Das aktuelle Wetter Duisburg 10°C
Kulturszene

Kreative Nachttanz-Demo für soziokulturelles Zentrum in Duisburg

08.09.2013 | 16:34 Uhr
Der Regen schreckte die überwiegend jungen Demonstranten aus der freien Kulturszene nicht abFoto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Seit Jahren sind Gruppen wie „DU it yourself“ oder „Mustermensch“ in Duisburg aktiv, um ein soziokulturelles Zentrum zu etablieren. Freitagabend ziehen deshalb 300 Menschen bei der „Nachttanzdemo“ vom Bahnhof über Hochfeld zum Rathaus. Bei Gesprächen zeigte sich Kulturdezernent Krützberg offen für so ein Zentrum.

Gäbe es ein soziokulturelles Zentrum in Duisburg, hätten sie nicht im Regen tanzen müssen – so könnte die kurze Bilanz der Duisburger „Nachttanzdemo “ lauten. Rund 300 Menschen kamen nun zum dritten Mal zusammen und zogen vom Hauptbahnhof bis nach Hochfeld und weiter zum Rathaus.

Die Demo-Teilnehmer verlegten sich auf kreativen Protest, hatten sich Perücken übergestülpt, waren maskiert und hatten Instrumente mitgebracht. Auf den Plakaten wurde beispielsweise „mehr Bass“ gefordert. Auch wenn es den Anschein hatte, betonte man gleich in der ersten Rede des Abends, dass man die Aktion „nicht zum Spaß“ mache, sondern um der „Forderung an die Verantwortlichen der Stadt Nachdruck“ zu verleihen: „Gebt uns einen Raum für ein Zentrum, ihr habt genug leerstehende Gebäude!“

Ort für unkommerziell kulturelle, soziale und politische Aktivitäten

Darin soll aber auch nicht nur getanzt werden, wenn es draußen regnet. Man suche einen „Ort, an dem Menschen die Möglichkeit haben, gemeinsam selbstverwaltet und unkommerziell kulturelle, soziale und politische Aktivitäten zu entwickeln oder auch einfach nur ihre Freizeit zu verbringen“.

Die Initiative „DU it yourself“
Treffen an jedem ersten Donnerstag im Monat

Kultur ist nicht nur zum Konsumieren da“, lautet das Motto der Macher von „DUityourself“. Wer sich anschließen möchte, hat dazu einmal im Monat die Gelegenheit.

An jedem ersten Donnerstag in Monat treffen sich Kulturinteressierte in der „Heimat Hochfeld“ (Gerokstraße/Ecke Eigenstraße).

Seit Jahren sind Gruppen wie „DUiy“ oder „Mustermensch“ auf der Suche nach einem solchen Ort, suchen auch immer wieder den Kontakt mit der Stadt. „Und nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Wir wollen kein Geld von der Stadt, das sie bekanntlich nicht hat“, wurde auf der Demo betont. „Wir meinen allerdings, dass es dieser Stadt möglich sein muss, einen Raum zur Verfügung zu stellen, der als soziokulturelles Zentrum genutzt werden kann.“

Noch vor Kurzem habe man, erklärte die Gruppe „DU it yourself“, mit dem neuen Kulturdezernenten Thomas Krützberg gesprochen und sei dabei auf offene Ohren gestoßen. „Von seiner Seite gibt es die Zusage, uns bei der Suche nach einem Gebäude aktiv zu unterstützen“, bereits im Oktober möchte man gemeinsam mögliche Objekte besichtigen.

Nachttanz-Demo in Duisburg

Selbstkritische Töne

Doch auch selbstkritische Töne waren am Freitagabend zu hören. In den vergangenen drei Jahren, in denen zum Beispiel mit den „Nachttanzdemos“ für ein soziokulturelles Zentrum demonstriert wurde, sei der Kreis der Aktiven „nicht unbedingt größer geworden“. Die jedoch widerspreche der Idee von „DU it Yourself“. Die Gruppe wolle nicht für andere, sondern mit anderen gemeinsam „etwas bewegen“. Mehr Informationen im Internet gibt es auf www.duityourself.org.

Zlatan Alihodzic



Kommentare
10.09.2013
18:36
Kreative Nachttanz-Demo für soziokulturelles Zentrum in Duisburg
von ex_pirat | #4

Eine Antifa-Hochburg (siehe Link im Artikel und schaue ein wenig umher) unter dem Deckmantel der Jugendarbeit. Die Duisburger brauchen sich nur das JUZI in Göttingen zu betrachten, um zu wissen was auf sie zu kommt: Gewalt gegen Polizisten, schwarzer Block, Gewalt gegen Gewerbetreibende die nicht "konform" laufen, weitere besetzte Häuser, und Demos, Demos, Demos...
Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung berichten: DAS will KEIN Durchschnittsbürger!

09.09.2013
07:16
Kreative Nachttanz-Demo für soziokulturelles Zentrum in Duisburg
von EandOS1 | #3

Und da kommt dann eine Gruppe von jungen Menschen, die in Eigeninitiative ihre Lage ändern wollen, in dem sie ein sowieso leerstehendes und nie wieder genutztes Gebäude der Stadt Duisburg fordern, das sie selber Instandsetzen wollen und die Kosten für den Unterhalt selbst bestreiten wollen und der Allgemeinheit nicht zur Last fallen wollen und dann ist das in iher Sicht auch wieder nicht richtig?

Warum? Weil für alles Geld bezahlt werden soll, Pacht in diesem Falle? Weil keine Rendite abfällt und die ohnehin geringen Mieten in Duisburg noch weiter fallen?
Ähnlich bei der Sinti und Roma Thematik? Warum werden die Zuwanderer geballt in einem Haus oder lokal begrenzt in Problemstadtteilen untergebracht, Stichwort Ghettoisierung, statt sie in leerstehende Häuser im gesamten Stadtgebiet zu verteilen, auch im Speckgürtel wäre Platz?

Aber da wohnen sie wahrscheinlich und als Steuerzahler wollen sie ihre Ruhe haben ;-)

09.09.2013
07:11
Kreative Nachttanz-Demo für soziokulturelles Zentrum in Duisburg
von EandOS1 | #2

@#1

Alles was nicht der Norm entspricht in einen Topf werfen, wahrscheinlich weil man sowieso keine Ahnung hat worum es überhaupt geht, und "braune Sauce" drüber schütten, dann wird da was draus für den doitschen Michel, was? ;-)
Welchen geistigen und kulturellen Verstand sie haben, müssen sie gar nicht erst weiter ausführen, weil es aus den wenigen Zeilen hervorgeht.
Jemand der Ahnung hat ist bekannt, das seit 20-30 Jahren in Duisburg immer weniger Geld für Jugendarbeit und Kulturzentren ausgegeben wird. Jugendhäuser, etc. wurden fast alle dicht gemacht. Gleichzeitig verfällt die Stadt immer mehr und für alles was mit Freizeitgestaltung zu tun hat, muss immer mehr Geld ausgegeben werden, reine Kommerzialisierung, was viele Menschen in Duisburg nicht zur Verfügung steht.

08.09.2013
21:19
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Links „Totlast“-Absage hat ein Nachspiel
Ruhrtriennale
Die Grünen wollen das Thema in den Kulturausschuss bringen. FDP stellt Kleine Anfrage an die Landesregierung, weil SPD-Landtagsabgeordnete mit Drohungen reagiert hatten.
Asyl-Zeltdorf in Duisburg soll acht Wochen stehen
Flüchtlinge
Das Rote Kreuz baut das umstrittene Asyl-Zeltlager in Duisburg-Walsum auf. Acht Flüchtlinge müssen sich eine Unterkunft mit Feldbetten und Klappstühlen teilen. Sie kommen nächste Woche. Duisburgs Sozialdezernent verteidigt die Unterbringung als „letzte Notlösung“. Walsumer wollen vor Ort helfen.
Zuwanderung in Duisburg ist städtebauliche Herausforderung
Soziales
Bundesbauministerin Barbara Hendricks informierte sich in Duisburg über die Erfolge des Förderprogramms Soziale Stadt – und erfuhr, wie diese in den letzten zwei Jahren durch massive Armutszuwanderung konterkariert werden. Das Grundübel ist ein „qualitativ schlechter Leerstand“ von Wohnraum.
Gericht Duisburg verhandelt Messerstecherei unter Brüdern
Messerstecherei
Es ist ein ungewöhnliches Verfahren, das das Landgericht Duisburg derzeit verhandelt. Ein türkisch-stämmiger Dinslakener soll seinen Bruder aus Walsum in der Türkei mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Um Zeugen zu vernehmen, will das Gericht in die Türkei fliegen.
Ex-MSV-Profi Andreas Voss liegt nicht mehr im Koma
Koma
Gute Nachrichten! Andreas Voss ist wieder wach und auf dem Weg der Besserung. Wie berichtet hatte sich der frühere MSV-Profi einem vermeintlich leichten Eingriff unterzogen. Doch Komplikationen führten dazu, dass der 35-Jährige ins Koma fiel und sogar mit dem Tod rang.
Fotos und Videos