Kaufhaus der Diakonie - Arbeit durch Gebrauchtwaren

Das könnte passen: Möbel sind ein Schwerpunkt des Angebotes im Kaufhaus der Diakonie auf der Düsseldorfer Straße.
Das könnte passen: Möbel sind ein Schwerpunkt des Angebotes im Kaufhaus der Diakonie auf der Düsseldorfer Straße.
Foto: FUNKE Foto Services
Seinen zehnten Geburtstag feierte das Kaufhaus der Diakonie an der Düsseldorfer Straße. Bald soll es auch im Stadtnorden ein Sozialkaufhaus geben.

Duisburg.. Das Kaufhaus der Diakonie will weiter wachsen. Bald soll ein dritter Laden für gebrauchte Waren, Möbel und Kleidung im Duisburger Norden eröffnen. Ein Standort ist gefunden, nach der Zustimmung des Verwaltungsrates soll es eröffnen. Das kündigte Diakonie-Geschäftsführer Sieghard Schilling am Mittwoch bei der Feier zum zehnten Geburtstag des ersten Sozialkaufhauses an der Düsseldorfer Straße 269 an.

„Das KadeWe in Berlin wurde gebaut als Bollwerk gegen den Sozialismus, das KadeDi ist ein Bollwerk gegen die Armut“, erinnert Schilling an die Idee zur Namensgebung. Nach dem Motto „Vom Bürger für den Bürger“ hat sich der Standort im einstigen Großhandelskaufhaus etabliert für die Versorgung von Menschen mit schmalem Geldbeutel. „Uns besuchen täglich bis zu 300 Kunden“, berichtet Betriebsleiter Siegbert Weide.

„Für uns sind Sie ein wichtiger Partner“

Einen Duisburger Ableger des Sozialkaufhauses gibt es an der Moerser Straße 32 in Rheinhausen, zwei weitere betreibt das Diakoniewerk Duisburg in Dinslaken und Wesel.

Großen Stellenwert hat das KadeDi als Träger für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung gewonnen. Pro Jahr werden rund 200 Menschen fit gemacht für eine Tätigkeit im Handel, absolvieren die gleichen IHK-Prüfungen wie alle anderen Auszubildenden. Zehn der 21 Stammkräfte an der Düsseldorfer Straße wurden aus solchen Maßnahmen übernommen. „Für uns sind Sie ein wichtiger Partner“, lobt Michael Synowczyk, Teamleiter beim Jobcenter.

„Wir dürfen uns mit dieser Situation nicht zufrieden geben“

Eine „lebenswichtige Einrichtung“ sind Sozialkaufhäuser für eine Stadt wie Duisburg, in der 72 000 Menschen, ein Fünftel der Bürger, von Transferleistungen abhängig sind. „Sie ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe“, so Andrea Bestgen. Steigende Zahlen bei Grundsicherung, Überschuldung sowie Altersarmut werde dem KadeDi ebenso weitere Kunden bescheren, wie die Zuwanderung vom Balkan und aus Kriegsgebieten, glaubt die Leiterin des Sozialamtes.

„Wir dürfen uns mit dieser Situation nicht zufrieden geben“, warnt Dieter Lieske (SPD). Duisburg müsse sich gegen den Verlust weiterer industrieller Arbeitsplätze stemmen, so der Sozialausschuss-Vorsitzende und Bevollmächtigte der IG Metall. Als „Kitt für die Gesellschaft“ lobt er das Kaufhaus, das in zehn Jahren rund 4500 Tonnen Möbel und etwa 1000 Tonnen gut erhaltene Kleidung vor Schredder und Verbrennung bewahrte.