Kämpferische Töne
23.09.2009 | 19:12 Uhr 2009-09-23T19:12:00+0200Erwartet kämpferisch trat am Mittwoch Gregor Gysi auf einer Wahlkundgebung der Linken am Kuhtor auf
Vor mehreren hundert Zuhörern geißelte er „die Konsenssauce” der anderen Fraktionen in Bundestag. Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit seien nur mit einer starken Linken zu erreichen, behauptete Gysi.
Mit „zehn plus X” beschrieb er das Wahlziel seiner Partei am Sonntag. Und leitete daraus ab: „Dann werden die anderen reagieren und müssen sozialer werden.” Er wolle auch künftig im Bundestag gerne die Rolle des Stören-frieds ausfüllen.
In seiner mehr als einstündigen Rede wetterte Gysi gegen Hartz IV und verurteilte die Rente mit 67. Er forderte den Ausstieg aus der Kernenergie. „Eine Technologie, die wir nicht beherrschen, müssen wir so schmell wie möglich los werden.” Gysi sprach sich für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro aus. Weg von der Zwei-Klassen-Medizin, hin zur Bürgerversicherung, rief er den Kundgebungsteilnehmern zu.
Gysi sprach sich nicht nur dafür aus, die Bundeswehr aus Afghanistan abzuziehen, sondern plädierte im gleichen Atemzug für ein generelles Waffenexport-Verbot.
Steuerpolitisch rief er zur Kehrtwende auf. Deutschland sei von einer Steuergerechtigkeit weit entfernt, sagte er. Als sein zentrales Anliegen bezeichnete er ein Top-Bildungsangebot, das allen Kindern gerecht werden müsse.

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