Kirchen fordern klares Zeichen für Flüchtlinge

Zu einem ökumenischen Mittagsgebet für die Flüchtlinge in Duisburg riefen die Glocken von St. Joseph am Dellplatz zum Weltflüchtlingstag der UN am Samstag. Superintendent Armin Schneider sagte: „Gott des Lebens, wir klagen dir die Haltung vieler europäischer Regierungen, die unsere Grenzen abschotten und wegsehen, wenn Menschen auf der Flucht sterben.“ Und Stephan Kiepe-Fahrenholz, Leiter des Diakonischen Werkes, sparte nicht mit Kritik an der hiesigen Politik. „Wir hätten gerne den Duisburger Appell vorgestellt, der ein klares Zeichen setzen sollte, dass das Recht auf Asyl ein Menschenrecht ist“, so Kiepe-Fahrenholz. „Aber wir hörten gerüchteweise, dass es in den Ratsfraktionen Bedenken gibt.“ Der Appell sei nicht nahe genug an den Befürchtungen der eingesessenen Bürger.

„Es wäre schlimm, wenn der soziale Frieden in unserer Stadt gefährdet würde, nicht etwa durch die Flüchtlinge, sondern durch die Unentschlossenheit und die Handlungsunfähigkeit unserer Kommunalpolitiker“, so Kiepe-Fahrenholz.

Stadtdechant Bernhard Lücking begrüßte stellvertretend für über 50 Millionen Menschen auf der Flucht zwei Familien aus Syrien, die ihre persönlichen Geschichten mit Hilfe einer Übersetzerin erzählten – vom Krieg in Aleppo, der ihnen ihre gesicherte Existenz nahm, von der waghalsigen Flucht, von schlechten Nachrichten von Verwandten aus der Heimat, von der medizinischen Versorgung, die dort zusammengebrochen ist. Die beiden Familien sind heilfroh, dass sie nun in Sicherheit sind.