Brauchtum
Karnevalisten bangen um die Umzüge in Duisburg
04.12.2009 | 17:52 Uhr 2009-12-04T17:52:00+0100Duisburg. Der Hauptausschuss Duisburger Karneval ist bestürzt über die Sparpläne der Stadtverwaltung. Die Streichung von 45.000 Euro für die Jecken wäre ein schwerer Schlag, so Präsident Bodo Malsch.
„Mit großer Bestürzung” hat der Hauptausschuss Duisburger Karneval (HDK) – ihm gehören derzeit 31 Vereine mit rund 3700 Mitgliedern an – aus der NRZ erfahren müssen, dass eine Streichung der sogenannten „Karnevalsförderung” angedacht ist, die bislang den beiden großen Umzügen zu Gute kam.
Eine solche Maßnahme, so HDK-Präsident Bodo Malsch, wäre ein schwerer Schlag für den Duisburger Karneval. Er würde ab der Session 2010/2011 den Wegfall fast eines Drittels des Gesamtetats des Hauptausschusses bedeuten.
Starke Einschnitte
Unter diesen Umständen wären starke Einschnitte nicht zu vermeiden. Veranstaltungen in der Mercator-Halle gäbe es dann wohl nicht mehr. „Am Rosenmontagszug als dem zentralen Großereignis unseres Brauchtums wollen wir unter allen Umständen festhalten. Aber selbst wenn wir die eine oder andere HDK-Veranstaltung kleiner setzen oder komplett ausfallen lassen würden, könnten wir die Mittel, die nun gestrichen werden sollen, kaum kompensieren.”
Apropos kompensieren: Von den rund 45 000 Euro, die der HDK erhält, wird die Hälfte sofort wieder reinvestiert. Empfänger von rund 22 000 Euro Hallenmiete ist städtische Duisburg Marketing.
Das Motto bleibt im Halse stecken
Auch um die Zukunft des größten Kinderkarnevalszuges Europas, des Zuges in Hamborn, müsse dann gefürchtet werden, so Malsch. Ob die Einsparung der Karnevalsförderung im Verhältnis zu dem stehe, was den jährlich bei beiden Umzügen bis zu einer halben Million Zuschauern genommen würde – von den Aktiven, die in ihren Vereinen fast 1000 Kinder und Jugendliche betreuen, ganz zu schweigen – müsse die Politik entscheiden. Malsch: „Wir erwarten von den Entscheidungsträgern, dass sie uns beweisen, dass sie ihre Köpfe nicht nur deshalb haben, damit wir Karnevalisten ihnen Senatorenmützen aufsetzen und Ehrenorden umhängen.”
Die Karnevalisten seien sich bewusst, „dass nicht nur unsere Aktivitäten von den Sparplänen betroffen sind. Sie betreffen vielmehr auf äußerst schmerzhafte Weise beinahe den gesamten kulturellen Bereich. Es wäre bitter, wenn das meiste, was eine Stadt lebens- und liebenswert macht, nun dem Rotstift zum Opfer fiele”. Das mit Blick auf die Kulturhauptstadt 2010 vom HDK gewählte Motto „Kultur in Du – wat sachse nu?" bleibe einem da glatt im Halse stecken.

0mitdiskutieren