Kolja Blacher spielt „Von Bach bis Berio“

Kolja Blacher ist in dieser Spielzeit „Artist in Residence“ der Duisburger Philharmoniker. In vier Konzerten ist der Geiger aus Berlin zu erleben; er interpretiert überwiegend Werke, die auf dem Konzertpodium eher selten zu hören sind.

Seinen Einstand gibt Kolja Blacher am Sonntag, 18. Januar, um 19 Uhr im Theater am Marientor mit einem reinen Solo-Programm unter dem Titel „Von Bach bis Berio“. Im Zentrum steht Johann Sebastian Bachs d-Moll-Partita; das eindrucksvolle Werk mit seiner monumentalen Schluss-Chaconne wurde zum Leitbild und Maßstab aller nachfolgenden Komponisten, die für Violine solo schrieben. Béla Bartók nimmt im Kopfsatz seiner späten Violinsonate die herbe Expressivität der berühmten Vorlage auf; Luciano Berios „Sequenza VIII“ ist vor allem ein Tribut an ihren gestischen und figurativen Reichtum.

Aus einer ganz anderen Welt scheint Bachs lichte, tänzerisch federnde Partita E-Dur zu tönen. Kolja Blacher schlägt von hier einen Bogen zur 1951 komponierten Violinsonate seines Vaters Boris Blacher, deren jazz-inspirierte Rhythmik besonders in den Rahmensätzen einen federnden Groove entfaltet.

Kolja Blacher wurde 1963 als Sohn des Komponisten Boris Blacher in Berlin geboren, wo er heute noch mit seiner Familie lebt. 1993 bis 1999 war Kolja Blacher unter Claudio Abbado 1. Konzertmeister der Berliner Philharmoniker. 1999 wurde er als Professor an die Hamburger Musikhochschule berufen, 2009 an die Berliner Hochschule. Er konzertiert mit bedeutenden Orchestern und arbeitet mit Dirigenten wie Kirill Petrenko, Vladimir Jurowski und Mariss Jansons zusammen.