Junge Türkin kämpft gegen Verwandten-Ehen
04.09.2009 | 07:30 Uhr 2009-09-04T07:30:00+0200
Duisburg. Die 28-jährige Yasemin Yadigaroglu engagiert sich seit mehr als drei Jahren gegen Ehen unter Verwandten. Für ihre Postkartenkampagne "Heiraten ja. Aber nicht meine Cousine!" erntet sie nicht selten Drohungen von ihren Landsmännern. Die Türkin lässt sich aber nicht entmutigen.
Für viele Migranten ist Inzest immer noch ein Tabuthema. Eheschließungen unter Verwandten ist für sie selbstverständlich. Selbst wenn durch diese Ehe Kinder mit schweren Behinderungen geboren werden, zeigen sie keine Einsicht. Dann heißt es nicht selten, die Frau habe schlechtes Blut. In Duisburg kämpft eine Frau allen Anfeindungen zum Trotz gegen die Ehe unter Verwandten: Yasemin Yadigaroglu.
„Selbst unter scheinbar intellektuellen Leuten ist Inzest keine Seltenheit”, erklärt die Sozialwissenschaftlerin, die täglich unterwegs ist, um Migranten aufzuklären. „Ich halte Vorträge so oft ich darf.” Tatsächlich gestaltet sich ihre Arbeit sehr schwierig. An vielen Schulen in der Stadt verwehrt man ihr, Vorträge zu halten. „Die Schulleiter haben Angst. Sie befürchten Schwierigkeiten mit den Eltern zu bekommen.” Sogar in der Gesamtschule an der Yasemin Abitur gemacht hat, ist ihre Kampagne nicht erwünscht. „Und wenn ich dann mal in die Klassen darf, muss ich einiges einstecken. Jugendliche drohen mir mit Gewalt. Sie fühlen sich persönlich angegriffen, weil sie Eheschließungen unter Verwandten aus ihren eigenen Familien kennen”, erzählt die Türkin. Drohungen lassen die 28- Jährige kalt. „Wenn sie mir drohen, dann beschäftigen sie sich zumindest mit dem Thema”, sagt sie und glaubt nicht an ein Ende der Bösartigkeiten gegen ihre Person. Die Aufklärerin lässt sich davon aber nicht entmutigen.Sie zeigt den Schülern schockierende Bilder von behinderten Kindern, die aus solchen Ehen entstanden und klärt sie über die Folgen auf.
Drohungen lassen sie kalt
Vor allem aber redet und streitet sie über die kulturellen Hintergründe. „Es ist schrecklich, dass sich die dritte, teilweise ja schon die vierte Generation einfach nicht weiter entwickelt. Immer noch die alten Traditionen, die veralteten Denkweisen”, ärgert sich Yasemin. „In Rheinhausen gaben kürzlich fünf Schüler in den von mir ausgeteilten anonymen Fragebögen zu: Ja, ich selbst soll meine Cousine heiraten.”
Vor drei Jahren begann sie mit einer Postkartenserie, die sie entwarf und seither in türkischen Vereinen verteilt. „Heiraten ja. Aber nicht meinen Cousin!” oder „Ich liebe meine Cousine. Aber nicht als Ehefrau!” steht auf den Karten. Damals engagierte sich Yasemin noch in Frauenvereinen zweier Ditib-Gemeinden (Türkisch-Islamischer Verbund). Sie redete mit den jungen Frauen und Mädchen über das Thema und gab ihnen ihre Postkarten mit.
Die Familien waren entsetzt
Die Familien der Mädchen waren entsetzt über die Kampagne. Yasemin wird mittlerweile der Eintritt in die Vereinsräumlichkeiten verwehrt. Die Gemeinde der Merkez-Großmoschee in Marxloh werfe ihr vor sie würde Migranten „stigmatisieren” und das „eigene Nest beschmutzen.”
Auch von deutscher Seite erfährt die Türkin keine Hilfe. „Mehrmals schon habe ich NRW Integrationsminister Armin Laschet Projektanträge zum Thema Inzestaufklärung gestellt. Alle wurden mit der Begründung abgelehnt, das es keine statistischen Erhebungen zu dem Thema gäbe. Ohne Zahlen kein Thema”, sagt Yasemin enttäuscht.
Der Sozialwissenschaftlerin bleibt vorerst nichts anderes übrig als weiterhin mit der Unterstützung einiger hilfsbereiter Imame Gespräche mit den Betroffenen und ihren Familien zu führen. Fünf jungen Menschen konnte sie so schon helfen und vor einer Heirat mit ihren Cousinen und Cousins bewahren. Entgegen aller Vorurteile sei der Anteil der jungen Männer, die zur einer Ehe gezwungen werden, sehr hoch. „Es ist sehr schwer, den Jungs zu helfen. Zwar ist es nicht unser Ziel, die Betroffenen aus ihren Familien zun reißen, aber wenn es sein muss, dann gibt es für Frauen zumindest Zuflucht in Frauenhäusern. Bei Männern wird das schon schwieriger.” Überhaupt sei der psychische Druck der Familien das Hauptproblem. „Man stellt sich einfach nicht gegen den Willen der Familie.”

19:24
Wie kommt man bei Frau Hella Wanckel auf Allgemeinmedizinerin?
Das stimmt ja wohl nicht!!!!!
17:44
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10:48
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10:42
@ #54
Das Inzucht zu genetischen Defekten führt ist wissenschaftlich erwiesen!
Inzucht macht nicht zwangsläufig dumm, aber Dummheit gibt es auch ohne Inzucht relativ häufig.
Nur zur Info:
1. wissenschaftlich wird klein geschrieben
2. ähnliches wird in diesem Kontext groß geschrieben
3. hinter macht, kommt ein Komma
4. Stimmt ihre Satzsyntax nicht
Auf weitere Schlussfolgerungen verzichte ich an dieser Stelle!
09:32
Das Inzucht oder ähnliches dumm macht ist nicht Wissenschaftlich bewiesen, nur vermutet!!!
09:17
Das WACHSEND Inzicht-Integrationsproblem wird offensichtlich von höchster Stelle aus TOT-geschwiegen. TS vom 21.5.2003(!):
Im Tagesspiegel meldeten sich gestern etliche Leser, die erleichtert darüber sind, dass das Problem überhaupt einmal thematisiert wurde. „Seit Jahrzehnten haben wir damit zu tun, aber niemanden schien es zu interessieren“, berichtete etwa die Allgemeinmedizinerin Hella Wanckel. Sie arbeitete 25 Jahre lang in der Praxis ihres Mannes in der Potsdamer Straße in Tiergarten und später in einer Reinickendorfer Kindertagesklinik, wo der Anteil der türkischen Kinder mit frühkindlichen Gehirnschäden auffällig groß gewesen sei: „Viele von ihnen hatten eindeutige genetische Defekte durch zu nahe Verwandtschaft“, berichtet die Ärztin. Aber aufgrund der Sprachprobleme sei es nicht einmal möglich gewesen, den Eltern den Sachverhalt zu erklären. ...
http://www.tagesspiegel.de/berlin/art270,2155763
08:35
@WAZ: Sehr gut, dieses WACHSENDE gesellschaftliche Problem zu thematisieren!
Dieses eskalierende Problem wird von den SpitzenpolitikerInnen PEINLICHST gedeckelt.
Bis die Sache platzt.
Immer mehr (!!) Kinder im Berliner Stadtteil Neukölln kommen mit angeborenen Behinderungen zur Welt. Als Grund wird Inzest vermutet. Die Ehe zwischen Verwandten unter türkischen und arabischen Migranten ist weit verbreitet und ein Tabuthema. ...
http://www.welt.de/vermischtes/article732888/
00:59
Eine unerträgliche Diskriminierung seitens der Presse, das wieder mit dem Verschleierungsbegriff MIGRANTEN alles in einen Topf geschmissen wird. Ich kenne keine Verwandtenehe unter Italienern, Polen, Spaniern, Kroaten usw. Auch kenne ich keine Migrantengipfel und Konferenzen für diese Gruppen. Auch ein Integrationsminister ist für diese Gruppen nicht nötig. Warum nimmt man hier immer ein Blatt vor den Mund und muss immer alles in einen Topf werfen. Ist diese von einen Zensurrat so angeordet???
21:26
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16:02
Die These, dass Fr. Yadigaroglu dies alles wegen eines Karrieresprungs macht, ist zu beweisen. Ich sehe auch keine Indizien. Die Kampagne istt auch zu alt ,als dass man sie für irgendwelche Eigenzwecke gebrauchen könnte.
Jemand muss sich echt langweilen, um sich in das Ankleidungsverhalten einer jungen Frau einzumischen. Warum Fr. Yadigaroglu ihr Kopftuch abgelegt hat bleibt ihr überlassen. Ob andere Sachen dabei eine Rolle gespielt haben, interessiert zum einen niemanden und muss auch bewiesen werden. Ich würde mich gar nicht wundern, wenn diejenigen Personen, die behaupten Fr. Yadigaroglu hätte ihr Kopftuch abgelegt um einen Posten zu bekommen selber Männer sind. Niemand mischt sich bei denen ein, warum ihre Mütter Kopftücher tragen oder Slips tragen. Jedem dem seine...
Un zu den Bedrohungen...
Wie kann man so schwach sein eine junge Frau wegen ihren Ansichten zu bedrohen. Ich mein Fr. Yadigaroglu selbst ist bestimmt nicht verstritten mit dem Islam oder den Traditionen. Sie ist bestimmt auch nicht von ihrer Familie ausgestoßen oder so. Da kann man doch nicht wirklich ohne jegliche Rücksicht auf ihr Leben kindliche Drohungen machen. Bodenlose Frechheit. Man sollte eher, wenn man sich von irgendwelchen Menschen gekränkt fühlt, wehrhaftere Wesen bedrohen.
Türken selber sind gegen Polygamie, obwohl dies auch im Islam erlaubt ist.
Hier haben wir den Fall, dass es im Islam, wie auch in der BRD erlaubt ist. Da kann man doch nicht das eine bis aufs letzte anprangern, wobei das andere unterstützt.
Ich rufe jeden zur Ehrlichkeit.