Kinder erforschen das Universum an der Uni in Duisburg

Gespannt verfolgten die Acht- bis Zwölfjährigen Zuhören die Vorlesung in der Kinderuni im Audimax.
Gespannt verfolgten die Acht- bis Zwölfjährigen Zuhören die Vorlesung in der Kinderuni im Audimax.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ausverkauft war der Audimax auf dem Campus beim Start der Kinderuni. Astrophysiker Prof. Dr. Gerhard Wurm erklärte die Entstehung des Universums.

Duisburg.. Wie entstehen eigentlich Planeten? Und kann man auf allen leben? Diese und weitere Fragen um unser Sonnensystem beantwortete der Astrophysiker Prof. Dr. Gerhard Wurm am Mittwoch beim Start der Kinderuni im Audimax des UDE-Campus in Neudorf erläutert. Gemeinsam mit etwa 900 Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren erklärte er außerdem, warum außerirdisches Leben möglich ist.

Mit einer kleinen Diashow leitet Gerhard Wurm, der an der Uni Duisburg-Essen (UDE) experimentelle Physik lehrt, den Abend ein: das Raumschiff Enterprise, Yoda aus den „Star Wars“-Filmen oder auch ein Bild von Buzz Aldrin, dem zweiten Menschen auf dem Mond. Alle Bilder drehen sich um das gleiche Thema: Das Universum und ein mögliches Leben in ihm. Zunächst veranschaulicht der Professor die Planetenkonstellation unseres Sonnensystems. Neun Kinder stellen sich mit unterschiedlicher Entfernung nebeneinander auf, von Erde bis Pluto. Einwände sind zu hören, dass Letzterer gar kein Planet mehr sei. „Es gibt zu viele Zwergplaneten“, tönt es aus den Reihen.

Leben im All ist nicht ausgeschlossen

Auch die Brüder Nicolas (9) und Yannick (7) wissen über das Thema schon bestens Bescheid. Sie interessieren sich für Raumfahrt und das Universum. Beide wollen später den Weltraum bereisen. Yannick möchte zum Saturn und sein großer Bruder will der erste Mensch auf dem Mars sein.

Dass diese Reise vielleicht einmal möglich sein wird, zeigt der Marsrover „Curiosity“, der auf dem roten Planeten gelandet ist. „Sauerstoff ist dort nicht vorhanden, aber man kann sich auf dem Mars bewegen“, erläutert Astrophysiker Wurm. Da einige Planeten Wasser enthalten, schließt der Wissenschaftler auch Leben außerhalb der Erde nicht aus. „Zum Beispiel auf den erdähnlichen Kepler-Planeten wäre das möglich“, spekuliert er.

Kontaktaufnahme mit möglichen Bewohner sehr zeitaufwendig

Allerdings sei die Kontaktaufnahme mit möglichen Bewohner doch sehr zeitaufwendig. Befindet sich ein Planet zehn Lichtjahre weit weg, so dauert es schon zehn Jahre, bis ihn ein Signal von der Erde erreicht und noch einmal die gleiche Zeit, bis eine Antwort dann zu uns zurückkäme.

Nach vielen praktischen Versuchen mit Seifenblasen und Schneebällen, die die Zusammensetzung und Entstehung von Planeten anschaulich verdeutlichen, bejubeln die wissbegierigen Kinder den Professor. „In erster Linie sollen die Kinder hier Spaß haben“, erklärt der Wissenschaftler das wichtigste Ziel der Kinderuni. „Wenn sie nach dieser Vorstellung Raumfahrt studieren wollen, freut mich das natürlich sehr.“

Bei dem erstaunlichen Vorwissen, das schon viele Grundschulkinder an diesem Nachmittag mitbachten, scheint es zumindest nicht abwegig zu sein, dass unter ihnen so mancher angehender Astrophysiker heranwächst.