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Mehr Pflichten für Hausbesitzer durch neues Schornsteinfeger-Gesetz

02.01.2013 | 09:00 Uhr
Mehr Pflichten für Hausbesitzer durch neues Schornsteinfeger-Gesetz
Schildbürgerstreich der Eurokraten? Dass das Monopol der Bezirksschornsteinfeger teilweise gefallen ist, begeistert weder die Innung noch die Hauseigentümer. Zu ändern scheint sich außerdem de facto nur wenig.Foto: Olaf Fuhrmann

Duisburg.  Mit Beginn des neuen Jahres dürfen Hausbesitzer bundesweit ihren Schornsteiger nun frei wählen - so hat es die Europäische Union entschieden. Doch der Jubel hält sich in Grenzen, denn mit den neuen gesetzlichen Regelungen hat der Bürger nun auch mehr Verantwortung und Pflichten.

Die Europäische Union will bei Schornsteinfegern durch mehr Konkurrenz den Markt beleben. Ab sofort gelten entsprechende neue gesetzliche Regelungen auch in Deutschland. Hausbesitzer können seit Neujahr frei wählen, wer ihr Schornsteinfeger sein soll, sie müssen nicht mehr länger nur mit dem jeweiligen Bezirksschornsteinfeger zusammenarbeiten. Der Jubel hält sich allerdings in Grenzen – auch in Duisburg, denn das Monopol fällt nicht komplett und der Bürger hat mehr Verantwortung und Pflichten.

„In ganz Deutschland war niemand über die Neuregelung begeistert“, sagt Manfred Flore, stellvertretender Obermeister der Schornsteinfegerinnung Düsseldorf, die auch für Duisburg zuständig ist. Mehr Wettbewerb habe man durch die Gesetzesänderung erreichen wollen, doch das Monopol des Bezirksschornsteinfegers bleibt in bestimmten Bereichen erhalten.

Ohnehin bleibt für hoheitliche Aufgaben wie die Feuerstättenbeschau oder für Bauabnahmen weiterhin der vertraute Schornsteinfeger zuständig. „Er ist auch weiterhin wichtiger Ansprechpartner des Hauseigentümers.“ Deshalb tendiere auch der Wechselwille gegen Null, was aber die gewohnt hohen Standards sicher stelle. „Der Berg kreißte und gebar eine Maus“, resümiert Flores.

„Viel Bohei um Nichts“

„Viel Bohei um Nichts. Augenwischerei, ich sehe keinen Nutzen“, ergänzt Georg Jachmich, Geschäftsführer vom „Verein der Haus- und Grundeigentümer Groß-Duisburg“. Es wolle niemand wechseln, der nicht vorher Stress mit seinem bisherigen Schornsteinfeger hatte. Untätig bleiben dürfe man aber nicht, denn erstmals sei der Bürger, verantwortlich dafür dass gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsmessungen, Kehrungen sowie Prüfungen der Abgasanlagen und Schornsteine erfolgen. Wer das nicht ernst nimmt, dem drohen Zwangskehrungen und Bußgelder. Die Innung sieht außerdem die Gebäudeversicherung gefährdet, wenn es dann zu einem Schaden kommt.

„Ich würde erst einmal Ruhe bewahren und beim alten Schornsteinfeger bleiben“, rät Jachmich angesichts etlicher Werbeangebote, die derzeit in die Häuser flattern. Man solle sich nicht verrückt machen lassen. Er warnt zudem davor, langfristige Verträge abzuschließen, denn wie sich die Preise entwickeln werden, sei noch nicht abzusehen.

Wenig begeistert dürfte auch die Stadt Duisburg über das neue Gesetz sein, vermutet Flores. Sie wird nämlich ab sofort zur Kasse gebeten, wenn eine Immobilie ein Abschreibungsprojekt ist, von dessen Eigentümer (etwa eine Briefkastenfirma auf den Cayman Islands) die Verwaltung kein Geld eintreiben kann. Auf den Kosten für die Pflichtaufgaben in solchen Häusern waren bislang die Schornsteinfeger sitzen geblieben.

Oliver Kühn

Kommentare
02.01.2013
17:57
Mehr Pflichten für Hausbesitzer durch neues Schornsteinfeger-Gesetz
von canadawolle1602 | #3

Das einmischen der EU in die Nationale Gesetzgebung hängt mir langsam zum Hals heraus, zumal die Gesetze von diesen Höchstdekorierten Beamten oft...
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2013-01-02 09:00
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