Kauf des TaM angekündigt
07.04.2008 | 19:15 Uhr 2008-04-07T19:15:13+0200VERHANDLUNGEN. Der Kaufinteressent SMG spricht von einem "ausverhandelten Angebot" und von einem Beschluss in der April-Ratssitzung. Doch im Rathaus gibt es dazu keine Vorlage.
Zuletzt war das Kindermuseum Atlantis, das eine neue Bleibe sucht, immer im Zusammenhang mit dem Theater am Marientor (TaM) als Standort diskutiert worden. Mitterweile driften die Geschicke von Atlantis und vom TaM deutlich auseinander. Gebag und Rathaus verhandeln weiter über einen Verkauf des früheren Musicaltheaters ("Les Mise?rables") an die Gesellschaft SMG, doch das Kindermuseum Atlantis spielt in den Planungen nur noch eine Nebenrolle.
Ein Verkauf des Theaters am Marientor steht nach den Worten von Ulrich Schmerer kurz bevor. Schmerer ist "Senior Manager" der Kölner Unternehmensberatung AWC, die für den Kaufinteressenten SMG die Verhandlungen mit der Gebag führt. "Und mit der Verwaltungsspitze", wie Schmerer gestern gegenüber der NRZ betonte, "die sitzt immer mit am Tisch. Es gibt ein Kaufangebot für das TaM, das mit der Gebag abgestimmt ist. Das Angebot ist ausverhandelt." Der angebotene Preis soll deutlich unter zehn Millionen Euro liegen, hieß es.
Die SMG, die die König Pilsener-Arena in Oberhausen betreibt, wolle das TaM als Theater nutzen - "alle anderen Nutzungen, auch für Atlantis, stellen wir zurück", so der AWC-Manager. Für das Kindermuseum würden auch andere Standorte geprüft - allerdings dränge die Zeit, weil sich die Bedeutung des Kindermuseums laut Schmerer jetzt Woche für Woche verringere.
Die Verwaltungsspitze habe dem Kaufinteressenten fürs TaM zugesagt, den Kauf in der nächsten Ratssitzung zur Entscheidung vorzulegen, so AWC.
Bisher kein Thema für den Rat
Doch dieses Vorgehen wurde gestern im Rathaus nicht bestätigt. "Es gibt noch keine Vorlage für die nächste Ratssitzung am 28. April", erklärte Josip Sosic, der Pressereferent des OB. Die Verwaltung arbeite an dem Auftrag des Rats, das TaM zu verkaufen - wenn alle Voraussetzungen erfüllt seien, dann würde der Rat beteiligt.
Gebag-Chef Dietmar Cremer bestätigte gestern nur Gespräche mit einem Vertragspartner. Diese würden fortgesetzt. Atlantis sei dabei ein Nebenthema. Mehr nicht.

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Herbst 2007: Herr Schmerer verkündet einen Zuschussbedarf für das Kindermuseum im TaM von einer knappen Mio. Euro und sieht das TaM als einzige Möglichkeit für Atlantis. Winter 2007: Herr Schmerer will das TaM auf einmal kaufen - um als Rettung Atlantis dort unterzubringen. April 2008: Der Rat soll gezwungen werden einen Beschluss über einen Verkauf des TaM kurzfristig zu beschliessen - aber von der Rettung von Atlantis ist keine Rede mehr. Dieses Vorgehen ist für den normalen Zeitungsleser absolut nicht mehr nachvollziehbar. Vielleicht verstehen es ja die Ratsmitglieder, vielleicht ist dieses Geschäft aber auch einfach schlecht für die Stadt. Die Beschäftigten in dem Theater können einem tatsächlich einfach nur leid tun. Der OB hat sich vor wenigen Tagen in der Presse festgelegt: TaM-Verkauf nur in Kombination mit Atlantis. Sowas kann man in Verträgen dauerhaft festschreiben - wenn man denn will. Mal sehen, was noch an Überraschungen kommt.
18:48
Wann hat dieses Possenspiel eigentlich ein Ende? Nachdem das Kinder-Museum ja Oh Wunder in den Planungen des Herrn Schmerer keine Rolle mehr spielt, zumindest im TaM!! Unseren Stadt-Oberen würde ich es noch zutrauen, das sie sich mit diesem Verkauf die eigene Konkurrenz zur Mercator-Halle in die Stadt holen! Das natürlich nur, in dem Herrn Schmerer das TaM so gut wie geschenkt wird und womöglich noch eine jährliche Nebenkosten-Pauschale zur Unterhaltung des Hauses fällig wird!
Nur um diese Immobilie los zu werden, wäre ein solche Lösung einfach schade weil man die Chance einer eigenen Vermarktung damit leichtfertig verspielt hätte. Was wird eigentlich aus den dort Beschäftigten? Mir tun diese Leute nur noch Leid, müssen sie doch seit Monaten aus der Zeitung erfahren, das in Duisburg dies bezüglich täglich eine neue Sau getrieben wird! Armes Duisburg!!!