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Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen

11.11.2012 | 23:00 Uhr
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Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
Gewalt im Amateurfußball mit Zuschauer-Beteiligung ist nicht neu: Das Bild zeigt eine Schlägerei, zu der es bei der Mülheimer Hallenfußball-Stadtmeisterschaft im Jahr 2008 kam. Am Wochenende musste in Duisburg das Kreisliga-A-Spiel zwischen Viktoria Wehofen und DJK Vierlingen abgebrochen werden.Foto: Andreas Köhring

Duisburg.   Eklat in der Fußball-Kreisliga A: ein Trainer im Krankenhaus, ein Spielabbruch und ein Polizeieinsatz. Nach einer gelbroten Karte im Spiel zwischen Viktorias Wehofen und DJK Vierlinden soll ein 25-Jähriger dem Trainer des Gegners gegen den Kopf getreten haben. Es ist der Höhepunkt einer Welle der Gewalt im Duisburger Amateurfußball.

Eklat in der Fußball-Kreisliga A: ein Trainer im Krankenhaus, ein Spielabbruch und ein Polizeieinsatz. Nach 35 Minuten war ám Sonntag die Partie zwischen Viktoria Wehofen und der DJK Vierlinden beendet.

Nach Polizeiangaben trat ein 25-jähriger Duisburger Spieler von Viktoria Wehofen, laut Spielbericht Hamza Demir, dem Vierlindener Trainer Ahmet Tutal gegen den Kopf. Zuvor hatte der Täter eine gelbrote Karte gesehen und war verbal mit dem Trainer aneinander geraten.

Musste im Krankenhaus behandelt werden: DJK-Vierlinden-Ahmet TutalFoto: Jochen Emde

Ahmet Tutal, 42, wurde in ein Duisburger Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung. Die DJK Vierlinden führte zum Zeitpunkt des Abbruchs mit 2:0. Die Kreisspruchkammer wird nun über die Wertung der Partie entscheiden. Nach Augenzeugenberichten mischten auch Vierlindener im Handgemenge mit.

DJK-Trainer Tutal war Trainer in Wehofen

Pikante Note: Ahmet Tutal war bis zum Sommer 2011 Trainer in Wehofen und musste seinen Posten nach Auseinandersetzungen mit der damaligen Mannschaft abgeben.

Kommentar
Strafe allein reicht nicht

Die Welle der Gewalt auf den Fußball-Plätzen im Amateur- und Jugendbereich nimmt kein Ende. Mit dem Spielabbruch am Sonntag in Wehofen, nachdem ein Spieler den gegnerischen Trainer krankenhausreif getreten hatte, ist ein weiterer trauriger Höhepunkt erreicht. Schon seit Wochen geht es auf den Plätzen drunter und drüber. Geschlagene Spieler, verletzte Zuschauer, attackierte Schiedsrichter – Vereine und Verbände erscheinen machtlos.

Dabei hat der Fußball-Kreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken gerade am vergangenen Freitag durch seinen Vorsitzenden Frank Adams per Pressemitteilung verlauten lassen, dass er „in Fällen von Gewalt auf unseren Sportplätzen durch gezielte Maßnahmen schneller reagieren“ wolle. Mit einem Strafenkatalog allein werden die Verbände der Sache aber kaum Herr werden können.

Die Vereine benötigen dringend Unterstützung, um ihrer sozialen Aufgabe gerecht werden zu können. In vielen Fällen verlieren die Übeltäter, wenn sie durch Strafen oder Sperren aus dem Verkehr gezogen werden, den letzten Halt im sozialen Netz. Ein Ansatz ist die Trainer-Ausbildung, die in der breiten Masse im pädagogischen Bereich offenbar unzureichend ist. Ein weiterer Ansatz ist die Vorbildfunktion der Erwachsenen – sowohl im Profi-Sport, als auch im Amateur- und Freizeit-Sport. Vor diesem Hintergrund sind die Fußballer aus Vierlinden und Wehofen Opfer und Täter zugleich. Dirk Retzlaff

Der Spielabbruch ist nur der Höhepunkt einer neuen Serie von Gewalttaten im spätestens seit 2011 berüchtigten Fußballkreis Duisburg/Mülheim/Dinslaken, in dem im Vorjahr Schiedsrichter nach einer Gewaltserie Schläger-Teams boykottierten . Damals wurden zwölf Spieler für mehr als sechs Monate gesperrt. Auch 2012 aber machten die Amateurfußballer in und um Duisburg Negativschlagzeilen:

■ Mitte Oktober endete das Kreisliga-C-Spiel zwischen Glückauf Möllen II und SV Genc Osman Duisburg II in einer Schlägerei, bei der auch Zuschauer mitmischten

■ In der Bezirksliga verhinderte Anfang Oktober eine Schlägerei vor dem Spiel , dass die Begegnung Dostlukspor Bottrop – TSV 20 Bruckhausen überhaupt angepfiffen werden konnte.

.■ Zwei Wochen zuvor war die Polizei mit fünf Streifenwagen und einem Diensthundeführer zum Pokalspiel zwischen Bissingheim und Dersimspor ausgerückt , auch in Duissern waren Spieler aufeinander losgegangen.

■ Auch beim Fußball-Nachwuchs war es zuvor wiederholt zu Gewaltausbrüchen gekommen: Beim U-19-Spiel zwischen dem TSV Bruckhausen und dem DSV 1900 soll TSV-Kapitän Bajram Agusi einen Zuschauer geschlagen haben, nach der Attacke stürmten 30 Zuschauer auf das Spielfeld. Eine Woche zuvor wurden ein 16-jähriger Kamp-Lintforter und ein 18-jähriger Duisburger bei einer Schlägerei nach einem A-Jugend-Spiel verletzt . Und nun berichtet sogar die Polizei von Zwischenfällen in der zweiten Runde des Kreispokals am Mittwoch.

Dirk Retzlaff

Kommentare
14.11.2012
08:17
Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
von prof_nicknack | #41

Was in der Presse steht ist wirklich haarsträubend, da gebe ich Ihnen recht. Aber Sie als Augenzeuge und Insider lassen aber auch wichtige Details unter dem Tisch fallen.

Einen Tritt vom Spieler gegen den Kopf habe ich auch nicht gesehen. Vierlindener Spieler haben nicht zugeschlagen wie berichtet, sondern versuchten einen Ring um den am Boden liegenden Trainer zu bilden. Dabei wurden sie von Wehofener Spielern angegriffen. Es soll auf dem Video deutlich zu erkennen sein. Aus einer Gruppe von Zuschauern, die quer über den Platz zum Geschehen rannten, hat einer mehrmals in den am Boden liegenden Trainer getreten. Darüber schweigen sich die Augenzeugen aber bisher aus. Gibt es nicht auch eine Vorgeschichte zum Spieler? Was war denn im Spiel gegen GA Möllen 2011 - Bericht auch hier zu finden. Der Spieler sollte niemals mehr für Wehofen spielen, so der damalige Trainer. Verbands- und Spruchkammermitglieder haben alles live gesehen - und werden ihr Urteil bilden.

13.11.2012
23:23
Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
von westcoastwehofen | #40

Richtig....und es war auch niemals der fall das der Spieler geflüchtet ist....alles lügen.und so traurig das man den jungen so versucht nieder zu machen.es war kein einziger satz von der presse der der Wahrheit entsprach.ausser den Satz das es ein Sonntag war-.-

13.11.2012
22:47
Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
von duja84 | #39

ich finde es traurig, das die berichterstattung so einseitig ausgelegt wurde.
ich war selber vor ort und will es natürlich in keiner weise tolerieren was der spieler getan hat, aber es ist ein himmelweiter unterschied ob man jemanden vor dem kopf oder in den allerwertesten tritt.

herr tutal ist kein unschuldslamm, wie es geschildert wird er kennt den spieler und hat dies bewusst provoziert. ich empfehle jedem mal bei google folgenden suchbegriff einzugeben (Tutal ging Firganek an die Gurgel) und den artickel zu lesen.

ich kann den verein vierlinden nicht verstehen, dass er sich hinter diesem trainer stellt und diese art und weise am spielfeldrand toleriert und unterstützt.

der schiedsrichter hat die beleidigung gehört und wird diese im sonderbericht niederlegen. der verband sollte nicht nur demir, sondern genauso hernn tutal vom spielfeld verbannen.

als trainer sollte er eine respekt und vorbildfunktion einnehmen und nicht die mutter eines spielers aufs allerletzte beleidigen.

13.11.2012
22:17
Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
von westcoastwehofen | #38

ich weiss nicht was die presse sich hier heraus nimmt...was der spieler getan hat war alles andere als in ordnung...es gibt zum glück videomaterial und genug zeugen wo man eindeutig erkennen kann, dass der spieler herrn tutal nicht vor dem kopf getreten hat!!!

13.11.2012
18:51
Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
von haesener | #37


Die sich ständig schneller drehende Gewaltspirale bedroht uns alle. Im Sport genauso wie im Alltag.
Ich frage mich bei der Vielzahl gelöschter Kommentare, ob diese Maßnahme der Moderatoren besonders in dieser Thematik richtig ist. Warum wird die Diskussion so abgewürgt?
Für mich war der Fußball immer eine Auszeit vom Alltag. Gut, es wurde immer gefoult, aber was heute geschieht, hätte ich niemals für möglich gehalten.
Wer nimmt sich das Recht heraus, unseren Fußball so zu missbrauchen? Warum dürfen solche Vereine und solche Sportler noch in Stadien spielen, die letztlich der Steuerzahler finanziert.
Sollten wir vielleicht so langsam Gladiatorenarenen errichten?

13.11.2012
06:25
Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
von xxlcamper | #36

Ich weis jetzt nicht ob der Artikel komplett richtig ist oder etwas übertreibt?????

Aber man stelle sich mal vor ein Mensch tritt einen anderen brutal gegen den Kopf. Warum ermittelt dann die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung? Wenn jemand einen anderen brutal gegen den Kopf tritt versucht er diesen ganz einfach zu töten!!!

Wie geschrieben ich weis nicht ob der Artikel nicht übertrieben ist, aber wenn er wahr ist gehört der Spieler in Untersuchungshaft und zwar bis zu einem Urteil.

13.11.2012
06:13
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #35

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.11.2012
00:47
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #34

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.11.2012
23:59
Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
von FilouDuisburg | #33

Das sind diese Figuren, die heute derart auf dem Fußballplatz entgleisen und sich morgen in der U-Bahnebene genau so menschenverachtend und aus purer Lust am Schlagen und Treten verhalten.
Ich schließe mich #31 voll an.

Heinz-W. Geisenberger, Duisburg

12.11.2012
19:38
Kopftritt gegen Fußballtrainer – Kreisligaspiel in Duisburg-Wehofen abgebrochen
von MeidericherJung | #32

Es ist alles eine Sache der Erziehung.
Egal ob es nun Migranten sind oder Deutsche.
Ich selbst war mal Trainer einer " Migrantenmannschaft".
Im Jugendbereich. Da waren die Eltern zu 90 Prozent bei jedem Spiel vertreten.
Es gab null Ausschreitungen. Damit will ich meinen, das nicht alle Fußballer mit Migrationshintergrund von Grund auf aggressiv sind.
Man muss und sollte schon auseinander halten.

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