Kokos-Suppe mit Popcorn

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Förderschüler und Gymnasiasten haben zumeist nicht viele Berührungspunkte. Für die Hochfelder Johanniterschule, die Schüler mit Sehbehinderung besuchen, ist das anders. In einem Kochprojekt mit dem Hamborner Abtei-Gymnasium lernen sie sich gegenseitig kennen. Über das Sozialpraktikum des Abtei-Gymnasiums gibt es außerdem einen regelmäßigen Austausch.

Küche als Plattform der Begegnung

„Die Begegnung, das war der erste Gedanke“, erklärt Simone Henzler, Projektleiterin des Deutschen Blindenhilfswerks. Die Einladung in die Lehrküche der Johanniterschule von Konrektor Christoph Usler, nahmen Christiane Schürmann und Dr. Gertrud Wiese, Lehrerinnen am Abtei-Gymnasium gern an. „Die Küche als Plattform der Begegnung – ein guter Gedanke“, findet Kunstpädagogin Schüermann. Sechs Pennälerinnen sind dabei, das passt, weil auf Seiten der Gastgeber mehrheitlich Jungs am Herd stehen.

Dort bringt ein Profi das Projekt in Gang. Karl Romboy, ein Bekannter von Simone Henzler und Chef in „Karl’s Restaurant“ in Düsseldorf-Derendorf, weiß was Jugendliche lieben. „Popcorn-Kokos-Suppe“ etwa ist eines seiner Rezepte. Auch seine „Vietnamesische Spargelsuppe“ , der Zitronengras, Ingwer, Currypaste und Shi-Take-Pilzen einen exotischen Pfiff geben, kommt gut an.

Schnell hat sich gezeigt, dass sich die Jugendlichen gut ergänzen. „Die Johanniter-Schüler haben mehr Erfahrung mit Kochen, die Abtei-Schüler können komplexere Rezepte besser umsetzen“, sagt Simone Henzler.

Karl Romboy sieht’s pragmatisch. „Sie müssen noch nicht alles wissen, aber sie sollten mit den Zutaten etwas anfangen können“, findet er. Der Koch lässt machen, schiebt zwischendurch Erklärungen ein. „Seht ihr? Die Suppe ist durch die Stärke gebunden. Wenn’s nicht reicht, gebt’ ein wenig Sahne zu“, rät er Lea und Pascal, die mit vereinten Kräften die Spargelsuppe durch ein Sieb passieren.

Johanniterschüler Julian hat schon Gastronomie-Erfahrung durch ein Küchen-Praktikum. „Ich mag’ keinen Spargel“, mäkelt er. Kein Argument, sagt Karl Romboy. „Ich mag keine Pilze.“ Abschmecken muss der Koch dennoch. „Schmeckt’s? Was fehlt?“

Drei gemeinsame Termine haben die Schüler bereits hinter sich. „Hat viel Spaß gemacht“, sagt Luisa, die Zehntklässlerin war schon beim „Compassion“-Praktikum zwei Wochen in der Johanniter-Schule. „Was ist blanchieren?“, ruft Karl Domboy in die Runde, während im Nebenraum schon die Teller klappern. Gleich kommen die gemeinsam zubereiteten Gerichte auf den Tisch. Im Juni treffen sich die Schüler wieder in der Hochfelder Lehrküche. Sicher nicht zum letzten Mal.