Kontrollpunkte mitbestimmen

Was einst in NRW begann, zieht mittlerweile auf dem ganzen Kontinent seine Kreise: An der achten Auflage des „Blitz-Marathons“ am nächsten Donnerstag, 16. April, beteiligen sich neben Deutschland auch 20 weitere europäische Nationen. „Bei der Verkehrssicherheit zieht Europa an einem Strang. Geschwindigkeit ist überall der Killer Nummer eins“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger. „Deshalb ist es wichtig, dass viele europäische Staaten mitmachen.“ Auch Polizeibeamte in Duisburg werden im Rahmen dieser Aktion wieder alle Raser auf ausgewählten Straßen ins Visier nehmen. Und die Bürger können mitbestimmen, an welchen Messpunkten die Kontrolleure diesmal stehen sollen.

Abstimmung läuft bis morgen

Anhand der Unfallstatistik ermittelte die hiesige Polizei im Vorfeld 22 Punkte, an denen sich im Vorjahr besonders viele Unfälle ereignet hatten, deren Ursache eine nicht angepasste Geschwindigkeit war. Zwölf davon liegen im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Nord, zehn im Bereich der PI Süd. In der Tabelle rechts sind alle 22 aufgelistet. Die Stadtteile Aldenrade und Hochfeld sind als negative Spitzenreiter jeweils dreimal zu finden. Alle interessierten Bürger können nun entweder im Internet ihre Stimme abgeben: www.polizei.nrw.de/duisburg, oder aber eine E-Mail mit ihren Vorschlägen schicken an: voting.duisburg@polizei.nrw.de. Die Wahl läuft noch bis zum morgigen Freitag, 10. April. An den 15 Messpunkten, die die meisten Stimmen erhalten, wird die Polizei dann in der nächsten Woche blitzen.

Verkürzung wegen der Trauerfeier

Die ersten sieben Auflagen des „Blitz-Marathons“ dauerten jeweils 24 Stunden, diesmal sind die Beamten in Duisburg und ganz NRW nur zwischen 6 und 24 Uhr unterwegs. Wegen der zentralen Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen mit 150 Toten am Freitag, 17. April, in Köln wird der Einsatz um sechs Stunden verkürzt.

„Der Blitz-Marathon ist ein Baustein in unserer Gesamtstrategie für mehr Verkehrssicherheit“, sagte der in Duisburg lebende Jäger. „Unser Konzept besteht aus deutlich mehr täglichen Geschwindigkeitskontrollen rund um die Uhr und größerer Transparenz.“ Die Polizei hat in 2014 rund 2,5 Millionen Temposünder ertappt. Jäger: „Wir gehen konsequent gegen zu schnelles Fahren vor. Dabei ist für uns ganz klar: Es geht darum, die Köpfe der Menschen zu erreichen – und nicht die Portemonnaies.“