem Museumssilo sorgt für Schlagzeilen. Für negative, die in Augen der Gebag-Spitze das Wohnungsunternehmen nachhaltig belasten, wenn nicht gar gefährden. „Auch wir stehen in der existenziellen Bewertung der Banken“, warnte Vorstand und Ex-Baudezernent Jürgen Dressler.

Negativschlagzeile TaM: „Wir hatten nur einen Investor, der vielleicht nicht der war, den wir uns gewünscht hatten. Es war aber nichts anderes auf dem Markt“, verteidigte Wolf-Kröger die letztlich gescheiterten Verkaufsgespräche mit der sächsischen Wosiga. Ohne die vom Rat verfügte Kulturbindung könne es vielleicht einfacher sein, das Theater zu verkaufen, ergänzte der Gebag-Vorstandsvorsitzende Dietmar Cremer.

Man werde nun die Betriebskosten und mögliche Einsparungsmöglichkeiten prüfen: „Wir müssen sehen, ob es Sinn macht, das Haus weiter zu bespielen.“ Denkbar sei, dass die Duisburg Marketing, die das Haus ohnehin am liebsten weiter nutzen möchte, es zunächst sogar bis zur Spielzeit 2011/12 wieder in ihr Vermarktungs- und Veranstaltungsprogramm aufnimmt. Geschehen muss etwas, weil die 1,1 Mio aus dem Etat der Stadt für dieses Jahr schon gestrichen sind.

Negativschlagzeile Wolf-Kröger: „Ich war geschockt“, sagte Wolf-Kröger zu der Forderung des Aufsichtsrates der Gebag-Tochter DBV, ihr die Geschäftsführung wegen des TaM zu entziehen. „Man soll mich einfach in Ruhe arbeiten lassen. Ich fühle mich nicht demontiert“, sagte Wolf-Kröger. „Der Beschluss gehört in die Tonne“, sagte Dressler. Und auch die Arbeitnehmervertreter „sehen keine Veranlassung“ personell etwas zu verändern.

Negativschlagzeile Küppersmühle: Vehement wies der Vorstand zurück, dass die Kosten für den Museumserweiterungsbau über die bisherigen 48 Mio Euro hinausgehen. Bestätigt wurde, dass die Kunst-Mäzene Ströher, die 30 Mio Euro für die Präsentation ihrer Sammlung in dem Kubus beisteuern, aussteigen können, wenn die 50 Mio-Euro-Marke überschritten wird. „Auch Evonik steht weiter zum Projekt und sieht darin ein Kultur-Highlight. Alles ist durchfinanziert“, versicherte Wolf-Kröger und bestätigte, dass Evonik, dessen Namenszug den Kunst-Kubus zieren wird, das Sponsoring von zehn auf 13 Mio Euro aufgestockt hat.

Die Gebag-Spitze bestätigt allerdings auch, dass der Verkauf von Anteilen an der Dinslakener Wohnungsbau in Höhe von 10 Mio Euro im vergangenen Jahr als geforderte Sicherheitsleistung für die Küppersmühle herhalten musste, nachdem Meldungen über die Kostenexplosionen und sogar möglich Insolvenzgefahren und Geldengpässe bei der Gebag Sponsoren und beauftragte Baufirmen hatte besorgt werden lassen.

Kritisch-nachdenklich zeigte sich Dressler: Einerseits warnte er vor der parteipolitischen Instrumentalisierung der Gebag und ihrer Rufschädigung, anderseits sprach er von der „Klugheit aus dem Prozess“, nach der aus heutiger Sicht die Entscheidung für den Küppersmühle-Kubus „vielleicht anders bewertet“ werden könnte.

Oliver Schmeer

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Kommentare
01.04.2011
17:39
Kritik an Vorgehensweise lässt Gebag Negativ-Schlagzeilen fürchten
von Melmoth | #5

Man muss schon hier geboren sein, um das zu ertragen

Da ist was Wahres dran. Derzeit passiert doch offensichtlich, was ich schon lange hinter der ganzen Geschichte vermutete: Es ist eigentlich total simpel, wenn auch nicht immer sofort durchschaubar. Merkt denn eigentlich sonst niemand, dass Frau Wolf-Kröger von vorne herein bloß mit diesem Posten verbrannt werden sollte?

Weshalb sollte OB Sauerland die Dame über den Klee loben, wenn sie doch *soooo offensichtlich* an den Projekten TAM und Schuhkarton scheiterte?

Ganz einfach: SIE KONNTE NUR DARAN SCHEITERN!

Egal wie gut oder schlecht sie ihren Job tatsächlich beherrscht! Tatsächlich gibt es doch genug Beispiele dafür, dass diverse Duisburger Führungskräfte grottenschlechte Arbeit abliefern und dies bisher von KEINEM einzigen Aufsichtsrat moniert wurde. Warum jetzt und warum ausgerechnet eine Führungskraft, die augenfällig nicht gerade in die typische *Low-Performer-Kaste* passt?

Ich finde sehr merkwürdig, dass hier dem Einen oder Anderen nicht längst ein Licht aufgegangen ist!

01.04.2011
14:15
Kritik an Vorgehensweise lässt Gebag Negativ-Schlagzeilen fürchten
von differenzierende | #4

#1,2,3,
Kennt Ihr besonders Klugen die Meinung von Mietern, Handwerkern und Belegschaft? Und habr Ihr Ahnung davon, wenn ein öffentlicher Streit über die Firma Banken davon abhält,Instandsetzungen und Modernisierungen zu finanzieren, also die Verbesserung von Wohnungen im Interesse der Mieter vorzunehmen? Ich glaube auch, daß die Gebag beim MKM heute klüger ist. Aber die Beteiligung der Gebag am MKM ist ein wenig mehr als 1/50 dessen, was Private dazusteuern. Aber ohne diese Mitwirkung hätte heute die Gebag ein leerstehendes Museum zu finanzieren. Dieses aber wollten eine alleinregierende Duisburger SPD und eine rot-gruene Landesregierung 1997 und das war für Duisburg wichtig und richtig. Und nun wollten 2005 eine schwarz-gelbe Landesregierung und eine schwarz-grüne Stadtpolitik die Sicherung des einenTeils des Museums durch einen Erweiterungsneubau. Ebenso wichtig und richtig. Vielleicht wtwas richtiger, weil eben zu 49/50 aus privaten Mitteln. Aber da die Vernunft und Einsicht auch durch umfassende Beschreibungen in Duisburg selten erzeugt werden, bleibt es eben bei einem geistigen Vermögen von Bevölkerung, Politik und Verwaltung, welches Duisburg immer noch am Ende der Arbeitslosigkeitszahlen nennt. Wer sollte bei diesem Vermögen die Absicht haben, mit seinen Investitionen für Arbeit in dieser Stadt zu sorgen? Es gibt genug Alternativen in Deutschland, für Banken, Investoren und anderen sozialen Schichten. Man muss schon hier geboren sein, um das zu ertragen so lautet der Duisburg-. Song von Bandbreite. Gute Nacht, Duisburg; deine Bürger sind dein Untergang

01.04.2011
11:31
Kritik an Vorgehensweise lässt Gebag Negativ-Schlagzeilen fürchten
von Bumsfallera | #3

Ich könnte mich totlachen.
Da bauen die Mist ohne Ende und beschweren sich, das es negativ aufgenommen wird.
Führungsriege austauschen und mit neuen Leuten versuchen noch was vom Image zu retten.
Aber solche Günstlinge und Speichellecker kleben an ihren Stühlen.

01.04.2011
09:08
Kritik an Vorgehensweise lässt Gebag Negativ-Schlagzeilen fürchten
von mike47441 | #2

Wenn man Mist baut, bekommt man negative Schlagzeilen.
Das muss man nicht befürchen, das IST halt so.

01.04.2011
07:41
Kritik an Vorgehensweise lässt Gebag Negativ-Schlagzeilen fürchten
von Stefano | #1

GEBAG - war das nicht mal dieses GEMEINNÜTZIGE Unternehmen, deren Kernaufgabe die Verwaltung von tausenden von Mietwohnungen war.

Ist schon spannend, dass immer nur ausschlaggebend ist, welches Image städtische Unternehmen bei Investoren (und potentiellen Sponsoren) haben.

Fragt sich mal jemand im Rathaus und den Führungsetagen der stadteigenen Unternehmen, wie die Bürger Duisburgs - in deren Dienst sie originär stehen - das Jonglieren mit Millionen zugunsten diverser Leuchtturmprojekte bewerten?

Die Mieter der GEBAG werden sicher nicht so positiv dazu stehen - spätestens wenn die nächste Mieterhöhung ansteht.

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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