Das aktuelle Wetter Duisburg 16°C
Bandenkriminalität

Klau-Banden aus Duisburg sind auch in den Niederlanden aktiv

28.06.2013 | 06:15 Uhr
Auch die Polizei in den Niederlanden schnappt immer wieder junge Kriminelle, die als Anschrift entweder Straßen in Hochfeld oder das Haus In den Peschen in Rheinhausen angegeben haben.Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool

Duisburg.  Im Kampf gegen Bandenkriminalität und Klau-Kinder wollen die deutsche und die niederländische Polizei enger zusammenarbeiten. Bei hunderten Straftaten in Eindhoven gaben viele Kriminelle an, dass sie in Duisburg wohnen. Die Probleme mit den Banden von Trickdieben sind hier und dort gleich.

Der Fall der angeblich 13-jährigen Rumänin , die sich Elisabeta nennt und die seit November 2012 bereits um die 170 Straftaten begangen haben soll, zieht weite Kreise. Weitere, als selbst die Polizei bislang vermutet hatte. Nach der Einschätzung der Ermittler gehört sie zu einer organisierten Bande, die Kinder in ganz NRW auf Diebes-Touren schickt , vorwiegend im Ruhrgebiet und am Niederrhein. Nun weiß die Duisburger Polizei, dass sie auch im niederländischen Eindhoven ihr Unwesen getrieben hat, und nicht nur sie.

„Die Kollegen dort haben die gleichen Probleme wie wir hier mit den bandenmäßigen und organisierten Diebes- und Einbruchstouren von Rumänen“, berichtet Polizeisprecher Ramon van der Maat. „In dem letzten halben Jahr hatten die Kollegen in Eindhoven mehrere hundert Straftaten in diesem Zusammenhang bearbeitet, und wenn sie der Täter habhaft wurden, haben viele von denen angegeben, dass sie in Duisburg wohnen.“ Entweder hätten sie als Adresse In den Peschen angegeben, oder Straßen aus Hochfeld.

Polizisten aus Eindhoven im Duisburger Polizeipräsidium

Grund genug für die Niederländer, die Duisburger zu kontaktieren und dann zwecks Informationsaustausch und einer möglichen Zusammenarbeit zu besuchen. So waren Anfang dieser Woche vier Polizisten aus Eindhoven im Duisburger Polizeipräsidium zu Gast, um das weitere Vorgehen zur Bekämpfung dieses Bandenunwesens zu besprechen.

Überfall am Geldautomaten

Zunächst einmal, so van der Maat, wurde eine Zusammenarbeit vereinbart, die den kurzen Informationsweg nutzt: „Heißt, wenn die Kollegen einen Straftatbestand haben wie etwa Diebstahl und die Täter flüchtig sind, werden wir einen verstärkten Blick darauf haben, wer da von der Autobahn runterkommt.“ Sollten die Täter auf diese Weise dingfest gemacht werden können, würden die Niederländer einen internationalen Haftbefehl erwirken. Van der Maat: „Wir können in einem solchen Fall nur die Beweismittel erheben, das Strafverfahren läuft dann in den Niederlanden.“

Personalaustausch der Polizei

Neben dem Austausch von Informationen und dem kurzen Dienstweg sei auch darüber gesprochen worden, Personal für eine festgelegte Zeit auszutauschen. „So dass Kollegen aus Eindhoven sich mit unserer Arbeit in diesem Bereich vertraut machen und umgekehrt“, erklärt der Duisburger Polizeisprecher.

Das müssen die vorgesetzten Dienststellen hüben wie drüben allerdings noch genehmigen.

Ulla Saal



Aus dem Ressort
Freibäder - Keine spritzigen Zahlen
Sommer
„Oh sole mio...“ Diesen Gesang haben die Freibadbetreiber in Duisburg in diesem Sommer bestimmt häufiger angestimmt, um die Sonne zu locken. Denn so richtig Sommer, wie er früher einmal war, war das nicht, was uns dieses Jahr geboten hat. Entweder schwülwarm mit Unwetterwarnung, oder schlicht und...
Neue Brücke wird über Duisburger Kanalbecken gezogen
Baustelle
Am Sonntag wird in Duisburg die neue Brücke über den Vincke-Kanal gezogen. Ein Tauziehen der besonderen Art: 1300 Tonnen werden im Schneckentempo bewegt. Das Schauspiel braucht Zeit: Es dauert wohl von 6 bis 21 Uhr.
Links „Totlast“-Absage hat ein Nachspiel
Ruhrtriennale
Die Grünen wollen das Thema in den Kulturausschuss bringen. FDP stellt Kleine Anfrage an die Landesregierung, weil SPD-Landtagsabgeordnete mit Drohungen reagiert hatten.
Asyl-Zeltdorf in Duisburg soll acht Wochen stehen
Flüchtlinge
Das Rote Kreuz baut das umstrittene Asyl-Zeltlager in Duisburg-Walsum auf. Acht Flüchtlinge müssen sich eine Unterkunft mit Feldbetten und Klappstühlen teilen. Sie kommen nächste Woche. Duisburgs Sozialdezernent verteidigt die Unterbringung als „letzte Notlösung“. Walsumer wollen vor Ort helfen.
Zuwanderung in Duisburg ist städtebauliche Herausforderung
Soziales
Bundesbauministerin Barbara Hendricks informierte sich in Duisburg über die Erfolge des Förderprogramms Soziale Stadt – und erfuhr, wie diese in den letzten zwei Jahren durch massive Armutszuwanderung konterkariert werden. Das Grundübel ist ein „qualitativ schlechter Leerstand“ von Wohnraum.