Konzert im Zeichen des Frühlings

Eine dritte Begegnung mit Residenzkünstler Kolja Blacher gibt es beim Philharmonischen Konzert am Mittwoch und Donnerstag, 1. und 2. April, um 20 Uhr im Theater am Marientor. Der gefeierte Geiger spielt hier an der Seite von GMD Giordano Bellincampi.

Seinen Einstand gab der Berliner Hochschulprofessor im Januar mit einem fesselnden Soloprogramm „Von Bach bis Berio“. Ebenso eindrucksvoll war Kolja Blachers Auftritt im 6. Philharmonischen Konzert, wo er nicht nur als Solist zu erleben war, sondern darüber hinaus das Orchester vom Konzertmeisterpult aus leitete. Die Duisburger Philharmoniker wirkten hier, umsichtig geführt, wie ein groß besetztes Kammerensemble zusammen, was dem gemeinschaftlichen Musizieren ein hohes Maß an Spannung und Vitalität verlieh.

Unter Leitung von GMD Giordano Bellincampi schlagen die Philharmoniker kommende Woche eine Klangbrücke von Leipzig nach Kopenhagen. Durch das Wirken Felix Mendelssohn-Bartholdys als Dirigent und Hochschullehrer war Leipzig um 1840 zum Nabel der musikalischen Welt geworden. Hier wurde im März 1841 die erste Sinfonie von Robert Schumann aus der Taufe gehoben. Die „Frühlingssinfonie“ entstand nach Aussage des Komponisten „in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinauf in jedem Jahr von neuem überfällt“.

Über seinen Lehrer, den Mendelssohn-Schüler Niels Wilhelm Gade, war auch der Däne Carl Nielsen der großen Leipziger Musiktradition verbunden. Er selbst absolvierte seine Studien in Kopenhagen. 1903 reiste er mit einem Stipendium des dänischen Staates nach Griechenland. Inspiriert von den Lichtverhältnissen über der Ägäis komponierte er hier seine Konzertouvertüre „Helios“, die den Lauf der Sonne von der Morgenröte bis zur Abenddämmerung musikalisch nachbildet. Nielsens innige Vertrautheit mit der Geige ist seinem 1911 komponierten Violinkonzert deutlich anzumerken. Der Komponist, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, verbindet hier die glanzvolle Tradition romantischer Virtuosität auf eigenwillige Weise mit seiner nordisch-urwüchsigen Musiksprache.