Kameras gegen Zerstörung an Schulen

Werden Duisburgs Schulen demnächst videoüberwacht? Die CDU kann sich damit anfreunden.
Werden Duisburgs Schulen demnächst videoüberwacht? Die CDU kann sich damit anfreunden.
Foto: WAZ

Duisburg.. Unbekannte besprühten in der Zeit von Donnerstag, 19 Uhr, bis Freitag, 7 Uhr, im Innenhof der Erich-Kästner-Gesamtschule auf der Ehrenstraße Graffitis auf die Gebäude. Anschließend setzten die Vandalen zwei Müllcontainer in Brand, die völlig zerstört wurden. Insgesamt entstand ein Sachschaden von etwa 10.000 Euro. So stand es vergangenen Freitag im Polizeibericht. Mal wieder 10.000 Euro möchte man sagen, denn die Kosten, die durch Vandalismus und Einbruch an Duisburgs Schulen entstehen, steigen immer weiter an.

Mehr als 500.000 Euro musste die Stadt im vergangenen Jahr dafür aufbringen, solche Schäden zu beseitigen. Im Jahr davor waren es noch etwa 471.000 Euro. Vandalen und Einbrecher kommen vor allem in der schulfreien Zeit, also nachts, an den Wochenenden und in den Ferien. Besonders häufig verwüsteten Unbekannte die Schulen in Hamborn (278), Walsum (193) und Rheinhausen (188). Insgesamt verzeichnete die Verwaltung in 2014 1163 Fälle von Einbruch und Vandalismus an Schulgebäuden. Im Gegensatz zu 2013, wo es noch 1382 Fälle waren. Kurz gesprochen: Weniger Fälle, mehr Schaden.

Rechnungsprüfer wollen mehr Alarmanlagen

Spitzenreiter bei den geschädigten Schulformen sind die Grundschulen mit 300 Fällen. Das ist nicht weiter verwunderlich, weil es in Duisburg allein 80 Grundschulen gibt. Die Zahl der weiterführenden Schulen ist wesentlich geringer. Dafür sind die Schadenssummen an den Hauptschulen mit knapp 110.000 Euro wesentlich höher als an anderen weiterführenden Schulformen.

All diese Daten hat das Rechnungsprüfungsamt zusammengetragen und gibt auch gleich Empfehlungen ab, um die steigenden Kosten für die Schadensbeseitigung wieder in den Griff zu bekommen. Die Schulen, die am meisten mit Vandalismus und Einbruch zu tun haben, sollten verstärkt überwacht werden. Außerdem, so der Vorschlag der Rechnungsprüfer, sollten mehr Alarmanlagen eingebaut werden. Genau das hat das Jugendamt in Kindergärten getan. Seitdem sind die Einbruchsschäden deutlich zurückgegangen. Empfehlenswert sei auch der Einsatz von Tür-, Fenster- und Kellerschutzgittern, um den Eindringlingen das Lebe schwerer zu machen.

CDU will Wachdienste

Besonders heikel dürfte die Empfehlung sein, doch mal unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten über Videoüberwachung an den Schulgebäuden nachzudenken. Denn hier prallen Datenrechtliche Prinzipien mit dem Eingriff in die Grundrechte auf die abschreckende Wirkung, die sich mit Videoüberwachungen erzielen lässt.

Die Duisburger CDU hat sich bereits entschieden und fordert angesichts der Lage, Alarmanlagen Videoüberwachung und mehr Wachdienste. „Alarmanlagen und Videoüberwachung schrecken ab und sollten nach einer wirtschaftlichen Prüfung auch an den Schulen installiert werden. Denkbar wäre auch, dass städtische Mitarbeiter ihre Kontrollen an den Gebäuden ausweiten. An dieser Stelle muss auch die Duisburger Polizei mit ins Boot geholt werden“, fordert der schulpolitische Sprecher der CDU, Peter Ibe.