Kinderoper „Ronja Räubertochter“ hat in Duisburg Premiere

Der  freischaffende Opernregisseur und Autor Holger Potocki aus Berlin hat das Libretto der Kinderoper „Ronja Räubertochter“ geschrieben. Diese feiert am Donnerstag ihre Uraufführung im Duisburger Stadttheater.
Der freischaffende Opernregisseur und Autor Holger Potocki aus Berlin hat das Libretto der Kinderoper „Ronja Räubertochter“ geschrieben. Diese feiert am Donnerstag ihre Uraufführung im Duisburger Stadttheater.
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Was wir bereits wissen
Holger Potocki hat das Libretto der Kinderoper „Ronja Räubertochter“ geschrieben, die am Donnerstag im Duisburger Stadttheater ihre Uraufführung feiert .

Duisburg.. Es ist jener einzigartige, ja fast magische Moment, wenn der Text, den ein Autor zuvor in Stunden des Sinnierens und Grübelns verfasst hat, plötzlich auf der Bühne von Darstellern zum Leben erweckt wird. „Das hat immer etwas absolut Beglückendes“, sagt Holger Potocki. Der Berliner (40) ist freischaffender Opernregisseur und Autor. Für die Kinderoper „Ronja Räubertochter“, die heute um 11 Uhr im Duisburger Stadttheater ihre Uraufführung erlebt, hat er das Libretto geschrieben. Und nach einem Blick auf die gestrige Generalprobe stellte Potocki ebenso erleichtert wie beglückt fest: „Es ist eine wunderschöne Umsetzung geworden. Lob und Dank allen Beteiligten.“

Der Familienvater (die Kinder sind 4 bis 9 Jahre alt) hatte „Ronja Räubertochter“ einst als Jugendlicher gelesen. Erst vor etwa zweieinhalb Jahren, als Projekt-Initiatorin Juliane Lachenmayer ihn und den Komponisten Jörn Arnecke für diese Auftragsarbeit der Deutschen Oper am Rhein mit ins Boot holte, griff Potocki erneut zu dem Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren. „Es ist auch für einen erwachsenen Leser sehr berührend. Da steckt so viel Weisheit drin“, gerät der Autor ins Schwärmen.

Abstimmung mit den Lindgren-Erben war erforderlich

Im Originaltext suchte Potocki zunächst nach den Kern-Bausteinen der Geschichte, die für die Bühnenhandlung unentbehrlich waren. Welche der Szenen lässt Raum für Musik? Welche Szene könnte auf der Bühne funktionieren? Diese Fragen spielten eine wichtige Rolle. Das Handlungsgerüst nahm so Gestalt an. Wichtig war aber auch die ständige Abstimmung mit den Lindgren-Erben. Sie mussten am Ende grünes Licht geben. „Wir haben die Chronologie etwas verändert und mehrere Kapitel aus dem Buch zu einer Szene zusammengefasst“, berichtet Potocki von den Feilarbeiten am Text. Die Erben forderten zwei kleinere Nachbesserungen ein. „So ein Impuls von außen war für uns immer auch ein Denkanstoß.“

Herausgekommen für die zweistündige Oper (inklusive Pause) sind nun neun Szenen. „Was Komponist Jörn Arnecke, Dramaturg Bernhard Loges und Regisseur Johannes Schmid da hinbekommen haben, ist wunderbar. Beim Schreiben hatte ich ja schon Musik und Bühnenbilder im Kopf“, erzählt der Autor. Das tatsächliche Ergebnis übertreffe seine eigenen Vorstellungen bei weitem.

Bei der Uraufführung werden heute vornehmlich Schüler das ausverkaufte Stadttheater füllen. „Kinder sind ein tolles Publikum. Sie sind in vielen Dingen viel offener als Erwachsene, können aber auch die härtesten Kritiker sein, wenn sie sich vom Stoff nicht mitgenommen fühlen“, sagt Potocki. Bei der zweiten Aufführung am Samstagabend ab 18 Uhr wird der Autor übrigens mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Zuschauerraum Platz nehmen. „Ich bin gespannt , wie es ihnen gefällt.“