Kaykin – Krafts umstrittene Frau für Integration
16.07.2010 | 17:44 Uhr 2010-07-16T17:44:00+0200
Duisburg/Düsseldorf.Die Duisburgerin Zülfiye Kaykin verantwortet in der neuen NRW-Regierung als Staatssekretärin die Integrationspolitik. Im Vorfeld tobte hinter den Kulissen um diese Personalie ein Kampf, der auch mit schmutzigen Mitteln geführt wurde.
Zülfiye Kaykin wird in der neuen Landesregierung für das Thema Integration verantwortlich sein. Dies ist in mehrfacher Hinsicht nicht nur ein logischer, sondern auch ein zwingend notwendiger Schritt.
Dass Kaykin nicht mit einem Ministerium im Rücken arbeiten wird, sondern als Staatssekretärin mit einem vergleichsweise kleinen Apparat, ist kein Makel. Angesichts der finanziellen Sparzwänge wäre die Schaffung eines neuen Ressorts kaum zu vertreten gewesen. Auch die Kabinetts-Arithmetik ließ neben Ralf Jäger keine zweite Ministerin aus Duisburg zu.
Seit Kaykin ins Kompetenzteam von Hannelore Kraft berufen wurde, ging eine stattliche Anzahl an Heckenschützen in Stellung: Längst nicht nur Integrationsminister Laschet als politischer Gegner, auch aus den Reihen der Sozialdemokraten gab es Sperrfeuer. Und nicht zuletzt aus Teilen der türkischen Community gab es heftigen Widerstand. Umso wichtiger ist es, dass die neue Ministerpräsidentin Zülfiye Kaykin vertraut.
Mit ihrer Berufung erhält das Thema Integration endlich jene Kompetenz, die nötig ist, um dringend notwendige Fortschritte zu erzielen. Sie war und ist selbst Betroffene, sie kennt die Probleme, die unsichtbar unter der Oberfläche lauern. Sie hat die Glaubwürdigkeit, unbequeme Defizite und falsch verstandenes Gutmenschentum offen zu legen – auf beiden Seiten: dass sich die deutsche Gesellschaft öffnen muss, ein Miteinander auf Augenhöhe anbieten muss; dass die „neuen Inländer” – gerade die starke Gruppe der Türken – sich endlich von jenen Organisationen emanzipieren müssen, die sie immer noch an ihre alte Heimat fesseln wollen.
Deshalb ist die Berufung von Zülfiye Kaykin ein wichtiges Signal Richtung Migranten: Seht her, man kann es schaffen. Man kann erfolgreich sein in Deutschland.
In den vergangenen Tagen war die Anspannung von Zülfiye Kaykin abgefallen. Seit Anfang der Woche steht fest, dass sie in der neuen NRW-Minderheitsregierung als Staatssekretärin die Integrationspolitik verantworten wird. Am Freitag erhielt sie ihre Ernennungsurkunde.
Hinter der 41-Jährigen liegen Monate eines enormen Drucks und der Ungewissheit. Seit ihrer Berufung in das Kompetenzteam von Hannelore Kraft tobte hinter den Kulissen um diese Personalie ein Kampf, der auch mit schmutzigen Mitteln geführt wurde.
Nachdem sie 2007 von Bundespräsident Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz für ihre Verdienste um das Zusammenleben der verschiedenen Religionen erhalten hatte, verwandeln sich diese Verdienste nun in einen politischen Auftrag. Bei der Frage nach der nötigen Kompetenz mag auch ein Blick auf Kaykins Biographie als Antwort dienen:
Aufgewachsen in Denizli
Ihr Vater kam Ende der 60er-Jahre nach Duisburg. Sie selbst – aufgewachsen in der türkischen Stadt Denizli – folgte als Neunjährige mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern. Als Schülerin lernte sie schnell das Gefühl eines ausländischen Kindes in Deutschland kennen, sie saß zunächst in einer Vorbereitungsklasse für türkische Kinder. „Die sind anders, die sind besser”, dachte sie jedes Mal, wenn sie ihre deutschen Schulkameraden sah. Ein Gefühl, dass noch heute Migranten-Kindern beschleicht.
Es folgten der Hauptschulabschluss und eine Ausbildung zur Verkäuferin. Der hohe Anspruch an sich selbst, den man bei Kaykin spürt, spiegelte sich darin wider, dass sie sich zur Filialleiterin eines Schuhhauses hocharbeitete. Nebenbei begann sie, sich in der Lokalpolitik zu engagieren, bei der SPD.
„Wunder von Marxloh“
Was folgte, war nicht weniger als ein Wunder. Kaykin zählte zu den zentralen Personen bei der Realisierung der Merkez-Moschee, die bundesweit als das „Wunder von Marxloh” Schlagzeilen machte. Ab 2004 führte sie hauptamtlich die Geschäfte der Begegnungsstätte. Fast ein 24-Stunden-Job, doch ihre Söhne Ethem und Ömer wusste sie bei ihrem Ehemann bestens versorgt.
Was nach der feierlichen Eröffnung der Moschee im Oktober 2008 geschah, offenbart, vor welch großer Herausforderung Kaykin steht. Plötzlich sah sie sich Angriffen aus Teilen der eigenen Moscheegemeinde ausgesetzt. Man konnte das Gefühl bekommen, als habe sich das Wunder als blaues entpuppt und die Integration den Rückwärtsgang eingelegt. Dass sogar ein Regierungsmitglied der Türkei sich darüber mokierte, dass die 1,58 Meter kleine Powerfrau ihre Arbeit in der Begegnungsstätte für die eigene politische Karriere missbrauche, hat sie nicht nur verletzt, es zeigt auch, mit welch langem Arm Ankara sogar bis nach Duisburg greift und welchem Spannungsfeld Integrationspolitik ausgesetzt ist.
Um Ruhe in das Projekt Begegnungsstätte zu bringen, kündigte sie im Frühjahr ihre Geschäftsführerstelle. Den Weg zur Moschee hat sie seitdem nur selten gesucht. Jetzt freut sich Zülfiye Kaykin auf ihren ersten offiziellen Besuch als Staatssekretärin...

21:30
Ich hoffe nur, dass der Staatsschutz diese ganzen islamischen Verbände beobachtet.
20:52
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20:12
Marxloh fürs Volk und Elite-Schulen für Frau Löhrmann und Sohn Kraft. Die neue Regierung wäre schon einen Wagen in der Love-Parade wert.
Hinweis für linke Leser: Das ist Ironie und kein
Rechtsradikalismus. Für geschichtlich Bedürftige aus der Neid- und Frustszene seien die Eliteschulen für den Nachwuchs der politischen Klasse empfohlen. Aber die wollen euch da nicht, nur eure Stimme.
19:59
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