Kolja Blacher ist Solist und Dirigent

Erst vor wenigen Tagen hat der international renommierte Geiger Kolja Blacher mit einem Solo-Rezital seinen Einstand als „Artist in Residence“ der Duisburger Philharmoniker gegeben. Beim Philharmonischen Konzert am Mittwoch und Donnerstag, 28. und 29. Januar, um 20 Uhr im Theater am Marientor ist er als Solist und musikalischer Leiter zu erleben.

Mit seinen „Play-Lead“-Konzerten, die er vom Konzertmeisterpult dirigiert, konnte er bei Orchestern in Europa, Asien und Australien bereits große Erfolge verbuchen. Für die Orchestermusiker hat diese ungewöhnliche Spielsituation einen ganz eigenen Reiz: „Man ist da in ganz anderer Weise gefordert“, so Kolja Blacher. „Es ist wie groß besetzte Kammermusik. Die Musiker haben mehr Verantwortung.“

Im Zentrum des Programms steht Robert Schumanns Violinkonzert d-Moll – das letzte Orchesterwerk, das er vor seinem Zusammenbruch im Februar 1854 schrieb. Kolja Blacher liebt es gerade wegen seiner melancholisch dunklen Färbung. Zu Beginn erklingt Ludwig van Beethovens „Coriolan“-Ouvertüre. Am Ende steht das klassizistische Divertimento für Streicher, das Béla Bartók 1939 in der Nähe von Bern komponierte. In seinem hellen, tänzerischen Charakter spiegelt es durchaus die Idylle eines Schweizer Bergsommers wider – die schwarzen Wolken drohenden Unheils sind dennoch nicht zu überhören.