Konzert zum Kriegsende

Der 70. Jahrestag des Kriegsendes in Duisburg ist gleichzeitig ein Grund zur Freude über die Befreiung wie ein Grund zur Trauer über die Opfer. Mit einem besonderen Konzert erinnerte die Kantorei der Salvatorkirche unter Marcus Strümpe an dieses Ereignis: Auf dem Programm standen das „De Profundis“ von Marcel Dupré und das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart.

Marcel Dupré hat sein Chorwerk eigentlich unter dem Eindruck des 1. Weltkriegs geschrieben. Wuchtig, düster und herb klingt die Eröffnung und steigert sich zu einem expressiven Trauermarsch. Die Kantorei der Salvatorkirche vermittelt das eigentümliche Flair dieser Musik überzeugend. Die Klage- und Bittrufe, die homogen gestaltet werden, steigern sich dabei zu einer eindringlichen Schärfe. Im Zusammenspiel zwischen der Orgel, die sich im Rücken des Publikums befindet, mit dem Chor und dem Orchester ergeben sich spannende Zusammenklänge.

Großer Beifall

In dem Stimmungsgehalt des „De Profundis“, der sich zwischen Verzweiflung und Schmerz, über Trauer bis zur Hoffnung erstreckt, ist Dupré sehr nahe bei Mozarts „Requiem“, das den zweiten Teil des anderthalbstündigen Konzertes ausmacht. Die Kantorei der Salvatorkirche ist auch hier mit großer Konzentration und Energie bei der Sache.

Marcus Strümpe lässt die Sätze meist direkt aufeinander folgen, wodurch sich ein engerer Zusammenhalt der Komposition ergibt. Auch die innere Dramatik der einzelnen Teile wird schön entwickelt. Die kurzen Sätze, die vom Mozart-Schüler Süßmayr nach dem Tod des Meisters ergänzt worden sind, wirken aber etwas kurzatmig.

Aus dem Solisten-Quartett ragen Sopranistin Meike Leluschko und Tenor Bo-Hyeon Mun heraus. Die Sopranistin gefällt mit ihrer hellen und klaren Stimme, der Tenor mit seinen zarten und weichen Tönen. Mezzosopranistin Charlotte Quadt bleibt da wesentlich unscheinbarer und der Bassist Christian Henneberg bräuchte in der Tiefe mehr Fundament. Das Solisten-Quartett ergänzt sich in den Ensemblesätzen aber sehr wohlklingend.

Das Publikum in der sehr gut besuchten Salvatorkirche dankt allen Beteiligten mit großem Beifall, der sich für die Kantorei zu Jubel steigert.