Kleiner Saal der Mercatorhalle nach Bauskandal wieder in Betrieb

Stühlerücken für die Eröffnung des kleinen Saals der Mercatorhalle: IMD-Chef Uwe Rohde, Oberbürgermeister Sören Link, Baudezernent Carsten Tum und Kulturdezernent Thomas Krützberg  (v.l.n.r.).
Stühlerücken für die Eröffnung des kleinen Saals der Mercatorhalle: IMD-Chef Uwe Rohde, Oberbürgermeister Sören Link, Baudezernent Carsten Tum und Kulturdezernent Thomas Krützberg (v.l.n.r.).
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Was wir bereits wissen
Sanierung der Brandschutzmängel im kleinen Saal kostete 470.000 Euro. Noch viel länger als der Umbau dauert die juristische Aufarbeitung des Skandals.

Duisburg.. Gut zwei Jahre nach der Schließung bekommen die Duisburger einen Teil ihrer „guten Stube“ zurück: Zur Musik des Bläser-Oktetts der Philharmoniker wurde am Freitagabend der kleine Saal der Mercatorhalle eröffnet. „Einen Meilenstein bei der Sanierung der Baumängel“, so nennen OB Sören Link und Kulturdezernent Thomas Krützberg diese Teileröffnung.

Der große Saal soll in einem Jahr folgen. Die Kosten für die Behebung des Baupfusches im kleinen Saal beziffert Uwe Rohde auf 470.000 Euro, die Gesamtkosten für die Sanierung sollen sich nach aktueller Berechnung des IMD-Chefs auf 5,8 Millionen Euro belaufen.

"Seriosität vor Geschwindigkeit" war Motto der Sanierung

„Hier ist mit Methode falsch gearbeitet worden“, ist Krützberg sicher angesichts von Mängeln, „die selbst für mich als Laien offensichtlich waren“. Nicht abgedichtete Kabeldurchlässe zur Abschottung von Brandabschnitten, Elektromotoren für den Betrieb der Trennwand, die ohne Revisionsklappen unzugänglich verbaut wurden, nennt er als Beispiele. Ein komplexes Entlüftungs- und Entrauchungssystem sei nun auf dem aktuellen Stand der Technik, ebenso die Bühnentechnik.

Brandschutzmängel „Seriosität vor Geschwindigkeit“ sei das Motto für die Sanierung gewesen. Die Eröffnung 2007 unter großem Zeitdruck sei möglicherweise ein Grund für die zahlreichen Mängel, die bis zur fehlerhaften Versiegelung des Parketts reichen.

Mit dem Ergebnis sei nicht nur die Stadtspitze, sondern auch der Philharmoniker-Intendant zufrieden, berichtet Thomas Krützberg. Schon nach zwei Minuten habe Dr. Alfred Wendel dem Raum eine „wunderbare Akustik“ bescheinigt. Zahlreiche Anfragen für Veranstaltungen im Kleinen Saal lägen schon vor bei der Marketing-Gesellschaft. Krützberg: „Mit einer Werbeoffensive haben wir schon rechtzeitig begonnen.“

Juristische Aufarbeitung des Skandals dauert noch sehr lange

Mit dem Immobilen-Besitzer Hannover Leasing – die Stadt ist nur Mieter der Mercator-Halle – gebe es eine „gute Kooperation“, sagt Baudezernent Carsten Tum. Dabei geht’s auch um die juristische Aufarbeitung des Bauskandals, die wohl wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als die Sanierung. „Die Klageschriften sind dicker als die Baubücher“, beschreibt Krützberg. Man werde die Verantwortlichen für die Fehler benennen, nicht nur auf Schadenersatz klagen, sondern auch strafrechtliche Relevanz prüfen lassen, kündigt OB Sören Link an.

Die Lehre für die Bauverwaltung aus dem Desaster sei, „dass auch ein öffentlicher Bauherr auf Augenhöhe mit den Firmen sein muss“, sagt IMD-Chef Uwe Rohde.