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Keiner weint der Praxisgebühr eine Träne nach

23.01.2013 | 06:00 Uhr
Ab in den Papierkorb: Seit diesem Jahr gibt es die Praxisgebühr nicht mehr, auch nicht mehr die Quittungen.Foto: Matthias Hiekel

Duisburg. Nur Zustimmung und Erleichterung erntet in Duisburgs Arztpraxen der Wegfall der Praxisgebühr , die die Patienten beim Arztbesuch zehn Euro im Quartal kostete – und die Praxen Zeit und Nerven. Damit ist jetzt seit Anfang des Jahres Schluss.

Woran erkennt man einen Kassenarzt? Daran, dass er im Supermarkt immer mit einem Bündel Zehn-Euro-Scheine bar zahlt. Was als Scherz kursierte, war Realität. Denn die zehn Euro Praxisgebühr, die die Patienten seit 2004 entrichten mussten, füllte praktisch als Barbestand die Kassen und die Portemonnaies der Mediziner. In großen Praxen oder Gemeinschaftspraxen summierte sich das im Jahr dann schnell auf 50.000 bis 60.000 Euro.

Doch wohlgemerkt, die einbehaltenen Gebühren wurden den Ärzten dann bei den Honorarabrechnungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) wieder abgezogen. Umso mehr drängen gerade die Ärzte darauf, dass ihre Abschlagszahlungen der KV jetzt höher ausfallen.

Ärzte atmen auf

Während Kassenpatienten den Wegfall der Gebühr freudig registrieren, atmen Ärzte und Praxispersonal gleichermaßen auf: „Das ist schon eine enorme Erleichterung“, meint der Rahmer Internist und Hausarzt Dr. Michael Probst. Rund 180 Arbeitsstunden, hat er ausgerechnet, Zeitaufwand im Jahr fallen in seiner Gemeinschaftspraxis nun weg.

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Wir haben uns in der Essener Innenstadt umgehört, was Sie von der Praxisgebühr halten.

Bei Dr. Hans Vogelsang, der in seiner Marxloher Praxis überdurchschnittlich viel Kassenpatienten behandelt, war der Aufwand noch höher. Eben auch durch das runde Drittel seiner Patienten, das von der Gebühr befreit war. Und immer wieder gab es mal Ärger und Streit bei der Anmeldung, wurde der „Zehner“ vergessen, fühlten sich die Ärzte als Inkasso-Unternehmen des Gesundheitssystems missbraucht.

Ansturm blieb aus

Vor der Reform mussten Kassenpatienten bei Notarztbesuchen meist nochmals extra die zehn Euro zahlen. Auch sie fallen jetzt weg. Probst wie Vogelsang leisten beide Notdienste im St. Anna bzw. im Johannes-Krankenhaus und haben bislang keinen Ansturm erlebt, dass Patienten jetzt mit „jedem Schnupfen“ zum Notarzt rennen. Dass die Behandlungsfälle dort leicht ansteigen werden, schließt Probst aber nicht aus.

Beide Hausärzte erwarten zudem nicht, dass es jetzt zum „Ärzte-Hopping“ kommt, das mit der Praxisgebühr damals verhindert werden sollte. „Da passiert nichts“, glaubt auch Rainer Voss, Duisburger Regionaldirektor der AOK . „Wir begrüßen die Abschaffung. Es ist unbürokratischer geworden“, sagt er. Der Huckinger Allgemeinmediziner Dr. Jürgen Focke rät Patienten ohnehin dazu, weiterhin erst den Hausarzt aufzusuchen, bevor man etwa bei Schwindelgefühlen zum Neurologen und dann zum HNO-Arzt rennt. Der Hausarzt sollte weiterhin die Lotsenfunktion haben.

Oliver Schmeer

Kommentare
23.01.2013
13:47
Keiner weint der GEZ ZWANGSGEBÜHR eine Träne nach
von Max_Freibier | #2

So wird es auch sein, wenn sich diejenigen zusammenschließen, die es nicht richtig finden, dass für Nichts 18.- pro Monat bezahlt werden sollen. 3...
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Keiner weint der Praxisgebühr eine Träne nach
Keiner weint der Praxisgebühr eine Träne nach
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http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/keiner-weint-der-praxisgebuehr-eine-traene-nach-id7512002.html
2013-01-23 06:00
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