Kita-Kinder „Rotznasen“ als Friseure unterwegs

Arved (5) ist von dem Ausflug begeistert.
Arved (5) ist von dem Ausflug begeistert.
Foto: waz duisburg
Was wir bereits wissen
Der Nachwuchs darf Gabi Kolbe über die Schulter schauen. Am Übungskopf „ Claudia“ lernen sie waschen, schneiden und legen.

Neudorf.. So einen Kindergartentag haben die „Rotznasen“ selten erlebt. Diesmal durften einige von ihnen Friseurspielen – in einem echten Salon. „Wir haben bei uns in der Einrichtung einen eigenen kleinen Salon. So sind wir auf die Idee gekommen, auch mal in einem echten Haarstudio vorbeizuschauen“, erklärt Bärbel Kolbe. Die Erzieherin fragte ihre Schwester, die im Salon „Wimar“ arbeitet. Den Kindern hat’s Spaß gemacht. Sie durften „waschen, schneiden, legen“ üben.

Die Kunden waren überrascht, als sie die kleinen Lehrlinge im Salon entdeckten. „Hier ist heute was los, Frau Bücker“, begrüßt Gabi Kolbe ihre Stammkundin. Sie kommt regelmäßig, um sich die Haare legen zu lassen. Als Modell muss allerdings nicht Frau Bücker, sondern der Übungskopf herhalten. An dem schnibbeln normalerweise die echten Auszubildenden und üben die neuesten Schnitte. Diesmal fallen ein paar Strähnen Echthaar den Kita-Kindern zum Opfer.

Zopf als Belohnung

Zunächst soll die Puppe aber einen Namen bekommen, finden die Kleinen. Inspiriert vom Thema „Römer“, mit dem sich die Mädchen gerade in der Kita beschäftigen, schlägt Arved (5) „Claudius“ vor. „Aber guck mal, dass ist doch eine Frau“, meint Gabi Kolbe. Also gut – die Kinder einigen sich auf „Claudia“.

Frisierkopf Claudia wird also in das Waschbecken gelegt, was auf den ersten Blick etwas unheimlich aussieht. Die Kinder müssen ihre Berührungsängste erst überwinden, aber bald siegt die Neugier. Charlotte (4) nimmt sich vorsichtig die Brause. Sie schäumt den Kopf mit Shampoo ein, Tabina (4) wäscht die Seife wieder aus – und schließlich gibt es noch eine sanfte Spülung für „Claudia“. Ob’s wohl angenehm ist? Aber die „Kundin“ kann ja gar nicht reden.

Deren brünetter Schopf ist damit vorbereitet für den Schnitt. Jede darf einmal die Schere zur Hand nehmen und Claudia um einige Strähnen erleichtern. Als der kinnlange Bob fertig ist, wird noch geföhnt, und Claudia kann zurück ins Regal. „In der Kita stehen die Scheren ja immer im Bastelzimmer“, verraten die Kleinen. Friseurin Gabi Kolbe verrät: „Als Kind habe ich auch immer Haare geschnitten.“ Sie durfte sogar an der Frisur der Mama üben. Für den ersten Versuch ist der Schnitt von „Claudi“ jedenfalls ziemlich gerade geworden.

Frau Bückers Haare hat Gabi Kolbe inzwischen auf große Wickler gedreht, und die Kundin entspannt unter der Trockenhaube. So hat Gabi Kolle Zeit, den jungen Friseurinnen jeweils eine raffinierte Flechtfrisur zu machen, nach Wunsch verziert mit ein paar Schmucksteinen oder Haarmascara. Auf die abschließende Frage, wer denn später gern Friseur werden möchte, schnellen zwei Finger spontan in die Höhe. Der Nachwuchs fürs Handwerk ist wohl gesichert.