Kohlmeise flattert in Duisburg an die Spitze

Platz eins: Von der Kohlmeise wurden von den 252 teilnehmenden Duisburger Naturfreunden 704 Exemplare gesichtet.
Platz eins: Von der Kohlmeise wurden von den 252 teilnehmenden Duisburger Naturfreunden 704 Exemplare gesichtet.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bei der Nabu-Zählaktion „Stunde der Wintervögel“ wiederholt diese Art ihren Vorjahreserfolg und verweist Amsel und Blaumeise auf Platz zwei und drei.

Duisburg.. Die Kohlmeise konnte ihre Spitzenposition in Duisburg halten: Im Rahmen der Zählaktion „Stunde der Wintervögel“, die der Naturschutzbund (Nabu) in diesem Januar bereits zum siebten Mal ausgerichtet hat, wurden in den hiesigen Gärten und Grünanlagen insgesamt 704 Exemplare dieser Vogelart entdeckt. Auf Platz zwei kam die Amsel (579) vor der Blaumeise (481). Die Zahl der mitzählenden Naturfreunde in Duisburg ging jedoch zurück: von über 300 im Januar 2014 auf nunmehr 252.

„Wir mussten dem schlechten, stürmischen Wetter an den drei Aktionstagen Tribut zollen“, startete Jürgen Hinke, der Vorsitzende des hiesigen Nabu-Stadtverbandes einen Erklärungsversuch für das rückläufige Interesse. Nachdem die Wetterprognosen für das Wochenende 9.-11. Januar klar war, habe man mit dieser negativen Entwicklung schon gerechnet, so Hinke. „Unter den widrigen Bedingungen waren die 252 Teilnehmer sogar noch ein gutes Ergebnis“, so Hinke. „Wir liegen im Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten damit im Mittelfeld.“

Amsel-Bestand hat sich erholt

Zurück zur Ergebnisanalyse: Auffällig sei der Sprung der Amsel von Vorjahres-Platz vier auf den aktuellen Rang zwei. Nach Ausbruch des Usutu-Virus im Jahr 2012 sei der Amsel-Bestand spürbar zurückgegangen, erinnert sich Hinke an die zurückliegenden Zählungen. Nun also offensichtlich die Trendwende mit einer spür- und auch zählbaren Erholung des Bestandes dieser Vogelart.

Bemerkenswert seien auch die 108 Stare (Platz elf), die in Duisburg gezählt worden seien, so der Nabu-Mann. Normalerweise seien diese Zugvögel derzeit in diesen Breitengraden gar nicht anzutreffen. „Mit Blick auf die Jahreszeit war es bislang eher mild. Vielleicht bleiben die Stare ja diesmal den ganzen Winter hier.“

Einige kleine Verschiebungen

Konstant ist die Top-10-Liste in punkto Besetzung. Die selben zehn Arten, die auch in 2014 die Spitzenränge belegt hatten, finden sich nun wieder dort. Es gab lediglich einige kleine Verschiebungen. Dass die Kohlmeise wieder die Spitzenposition einnimmt, überrascht Hinke nicht: „Viele Garten- und Balkonbesitzer füttern jetzt im Winter. Und die Kohlmeise ist ebenso neugierig wie mutig und steuert regelmäßig die Futterhäuschen an“, sagt Hinke. Und das tut sie meistens nicht allein.

„Die sind meistens in Trupps unterwegs. Deshalb haben manche Mitzählende auch zehn auf einen Schlag beobachtet.“ Und welches waren die größten Exoten unter den Duisburger Sichtungen? Hinke sichtet die Liste: „Das waren drei Weißstörche, ein Eisvogel und ein Graureiher.“