Kein Geld für Öl - Mieter im Duisburger „Kalthaus" frieren

Die Mieter im Mehrfamilienhaus an der Moerser Straße 92-94 in Hochheide müssen wieder frieren.
Die Mieter im Mehrfamilienhaus an der Moerser Straße 92-94 in Hochheide müssen wieder frieren.
Foto: Tanja Pickartz
Was wir bereits wissen
14 Mieter und Eigentümer eines Wohn- und Geschäftshauses in Duisburg-Homberg müssen sich in diesen Tagen auch in den vier Wänden warm anziehen. Weil der Hauptmieter seine Rechnung nicht bezahlt, fließt kein Geld in die Kasse der Hausverwaltung. Die Heizung ist aus - der Heizöltank leer.

Duisburg.. Draußen rieselt der Schnee. Die 14 Mieter und Eigentümer des Wohn- und Geschäftshauses Moerser Straße 92 in Alt-Homberg frieren mal wieder, heute sind es zehn Tage. Die Heizung steht wieder still, der Heizöltank ist leer.

Die Hausverwaltung argumentiert wieder: „Wir haben Probleme mit den Zahlungen und kein gedecktes Konto. Bevor es keine neuen Zahlungseingänge gibt, können wir kein Heizöl bestellen.“ Mieter Stefan Kühn, dessen Thermometer konstant bei sieben Grad steht, kontert: „Kälte geht gar nicht!“

Zwangsversteigerung steht aus

Die Geschichte kommt den fröstelnden Mietern und Eigentümern bestens bekannt vor. Sie haben seit einer guten Woche ihr Déjà-vu-Erlebnis: Schon im Dezember war der Heizöltank leer. Damals froren die Bewohner des dreigeschossigen Flachdachbaus wie berichtet gleich 16 Tage lang – und das vor Weihnachten. Kurz vor Heiligabend wurde aufgetankt.

Wasserversorgung Auch im Dezember begründete WEBA-Geschäftsführer Berend de Wall den Ausfall der Heizung mit mangelnder finanzieller Liquidität in der Hauskasse, in die alle Eigentümer regelmäßig einzahlen sollten: Seit Dezember hat sich diese Situation nicht verändert: „Ein Eigentümer hat seit mehr als vier Jahren nicht in die Hauskasse eingezahlt. Er hat bei uns inzwischen Außenstände von rund 52 000 Euro.“ Was die Lage noch komplizierter macht: Dem säumigen Eigentümer gehört nicht nur ein Einzelhandelsgeschäft im Erdgeschoss an der Moerser Straße, er ist mit 51 Prozent Anteil auch der größte Eigentümer.

Bis auf Eigentümer alle im Rückstand

De Wall: „Dieser Eigentümer hat von Anfang an nicht in die Hauskasse eingezahlt, keinen Euro Hausgeld überwiesen. Unsere Anschreiben wurden alle ignoriert.“ Die WEBA fand heraus, dass dieser Eigentümer seit langem insolvent ist. Sie beantragte 2012 die Zwangsversteigerung. Doch die kann erst umgesetzt werden, wenn dem Eigentümer der Bescheid auf Zwangsversteigerung zugestellt wird. Doch das gelang bisher nicht. Denn: „Der Eigentümer wohnt inzwischen in der Türkei“, so de Wall. Der neue Mieter des Ladenlokals bezahle seine Miete zwar an den Eigentümer in der Türkei, aber der überweise die Gelder nicht in die Hauskasse der WEBA: „Wir haben versucht, an diese Mieteinnahmen zu kommen, leider vergeblich.“

Ein Blick in die Abrechnung zeigt: Bis auf einen Eigentümer sind alle mit ihren Zahlungen in die Hauskasse im Rückstand. Allein für 2011/2011 summieren sich die Außenstände auf rund 60.000 Euro. Immerhin gibt es jetzt einen Lichtblick: Bei einer Notversammlung der Eigentümer am Mittwoch sagten einige Wohnungsinhaber der WEBA eine Sonderumlage in Höhe von rund 25.000 Euro zu, zahlbar zum 28. Februar. Damit könnte die WEBA wieder einige tausend Liter Heizöl bestellen und zumindest die wichtigsten Reparaturen am Haus bezahlen. Bis dahin müssen die Mieter weiter frieren.