Klinikbau in Duisburg lässt auf sich warten

Die Baugrube ist ausgehoben, aber seitdem passiert nichts am Neubau des Marien-Krankenhauses in Hochfeld.
Die Baugrube ist ausgehoben, aber seitdem passiert nichts am Neubau des Marien-Krankenhauses in Hochfeld.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Neubau des Helios-Marien-Krankenhauses in Duisburg verzögert sich. Es gibt immer noch keine Baugenehmigung.

Duisburg.. Für rund 170 Millionen Euro will der private Krankenhaus-Betreiber Helios parallel in Hamborn und in Hochfeld praktisch zwei neue Kliniken bauen. Am Hochfelder Marien-Krankenhaus ist die Baugrube an der Grunewaldstraße schon ausgehoben, doch das Baugenehmigungsverfahren erweist sich seit zwei Jahren als „behandlungsintensiver Patient“.

Schon 2011 bei der Übernahme der einstigen katholischen Kliniken hatte Helios angekündigt, das St. Johannes-Krankenhaus an der Abtei für weit über 100 Millionen Euro so zu modernisieren, dass praktisch nur das mächtige, denkmalgeschützte Halbrund stehen bleibt. In Hochfeld soll aus der bisherigen Spezialklinik für Urologie, Nierenpatienten und Psychiatrie ein Voll-Krankenhaus mit 314 Betten werden, was die Krankenhaus-Landschaft und die Klinik-Konkurrenz südlich der Ruhr ziemlich durchschüttelt.

Schon 2013 hatte Helios den Bauantrag für Hochfeld eingereicht. Seitdem wurden Gebäudeteile abgerissen, Bäume gefällt und eine große Baugrube ausgehoben, außerdem investierte Helios zwei Millionen ins Altbau-Entree und in moderne Medizintechnik. Die Baugrube ist seitdem verwaist. Schon vor knapp einem Jahr wurde verhaltener Unmut von Helios über das schleppende Genehmigungsverfahren laut. Von „abschließenden“ Prüfungen war damals dann die Rede.

"Ein komplexes Projekt"

Die dauern offenbar immer noch an. „Wir möchten endlich Planungssicherheit. Wir wollen investieren und etwas Positives schaffen, aber man lässt uns nicht“, verhehlt Helios-Geschäftsführer Dr. Holger Raphael seine wachsende Ungeduld nicht. Dass die Baugenehmigung für ein Krankenhaus einen hohen Abstimmungsbedarf zu Planungsänderungen hat, weiß der Klinik-Manager. Doch ein zweijähriges Verfahren scheint ihm doch „ungewöhnlich“ lang. „Helios baut nicht zum ersten Mal ein Krankenhaus“, so Raphael, der sich jetzt direkt mit einem Schreiben auch an den Oberbürgermeister gewandt hat.

Bei der Stadt sieht man keine Verantwortlichkeit für das lange Genehmigungsverfahren. „Ein Klinikbau ist ein komplexes Projekt mit einer Vielzahl von technischen und sicherheitsrelevanten Aspekten. Es liegt in der Natur der Sache, dass Betreiber den Aufwand gering halten möchten, Genehmigungsbehörden aber an rechtliche Vorgaben gebunden sind“, betont Stadtsprecher Peter Hilbrands.

Nach Auskunft der Stadt konnte der erste Bauantrag von 2013 nicht genehmigt werden, da nicht alle baurechtlichen Anforderungen komplett erfüllt waren. Im Mai 2014 sei dann ein neuer Bauantrag mit einer geänderten Planung eingereicht worden. Auch dazu habe es noch Erörterungs- und Ergänzungsbedarf gegeben. Besonders Fragen zum Brandschutzkonzept seien abschließend zu klären. Hilbrands: „Wenn alle Nachweise erbracht sind, kann die Genehmigung vollständig erteilt werden.“ Ein Datum nennt die Stadt nicht.