Kein Zwangsanschluss für die Biotonne in Duisburg

In der Biotonne werden organische Küchen- und Gartenabfälle gesammelt. Dazu zählen unter anderem Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz und Filtertüten sowie Laub und Rasenschnitt.  Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
In der Biotonne werden organische Küchen- und Gartenabfälle gesammelt. Dazu zählen unter anderem Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz und Filtertüten sowie Laub und Rasenschnitt. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Duisburg.. In Duisburg ist die Biotonne kein Verkaufsschlager. Das steht schon mal fest. Lediglich 100 Bürger bestellten die Tonne seit Jahresanfang bei den Wirtschaftsbetrieben. Dazu kommen noch einmal 450 Haushalte aus dem Duisburger Süden, die jahrelang als Pilotprojekt die Biotonne nutzen. Das war es. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn auch ein Großteil der Politik bereits signalisiert: Einen Anschlusszwang, wie in vielen anderen Kommunen, wir es bei uns nicht geben.

Dass die Wirtschaftsbetriebe die Biotonne jetzt stadtweit anbieten, basiert eher auf dem Zwang als auf einem Wunsch: Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt ab 1. Januar 2015 verbindlich vor, dass Bio-Abfälle getrennt zu sammeln sind. Bis 2021 soll der getrennte Bio-Abfall bei 90 Kilo pro Einwohner und Jahr liegen. Derzeit kommt Duisburg auf 70 Kilo pro Bürger, der Großteil stammt von den Recyclinghöfen der Wirtschaftsbetriebe, wo die Bürger kostenlos ihren Grünschnitt abgeben können und aus den Laub- und Tannenbaum-Sammlungen.

Bio-Tonne für Gartenabfälle bequem

Für die Bio-Tonne in Frage kämen zuvorderst die Bewohner der rund 60.000 Ein- und Zweifamilienhäuser, die so ihre Gartenabfälle bequem entsorgen könnten. Bei den Bewohnern der rund 20.000 Mehrfamilienhäusern würde sich die Müll-Trennung vorwiegend auf Essensreste sowie Obst- und Gemüseschalen beschränken. Und genau da liegt das Problem.

„Wir haben in Duisburg viele Wohnungsbaugesellschaften mit großen Wohnanlagen. Die haben oft gar nicht den Platz für noch eine Tonne“, so Elke Patz von der SPD, die im Verwaltungsrat der Wirtschaftsbetriebe sitzt. Ihr CDU-Kollege Thomas Susen verweist auf die vielen „Kellerreviere“, also Häuser, die ihre Abfalltonnen im Keller stehen haben. „Das sind ganz praktische Probleme.“ Deshalb können sich beide Verwaltungsratsmitglieder für einen Anschlusszwang nicht erwärmen.

Endgültige Entscheidung nach den Sommerferien

Abschließend beraten wird das Thema Biotonne im Verwaltungsrat der Wirtschaftsbetriebe noch vor den Sommerferien, bevor die endgültige Entscheidung nach den Ferien im Stadtrat fällt. Angesichts der deutlichen Zeichen aus den beiden großen Parteien ist die „Zwangs-Biotonne“ mehr als unwahrscheinlich.

Sowohl Patz als auch Susen setzen eher auf Anreize für Biotonnen-Nutzer. Welche das sein werden? Darüber wird noch diskutiert.