Loveparade
Keine Hilfe bei Überführung von Loveparade-Toten
08.09.2010 | 00:00 Uhr 2010-09-08T00:00:00+0200
Duisburg.Bizarre Umgangsformen im Duisburger Rathaus mit Hinterbliebenen der Loveparade-Katastrophe: Das Dezernat des Duisburger Oberbürgermeisters lehnte praktische und finanzielle Hilfe bei der Überführung einer Toten ab.
Wieder zu Hause, bei sich in einer Kleinstadt in Westfalen, fragt sich Jürgen H., der Sprecher der Hinterbliebenen der 21 Loveparade-Toten, was sein Auftritt am vergangenen Montag vor dem Rat der Stadt Duisburg gebracht hat.
Am Montag hatte Jürgen H. vor Beginn der Ratsitzung im Namen der Hinterbliebenen das Wort ergreifen dürfen und dem OB eine Resolution der Angehörigen überreicht. Verknüpft mit der Botschaft: Die einzelnen Verwaltungsangestellten trügen keine Verantwortung an dieser Katastrophe, wohl aber die Verwaltungsspitze.
Bei der Loveparade am 24. Juli kam eine 21 Jahre alte Cousine von Jürgen H.s Ehefrau in Duisburg ums Leben. Es seien danach die schäbigen Umgangsformen gewesen, die ausgebliebene Menschlichkeit, die ihm und seiner Frau im Kontakt mit der Verwaltungsspitze der Stadt erst die Tränen dann die Zornesröte ins Gesicht getrieben hatten und immer noch treiben.
Für den Leichnam sind wir nicht zuständig
Eigentlich will er darüber gar nicht mehr sprechen („Es bringt uns keinen Millimeter voran!“), doch dann bestätigt er kurz und knapp, was FDP-Ratsherr Wilhelm Bies am Montag im Rat berichtete. Dass nämlich Jürgen H. im Referat des OB nachgefragt habe, ob ihm die Stadt bei dem Rücktransport der Leiche behilflich sein könne, ganz praktisch und auch finanziell. Die Stadt, so wurde er dann belehrt, sei dafür „nicht zuständig“ und übernehme „auch keine Kosten“. Schließlich sei sie ja eine Haushaltssicherungskommune.
Erst nach einem Kontakt mit der Landesregierung habe seine Familie dann materielle und praktische Hilfe gefunden. Ein Notfallseelsorger, vermittelt durch die Landesregierung habe dann blitzschnell Kontakt aufgenommen. „Der hat uns wirklich gut helfen können“, sagt H. Aber diesen Kontakt mochte aus dem Duisburger Rathaus niemand herstellen. Nicht zuständig.
„Der Duisburger Oberbürgermeister ist eiskalt und berechnend“, sagt er. Ihm und seinen Leuten, so Jürgen H., würde ein Wochenendkurs in Sachen „Notfallseelsorge“ sicherlich menschlich weiterbringen. Der OB müsse natürlich seinen Sessel räumen, damit diese Stadt die Aufarbeitung der Katastrophe, befreit von dieser Hypothek, besser begleiten könne. „Der Oberbürgermeister, der den Rat und die Öffentlichkeit mit falschen Besucherzahlen belogen hat, will jetzt derjenige sein, der wahrheitsgemäß aufklären will? Wer soll denn das glauben? Das glaubt doch kein Mensch mehr!“ sagt Jürgen H.
Eiskalte Rechthabereien
Beschämend sei es, zu beobachten wie reflexartig sich die CDU-Fraktionsvorsitzende vor ihren OB gestellt habe, wie sie auf Zeit spiele und der Öffentlichkeit und damit auch den Angehörigen zurufe, beweist doch erstmal, dass wir Fehler gemacht haben. „Unfassbar. Da wurden Tausende von jungen Menschen mit Musik in diese Stadt gelockt, aber der Rahmen passte dafür einfach nicht. 21 Menschen kamen zu Tode und jetzt will keiner die Verantwortung übernehmen. Unfassbar, diese dreiste, unmenschliche Haltung.“ Wieso, so fragt Jürgen H. nach einem kleinen Detail, habe es in diesem schrecklichen Tunnel keine abgesperrten Fluchtwege gegeben? „Bei jedem Schützenfest müssten Fluchtwege in vorgeschriebener Breite ausgewiesen werden. Im Duisburger Tunnel war davon nichts zu sehen.“ Bekommen in Duisburg Gäste von großen Festen weniger Sicherheit als anderswo zugestanden, fragt er.
„Meine Frau und ich, wir vermissen die Menschlichkeit im Duisburger Rathaus nach der Katastrophe, ein menschlicher Umgang hätte uns sehr geholfen“, sagt er. Stattdessen, eiskalte Rechthabereien, Gutachter, die im Unterschied zu den Angehörigen stundenlang im Rat reden durften. So gesehen war er auch nicht mehr überrascht, dass dann am Montag im Rat keine einzige Nachfrage gestellt wurde, dass der OB kommentarlos zur Tagesordnung übergegangen sei. Er ist dann mit seiner Frau schnell wieder nach Hause gefahren, ganz weit weg von Duisburg.

09:46
Zeigen Sie bitte keine Bilder mehr vom OB aus Duisburg. So eine rat- und hilflose Person kann ich nicht mehr sehen und ertragen.
17:51
@2 Hat vollkommen recht!
Die saufgelage bei seinen Wählerfang besonders im Duisburger Norden sind bekannt und auf Fotos festgehalten!
Mit Bier fängt man Stimmen-mal gut das ich keines trinke.
Jetzt löffelt mal schön alles aus -ihr die ihn gewählt haben ! Wehe ich erwische einen !!!!
Ps: In Ruhrort auf der Mühlenweide war er auch zum saufen !!!! Wie könnt ihr nur Ruhrorter???
12:38
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13:47
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19:22
Heute die nächste Lüge: Kein Sponsor für die LP, sondern der liebe doofe Steuerzahler darf/durfte dafür bezahlen.
19:01
#Kritiker
Sie diskreditieren ernsthafte und nachdenkliche Kommentatoren. Sie sind - was für einen intelligenten Mensche nicht nachvollziehbar ist - immer noch der Meinung, dass der OB sich nach der LP korrekt verhalten hat. Und sie bringen kein einziges sachliches Argument!
Wenn das die Diskussionsebene ist, auf der Sie sich üblicherweise bewegen, ist das für Sie vielleicht sehr angenehm, doch die ernsthaften Kommentatoren hier erwarten mehr.
Meine Frage haben sie bis jetzt nicht beantwortet.
11:19
#26
...irgendwann muss es auch gut sein?
Ja, das ist leider das, worauf viele setzen: irgendwann wird Gras über die Sache wachsen und wir können wieder machen was wir wollen. Was solls? Im Endeffekt übernimmt man eh nicht die Verantwortung für sein Tun.
Wer so denkt, der darf sich über das heutige Ellenbogendenken nicht wundern. Ich finde es gut und richtig, dass es bis heute nicht zu dem gekommen ist, was viele Beteiligte gehofft haben: dass alles nach 6 Wochen seinen geregelten Gang geht und die Öffentlichkeit woanders hinschaut.
Genau darunter mussten Angehörige und Opfer anderer Katastrophen leiden: dass erst gesagt wurde, man würde helfen, man das aber zurück genommen hat, nachdem die Öffentlichkeit wieder woanders hin gesehen hat.
Weiter so!
Wieso sollte ausgerechnet jemand, der demokratisch gewählt wurde, durch Kopf-in-den-Sand-stecken einfach irgendwann wieder zur Tagesordnung übergehen dürfen?
10:51
Der arme Herr Sauerland. Sagt mal geht es noch. Es sind 21 Menschen gestorben und man faselt hier vom armen, traumatisierten Sauerland ??!!
Spätestens Weihnachten frisst er sich wieder den Bauch voll, natürlich auf Kosten des Steuerzahlers. Ich hoffe und wünsche mir, das dieser Schauspieler mir nicht mehr über den Weg läuft, sonst müsste ich mich höchstwahrscheinlich übergeben.
07:43
Die Kommentare von Kritiker sind absolut subjektiv.
Man soll das Ruhrgebiet positiv wahrnehmen?
So etwas nennt man Indoktrination.
Gerade an dieser Stelle zeigt sich die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Kennen sie Huxley´s Brave New World ?
Sie tun mir Leid, weil Sie mitten drin sind.
Wenn man aus einer ehemaligen Arbeiterregion eine Kulturstätte machen möchte, fängt das bei den Bürgern an. An Ihren Aussagen erkenne ich, das Sie sich der Situation überhaupt nicht bewusst sind. Da die Führung aber nur auf Aussendarstellung wert legt, ist dieses Projekt zum scheitern verurteilt.( Da fällt mir im Zusammenhang mit dem OB das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern ein) Was stellen die sich vor, das von heute auf morgen aus jedem Arbeiter ein Künstler wird? Auch in der Bildungspolitik ist hierfür keinerlei Indikation. Es ist Kontraproduktiv, den Menschen etwas vorzugaukeln, dann abzukassieren und letzendlich eine Wüste zu hinterlassen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
a) Die wissen es nicht besser
b) Es ist Ihnen egal
Beides ist für die Bürger und unsere Zukunft inakzeptabel.
Lieber Herr Kritiker werden sie mal wirklich kritisch.
Bitte sparen Sie sich auch in meinem Fall, die sinnfreien Kommentare über meine Zeitgestaltung.
Was sie machen ist Polemik. Wenn Sie das Wort nicht richtig definieren können bringe ich Ihnen das gerne bei.