Kolja Blacher huldigt dem Dänen Carl Nielsen

Helle und strahlende Klänge prägten das 9. Philharmonische Konzert im Theater am Marientor. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi erklangen Werke von Carl Nielsen und Robert Schumann. Zudem gab es ein Wiedersehen mit Kolja Blacher, dem „Artist in Residence“ der aktuellen Spielzeit.

Die Musik des Dänen Carl Nielsen liegt dem in Kopenhagen lebenden Bellincampi am Herzen, bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten hatte er Nielsen-Sinfonien auf den Spielplan gesetzt. Nun erklingen die Konzertouvertüre „Helios“ und das Konzert für Violine und Orchester op. 33. Beide Werke, die noch nie in einem Konzert der Duisburger Philharmoniker gespielt wurden, gefallen mit ihren außergewöhnlich schönen Melodien. „Helios“ ist die musikalische Beschreibung eines Sonnenaufgangs. Und Bellincampi bringt diese Musik in ruhigen Tempi und wirkungsvoll aufgebauten Steigerungen schön zur Geltung. In beiden Nielsen-Kompositionen wird deutlich, dass die leisen Momente die heikelsten sind – sowohl für das Orchester als auch den Solisten. Weil das Konzert für eine CD-Aufnahme mitgeschnitten wird, muss an der einen oder anderen Stellen vielleicht auf den Mitschnitt der Generalprobe oder des Donnerstags-Konzertes zurückgegriffen werden.

Kolja Blacher schaut während des Konzertes etwas missmutig aus, doch wenn er sich mit seiner Violine zu den höchsten Tönen emporschwingt, bekommt sein Musizieren einen verzückten Tonfall. Er spielt das Nielsen-Konzert zwar nicht auswendig, doch die virtuose Musik mit ihren Läufen und Akkordzerlegungen geht ihm leicht von der Hand.

Bellincampi koordiniert klug

Das Wechselspiel zwischen den Philharmonikern und Blacher wird von Bellincampi klug koordiniert, ist im zweiten Satz verspielt und schalkhaft. Dass dieses Werk, das an vielen Stellen eine fröhliche Volkstümlichkeit ausstrahlt, in Deutschland so selten gespielt wird, ist bedauerlich.

Hört man bei Nielsen immer wieder den Tanz als Grundlage der Musik heraus, so tritt eine vorantreibende Rhythmik in Robert Schumanns „Frühlings-Sinfonie“ noch viel deutlicher zutage. Bellincampi lässt sein Orchester mit jugendlichem Überschwang aufspielen. Im Scherzo stellt Bellincampi die einzelnen Abschnitte spritzig gegeneinander und das Finale verströmt ungetrübte gute Laune.

Das Publikum bedankt sich für diesen unbeschwerten Konzertabend mit herzlichem Beifall.