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Kein Schwimmbad-Verbot für männliche Flüchtlinge in Duisburg

18.01.2016 | 07:00 Uhr
Kein Schwimmbad-Verbot für männliche Flüchtlinge in Duisburg
Das Hallenbad Memelstraße liegt in direkter Nachbarschaft zum Flüchtlingsheim Memelstraße.Foto: Andreas Mangen

Duisburg.  Stadt Duisburg hält kein Schwimmbad-Verbot für nötig, da es in städtischen Bädern keine Probleme zwischen Flüchtlingen und anderen Badegästen gibt.

Nach Zwischenfällen in Hallenbädern in Bornheim (bei Bonn) und in Netphen (bei Siegen), wo es Ende vergangener Woche in Hallenbädern zu sexuellen Übergriffen von Flüchtlingen auf andere Badegäste kam, gab es in den Duisburger Bädern nach Auskunft eines Sprechers der Stadt keinerlei vergleichbare Vorkommnisse.

Im Gegenteil, so Stadtsprecher Jörn Esser, in Duisburger Bädern würde man einen „ausgesprochen harmonischen und gut funktionierenden Umgang“ zwischen Flüchtlingen und den anderen Badegästen beobachten können.

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Wie sich Schwimmbäder in NRW auf Flüchtlinge einstellen
Wie sich Schwimmbäder in NRW auf Flüchtlinge einstellen

Viele von ihnen können nicht schwimmen und sind mit den geltenden Baderegeln noch nicht vertraut – die Badbetreiber in NRW müssen sich auf die wachsende Zahl von Flüchtlingen einstellen. Dabei sind auch die Bademeister gefragt. „Einige Flüchtlinge gehen bei uns schwimmen, aber wir stellen fest: nein, sie können nicht schwimmen“, sagt Lena Erich von der Bädergesellschaft Düsseldorf.

Zwei Nichtschwimmer hätten vergangenes Jahr aus dem Wasser geholt werden müssen. Auch in Mülheim gab es einen Fall, in dem ein Flüchtlingskind ins Wasser gesprungen und fast ertrunken wäre: „Es musste dann rausgeholt werden“, erinnert sich Martina Ellerwald, die Leiterin des Mülheimer SportServices, „gerade bei diesen Kindern haben wir ein Auge drauf, aber dafür steht der Schwimmmeister ja auch am Beckenrand“.

Hinweise für sicheres Schwimmen

In Düsseldorf will man bald Schwimmkurse für Flüchtlinge anbieten. In Witten organisiert die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes diese bereits ehrenamtlich. Spezielle Flyer mit deutlichen Sicherheitshinweisen für Flüchtlinge hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen in Essen (DGfdB) unter anderem auf arabisch, französisch, englisch oder albanisch herausgebracht. Mit Piktogrammen und kurzen Sätzen warnen sie beispielsweise davor, auf den glatten, feuchten Böden zu rennen, von der Seite ins Becken zu springen oder als Nichtschwimmer ins tiefe Wasser zu gehen.

Erstaunt über Bademöglichkeiten

Attraktiv sind die Angebote der Hallenbäder offenbar für viele Migranten. „Sie sind ganz erstaunt über unsere Bademöglichkeiten“, berichtet Janin Simon von den Stadtwerken Gelsenkirchen. Durch ihren Flüchtlingsausweis erhalten sie Ermäßigungen auf den Eintrittspreis.

Einige von ihnen zückten dann sogar ihr Handy, um ein Selfie von sich in den eindrucksvollen Badelandschaften zu machen, erzählt Simon. Viele seien mit den Gepflogenheiten im Schwimmbad noch nicht vertraut. Um den Flüchtlingen die Badeordnung zu erklären, haben viele Badbetreiber diese nun in acht verschiedenen Sprachen ausgehängt.

Nicht vom Beckenrand springen

„Die Kultur des öffentlichen Badens ist unbekannt in vielen anderen Kulturkreisen“, weiß Kurt Uhlendahl, Abteilungsleiter für Bäder in Essen. Was seit Jahrzehnten manchem halbstarkem Einheimischen beigebracht werden muss, gilt auch für Flüchtlinge: Einigen müsse man schon mal beibringen, dass sie nicht vom Beckenrand hineinspringen oder sich gegenseitig reinschubsen dürfen, sagt Jutta Szczepek, die in Oberhausen für die zwei städtischen Schwimmbäder zuständig ist. Auch dass man vor dem Schwimmen duscht, müsse mitunter erklärt werden.

In München sind Badebetriebe sind dazu übergegangen, auf speziellen Plakaten im Comic-Stil in Schwimmbädern zusätzlich auch auf das korrekte Verhalten gegenüber Frauen hinzuweisen. Diese zeigen beispielsweise eine Frau im Bikini und eine durchgestrichene Hand daneben.

Die DgfdB will trotz einzelner Vorfälle in NRW diesem Beispiel nicht folgen: „Wir können nicht jedem Flüchtling unterstellen, dass er ins Hallenbad geht, um dort sexuelle Handlungen vorzunehmen“, sagt Joachim Heuser von der DgfdB. Auf den mehrsprachigen Badeanweisungen der Gesellschaft „implizieren wir ja schon den normalen zivilisierten Umgang, den wir in Europa gewohnt sind“.

Am Standort des Neudorfer Hallenbades Memelstraße, das in unmittelbarer Nachbarbarschaft zur großen Flüchtlings-Unterkunft im ehemaligen Schulverwaltungsamt (ebenfalls Memelstraße) liegt, würden Flüchtlinge und Duisburger Einwohner ohne Zwischenfälle aufeinander treffen.

Mehrsprachige Badeordnung fordert unmissverständlich Verhaltenskodex ein

In Bornheim sind solche Begegnungen offenbar weniger harmonisch verlaufen. Weibliche Badegäste hatten sich über massive sexuelle Belästigungen beschwert, weswegen dort der Sozialdezernent der Stadt ein Badeverbot für männliche Flüchtlinge verfügt hat.

Über eine derartige Maßnahme, so der Duisburger Stadtsprecher, müsse man hier nicht nachdenken.

In Duisburg – wie auch in anderen Städten – verweist man auf eine mehrsprachige Badeordnung, die unter anderem auch in arabischer Sprache abgefasst sei, die sichtbar angebracht und unmissverständlich einen Verhaltenskodex einfordere.

Stefan Endell

Kommentare
13.03.2016
14:11
Kein Schwimmbad-Verbot für männliche Flüchtlinge in Duisburg
von Rowra | #6

Auf kurz oider lang wird es immer wieder zu Übergriffen durch sog. Flüchtlinge kommen. Das schiefe, Jahrhundert lang weitergereichte Gesellschaftsbild...
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1 Antwort
Man kann ausschliessen, dass dies ein häufiges Phänomen ist
von Giustini | #6-1

Es sind wirklich nur verstreute Einzelfälle. Allerdings mittlerweile hunderte, wenn nicht tausende, europaweit. (Wer die Schweige-Filter in manchen Medien umgehen will, kann sich auf Webseiten wie "Sonicht" oder "Asylterror" ansehen, wie "selten" dies vorkommt.)
Gottseidank hat ja der Presserat beschlossen, den §12.1 Pressekodex beizubehalten. Damit hat er sehr effektive Wahlhilfe für die AfD geleistet.
Eine intellektuelle Meisterleistung!

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Kein Schwimmbad-Verbot für männliche Flüchtlinge in Duisburg
Kein Schwimmbad-Verbot für männliche Flüchtlinge in Duisburg
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2016-01-18 07:00
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