Jeder dritten Duisburger Schule fehlen Hallen-Kapazitäten

38 Prozent der Schulen können ihren Schulsport gar nicht oder nicht komplett am jeweiligen Standort durchführen.
38 Prozent der Schulen können ihren Schulsport gar nicht oder nicht komplett am jeweiligen Standort durchführen.
Foto: Walter Fischer
Was wir bereits wissen
530 Stunden Sportunterricht können nicht an den Schulstandorten stattfinden. Stadt hat einen Bedarf von 18 zusätzlichen Halleneinheiten ermittelt

Duisburg.. An mehr als jeder dritten Schule in Duisburg müssen Schüler für den Sportunterricht das Schulgelände verlassen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue „Sporthallenbedarfsbericht“, den die Stadt im Februar der Politik vorlegen wird. Auf 40 Seiten hat das Schulamt die Hallen-Situation an allen 143 Schulstandorten für den Sportunterricht analysiert. Traurige Erkenntnis: 38 Prozent der Schulen können ihren Schulsport gar nicht oder nicht komplett am jeweiligen Standort durchführen.

Damit überhaupt Sportunterricht stattfinden kann, müssen sich Klassen im besten Fall zu Fuß zur nächstgelegenen Turnhalle auf den Weg machen oder sich alternativ in Busse setzen. Im schlimmsten Fall, wie in der Katholischen Grundschule Grabenstraße in der Stadtmitte, wird sogar die Aula genutzt. „Eine Durchführung des Sportunterrichts in einer Aula ist nicht akzeptabel“, heißt es in dem Bericht, hier sei ein Neubau „notwendig“. Geplant ist er noch nicht.

Hohes Defizit in der Stadtmitte

Stadtweit wären sogar bis zu 18 neue Halleneinheiten nötig, um den Bedarf vor Ort zu decken. Insgesamt können 530 Stunden Sportunterricht nicht am jeweiligen Schulstandort sichergestellt werden. In den seltensten Fällen lässt sich das Defizit mit großen Drei- oder Vierfach-Turnhallen beheben: An diversen Grundschulstandtorten fehlen vor allem kleine Hallen. Denn für die kleinen Schüler ist die fußläufige Erreichbarkeit besonders wichtig. Besonders betroffen ist der Bezirk Mitte, wo nach Studie der Stadt gleich acht Halleneinheiten fehlen. In den Bezirken Walsum und Süd fehlen je zwei Halleneinheiten, in Hamborn eine.

Das Thema ist nicht neu: Vor fünf Jahren hatte die Stadt erstmals den Hallenbedarf analysiert, damals fehlten in allen sieben Bezirken Hallen. Immerhin: Elf Halleneinheiten hat die zuständige Stadttochter Duisburg-Sport bereits in ihrem Wirtschaftsplan für dieses Jahr vorgesehen, fertiggestellt werden sie allerdings erst 2018 und 2019, einige sind ohnehin nur Ersatzbauten.

Ohnehin droht sich die Situation zu verschärfen: Der Bericht berücksichtigt nicht die Mitte des Vorjahres abgebrannten Turnhallen an der Hauptschule Friedrich-Ebertstraße in Rheinhausen und an der Grundschule Ottostraße in Homberg. Die Sanierung in Rheinhausen dauert bis Ende diesen, der Neubau in Homberg bis Ende nächsten Jahres.

Lage verschärft sich weiter

Trotz des Neubaus der Hamborner Vierfach-Turnhalle, die zwar Abhilfe schafft, aber für die Sekundarschule zu weit entfernt liegt, drohen weitere Engpässe. Wie an der Astrid-Lindgren-Grundschule, die derzeit die noch die nahe gelegene Turnhalle „Am Duissernplatz“ nutzt. Die ist laut Stadt aber „abgängig“, sprich: sie wird bald geschlossen. Eine Alternative für die Lindgren-Schüler gibt es dann nicht mehr. Es sei denn, man legt die Turnmatten in die Aula.

An diesen Schulstandorten will die Stadt neue Sporthallen bauen

Von den 143 Schulen in Duisburg hat mehr als jede zehnte Schule (12,6 %) keine Turnhalle am Standort. 36 Schulen verfügen zwar über eine Sporthalle, können dort aber den hohen Anteil an Sportstunden nicht abdecken.

Laut Hallenbedarfs-Bericht ist an der Marxloher Grundschule Henriettenstraße, die die Halle der Grillo-Gesamtschule nutzt, für 2019 der Bau einer Einfach-Turnhalle geplant.

Laut Wirtschaftsplan des Immobilienmanagements (IMD) sind folgende Neubauten vorgesehen:

Neubau einer Einfach-Sporthalle an der Rudolfstraße in Vierlinden im Jahr 2019.

Neubau einer Dreifach-Turnhalle für 4,8 Mio Euro bis 2018 an der Gesamtschule Globus am Dellplatz, die derzeit über eine Einfach-Turnhalle verfügt und auf zwei andere Hallen ausweicht.

Neubau von drei Einfach-Sporthallen in der Stadtmitte an den Standorten Eschenstraße, Falkstraße und Am Knappert (je 1,2 Mio Euro Baukosten) in 2019.

Neubau einer Dreifach-Sporthalle an der Realschulstraße in Mitte in 2018 für 4,1 Mio Euro.

Neu(Ersatz-)bau einer Zweifach-Sporthalle am Krupp-Gymnasium für 2,7 Mio Euro in 2017.