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Kaßlerfeld - Die Speisekammer der Stadt

26.11.2010 | 18:15 Uhr
Kaßlerfeld - Die Speisekammer der Stadt
Baumscheiben werden gefertig und bepflanzt vom Bürgerverein Kaßlerfeld. Foto: Kerstin Bögeholz

Duisburg.Mitten in Duisburg zu sein, können nur die Kaßlerfelder behaupten. Der Verteilerkreis an der Ruhrbrücke ist der offizielle Ortsmittelpunkt und damit Ausgangspunkt aller Entfernungsmessungen.

 So steht’s in der Festschrift des Allgemeinen Bürgervereins (www.kasslerfeld-online.de) zur 200-Jahr-Feier des Stadtteils im Jahr 2001, die mir Sascha Westerhoven zum Start unserer Kaßlerfeld-Erkundung in die Hand drückt. Westerhoven ist Vorsitzender des Vereins und Kaßlerfelder in reinster Form: „Ich bin im Bethesda geboren und dann sofort wieder hier hin.“

Duisburgs Stadtteile II

Die Ruhrorter Straße teilt den Stadtteil in einen weitgehend gewerblich geprägten Teil und ein fast reines Wohnquartier. Die Besonderheit des Gewerbegebietes: Mit dem Großmarkt, verschiedenen weiteren Lebensmittelgroßhändlern und Gastronomieversorgern wie etwa der Metro und der Deutschen See ist Kaßlerfeld quasi die Speisekammer der Stadt.

Zurück ins Wohngebiet, los geht’s an der Wrangelstraße mit einem Blick in die Runde. „Wir sind das Eingangstor zur Innenstadt“, sagt Westerhoven, „aber wir wurden immer stiefmütterlich behandelt.“ In den letzten Jahren sei es besser geworden, etwa durch die Schranke am erwähnten Riesen-Kreisel, der endlich den Schleichverkehr von der Kaßlerfelder Straße fernhält.

Vorbei am Waldorf-Kindergarten, der noch erweitert werden soll, gehen wir in Richtung Gablenzstraße, sehen einen von zwei Bunkern, die zu Wohnhäusern umgebaut wurden. Die „Grüne Mitte“ zeigt mir Westerhoven, ein Wohnungsbauprojekt, das überzeugt: Ältere Wohnblocks wurden innen und außen runderneuert, erhielten neue Sanitär- und Elektroinstallationen sowie Balkone. „Die haben jetzt Neubau-Standard.“

Duisburgs Stadtteile III
Kaßlerfeld in 60 Sekunden
3534 Einwohner

Kaßlerfeld gehört zum Stadtbezirk Mitte, ist flächenmäßig groß, von der Bevölkerungszahl eher klein, und kann sowohl als rechts- wie als linksrheinisch betrachtet werden, zumindest historisch. 3534 Einwohner zählen die amtlichen Statistiker, davon sind 1701 Frauen und 1833 Männer. Der Ausländeranteil beträgt 24 Prozent.

Und nun zu den Rheinseiten. Bis um 1275 lag das Gebiet des heutigen Kaßlerfeld links des Stromes. Nach einem strengen Winter mit Eisgang suchte sich der Rhein nach Schneeschmelze und Überschwemmung ein anderes Bett. Das war kein Einzelfall. Auch das alte Duisburg war im Mittelalter von einer Rheinverlagerung betroffen, durch die die alte Hafenstadt plötzlich auf dem Trockenen lag. Erst die Anlage von Innen- und Außenhafen Jahrhunderte später sorgten wieder für Strom-Anschluss. Zu Duisburg kam das Kasseler Feld 1801 im Friedensvertrag von Lunéville. Die Industrialisierung sorgte für Bevölkerungswachstum und Anschluss an die Pferdebahn Ruhrort.

Wir queren die Stupperichstraße und blicken in ein ausgedehntes gepflegtes Einfamilienhaus-Gebiet älteren Datums mit großen Gärten. Ein paar Schritte weiter das DRK-Zentrum „mittendrin“, das längst nicht nur Zentrum fürs Rote Kreuz ist. Dort finden viele der Feiern statt, die Stadtteilleben ausmachen, sagt Westerhoven, und er sagt auch warum: „Weil wir keine Kirche mehr haben.“ Beide Konfessionen haben ihre Gotteshäuser abreißen lassen.

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Die evangelische Kirche betreibt aber noch einen Kindergarten und die katholische Caritas hat soeben erst eine schmucke Seniorenwohnanlage an der Klemenstraße eröffnet. Westerhoven: „Ein bisschen Aufwertung kommt nach und nach.“ Zumal Nachbarn nachzogen und ihre Häuser aufgefrischt haben. Auch der Bürgerverein legt regelmäßig Hand an: Frisch bepflanzte Baumscheiben künden in vielen Straßen davon, weitere sollen im Frühling folgen.

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Sieht man entlang der Ruhrorter Straße die Ballung von Spielhallen und Imbissen aller denkbaren Ausrichtungen, könnte man sich Sorgen machen um die Nahversorgung der Kaßlerfelder. Auch die sei besser geworden in den letzten Jahren, sagt Westerhoven und verweist auf das Fachmarktzentrum am Kreisverkehr und einen großen SB-Markt im Gewerbegebiet. Grüne Seiten habe Kaßlerfeld auch: an den Ufern von Rhein und Ruhr. Besonders stolz ist Westerhoven auf die „Rettung“ der von Schließung bedrohten Grundschule an der Wrangelstraße, zumal er von steigenden Schülerzahlen in den nächsten Jahren ausgeht. Und Schulleiterin Natalie Heinrichsmeyer ist zuversichtlich: „Wir freuen uns, dass wir weitermachen können. Das ist gut und wichtig für den Stadtteil.“

Duisburgs Stadtteile I
Bilder aus 112 Jahren Stadtgeschichte in...
Duisburgs Stadtteile IV

Willi Mohrs

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Kommentare
24.12.2010
16:43
Kaßlerfeld - Die Speisekammer der Stadt
von ...iss doch wurscht!!! | #4

Wir freuen uns mit unseren Imbiss ...iss doch wurscht!!! am Kaßlerfelder Kreisel stehen zu können und mit unserer Wurstbude aus dem TV Format Jumbos Würstchenmillionär Kaßlerfeld zu bereichern.

Auf gute Nachbarschaft - der Weg zu uns lohnt sich auch aus anderen Stadtteilen ;)

29.11.2010
09:56
Blockierter Kommentar.
von kritika3 | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

29.11.2010
06:02
Die Speisekammer der Stadt
von IQ 210 | #2

@1
wir sind aber intelligent...

29.11.2010
00:29
Die Speisekammer der Stadt
von hallo wach | #1

Wer hat denn den guten Herrn Redakteur hier mal wieder voll Farbe gelabert! Der Berechnungspunkt für die Stadt Duisburg und somit Punkt zur Entfernungsmessung liegt auf der Kantparkseite an der Ecke Düsseldorfer Straße / Friedrich Wilhelm Straße am Lehmbruck Museum!

51° 26´ N - 6° 45´ O

Tja so isset nunmal!

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Woran soll in Duisburg nicht gespart werden?
82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

82 Millionen Euro soll Duisburg sparen. Das bedeutet viele Einschnitte im städtischen Leben. Welche der Sparmaßnahmen/Erhöhungen sollte Ihrer Meinung nach nicht umgesetzt werden? Die Zahl in den Klammern ist übrigens die Haushaltsentlastung, die sich die Stadt dadurch erhofft.

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